Weltfriedenskongress

Der Weltfriedenskongress ist eine seit 1889 regelmäßig stattfindende internationale Veranstaltung von Pazifisten.

Nach dem Ende der Napoleonischen Kriege (1792 bis 1815) gewannen pazifistische Gedanken insbesondere in Großbritannien an Bedeutung. Teilweise knüpften sie an älteres religiöses Gedankengut (Quäker, Mennoniten) an. Um 1830 wurden in mehreren Ländern Friedensgesellschaften gegründet. 1843 fand in London ein erster Friedenskongress statt. Dieser fand über den angelsächsischen Raum hinaus allerdings kaum Beachtung. Weitere Kongresse fanden in Brüssel (1848), Paris (1849), Frankfurt am Main (1850), London (1851), Manchester (1852) und Edinburgh (1853) statt. Die internationale Beteiligung war groß; englische und amerikanische Friedensgesellschaften dominierten.

Die Friedensbewegung bekam durch den Krimkrieg (1853), den Amerikanischen Bürgerkrieg (1861–65) und die deutschen Einigungskriege (1864, 1866 und 1870/71) Auftrieb. Im Jahr 1867 tagte in Genf ein erster internationaler Friedenskongress.

1889 begann mit dem Friedenskongress (Congrès universel pour la paix) in Paris eine breitere Bewegung, die von nun an regelmäßig Kongresse veranstaltete. Am ersten Weltfriedenskongress (1889) nahmen 310 Menschen teil. In den folgenden Jahrzehnten folgten 23 Kongresse, so etwa 1890 in London, 1896 in Budapest, 1906 in Luzern und 1907 in München. Die internationale Friedensbewegung erreichte in den 1890er Jahren die Hochphase ihrer Bedeutung. Träger waren etwa 3000 Aktivisten. Die Haager Friedenskonferenzen auf Ebene der Regierungen standen nicht in direkter Tradition der Weltfriedenskongresse. Der für September 1914 in Wien geplante Kongress fand nicht statt, weil nach der Ermordung von Erzherzog Franz Ferdinand in Sarajevo der Erste Weltkrieg begonnen hatte.

Für den Pariser Weltfriedenskongress 1949 gestaltete Picasso das Zeichen der Friedenstaube, das zu den bekanntesten Beispielen der Friedensbewegung zählt. Die niederländische Jiddisch-Sängerin Lin Jaldati nahm in diesem Jahr ebenfalls daran teil.

  1. Pablo Picasso: Die Taube, 1949. In: ART|DATES. Abgerufen am 14. August 2019 (deutsch).
  2. Kunstsammlung :: ARTIFACT. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 14. August 2019; abgerufen am 14. August 2019.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  3. Jüdische Zeitung, (Memento vom 20. Februar 2009 im Internet Archive) Dezember 2008.