Mosel (Weinanbaugebiet)
| Daten | |
|---|---|
| Weinbaugebiet: | Mosel |
| Land: | Rheinland-Pfalz, Saarland |
| Weinanbau seit: | 1. Jahrhundert |
| Fläche: | 8664 ha (2021) |
| Deutscher Wein (Tafelwein) und Landwein: Qualitätswein: Prädikatswein: | 0,03 % 79,2 % 20,5 % (2021) |
| Mosel-Weinkönigin: | Teresa Oster, Kobern-Gondorf |
| Website: | www.msr-wein.de |
Deutsche Weinbaugebiete | |
Mosel bezeichnet ein deutsches Weinbaugebiet für Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete (QbA) im Tal der Mosel mit ihren Nebentälern nach § 3 Abs. 1 Nr. 6 Weingesetz. Bis zum Jahre 2006 hieß das Gebiet Mosel-Saar-Ruwer. Bekannte Weinstädte sind Saarburg, Konz, Trier, Schweich, Bernkastel-Kues, Traben-Trarbach, Zell, Cochem und Koblenz. Die größten Weinorte nach Rebfläche sind Piesport, Zell, Leiwen, das Konzer Tälchen, Neumagen-Dhron, Mehring, Bernkastel-Kues und Trittenheim.
In der Region liegt eine der ältesten römischen Städte Deutschlands, Trier (Augusta Treverorum), der älteste Weinort Deutschlands, Neumagen, mit dem römischen Neumagener Weinschiff sowie die älteste Mühle nördlich der Alpen, die Karlsmühle römischen Ursprungs bei Mertesdorf.
Die Region stellt das größte Steillagenweinbaugebiet der Welt und mit rund 5.266 ha die drittgrößte Rieslinganbaufläche deutschlands dar. In der Region wurden 2021 719.422 hl Wein produziert. Einer der steilsten Weinberge der Welt ist der Bremmer Calmont mit einer Hangneigung von ca. 65 Grad. Monorackbahnen erleichtern die Bewirtschaftung schwer zugänglicher Parzellen. Vielfach dominiert noch die bereits seit römischer Zeit bekannte Einzelpfahlerziehung oder Moselpfahlerziehung, die aber auch im Steilhang nach und nach durch moderne Drahtanlagen ersetzt wird. Die Böden bestehen in der Weinregion Mosel aus Schiefer (Saar, Ruwer, Mittel- und Untermosel) und Muschelkalk (Obermosel).
| Bodenart | Vorkommen | Anbau (überwiegend) |
|---|---|---|
| Muschelkalk und Keuper | Moseltor und Obermosel | Elbling, Auxerrois, Weißburgunder |
| Devon-Schiefer | Saar, Ruwer und Mittelmosel | Riesling |
| Tonschiefer und kieselsäurereiche Grauwacken | Untermosel | Riesling, Weißburgunder, Elbling, Müller-Thurgau |
Im Anbaugebiet liegt unter anderem der Bernkasteler Doctor, der zu den teuersten landwirtschaftlichen Böden Deutschlands zählen soll. Der Bernkasteler Ring e. V. (gegründet 1899) und der Große Ring VDP Mosel-Saar-Ruwer e. V. (gegründet 1908) führen regelmäßig Weinversteigerungen durch.
Spitzenqualitäten in der Kategorie Prädikatswein können bei Versteigerungen Preise von mehreren hundert Euro pro 0,75 l Flasche erreichen. Anteilsmäßig groß dagegen sind in der Kategorie „Qualitätswein“ die Abfüllungen für den Konsum in unteren Preissegmenten (100.000 hl: 568.000 hl). Weine von der Mosel werden in der breiten Öffentlichkeit als eher fruchtig, süß und von niedrigerem Alkoholgehalt angesehen. Von 2021 geprüften, mit „Mosel“ deklarierten rund 742.000 hl Wein wurden ca. 447.000 hl in der Geschmacksrichtung lieblich und süß ausgebaut (ca. 196.000 trocken, ca. 99.000 halbtrocken).
- 1 2 3 ’18 / ’19 – Deutscher Wein – Statistik. (PDF) Deutsches Weininstitut, abgerufen am 4. September 2020. Abrufbar unter Downloads. (Siehe „Deutscher Wein Statistik“ – „Statistik 2018-2019“).
- ↑ Deutsches Weininstitut: Deutscher Wein Statistik. In: deutscheweine.de. Deutsches Weininstitut, 2025, abgerufen am 7. April 2026 (deutsch).