Deutsch-Französischer Krieg

Deutsch-Französischer Krieg

Hausruine in Saint-Cloud, Fotoaufnahme zur Dokumentation der Kriegsschäden, um 1871 im Pariser Atelier von Adolphe Braun entwickelt
Datum 19. Juli 1870 bis 10. Mai 1871
Ort Frankreich und Rheinpreußen
Ausgang Deutscher Sieg. Während des Krieges treten die vier süddeutschen Staaten dem Norddeutschen Bund bei (Kaiserreich)
und das Französische Kaiserreich wird zur Französischen Republik
Territoriale Änderungen Frankreich tritt den Großteil des Elsass und einen Teil von Lothringen ab
Konfliktparteien

Norddeutscher Bund Norddeutscher Bund
Königreich Bayern Bayern
Wurttemberg Württemberg
Baden Baden
Großherzogtum Hessen Hessen
Deutsches Reich Deutsches Reich (ab dem 1. Januar 1871)

Zweites Kaiserreich Französisches Kaiserreich
Dritte Französische Republik Französische Republik (ab dem 4. September 1870)

Befehlshaber

Norddeutscher Bund Wilhelm I.
Norddeutscher Bund Helmuth von Moltke
Norddeutscher Bund Edwin von Manteuffel
Norddeutscher Bund Karl Friedrich von Steinmetz
Norddeutscher Bund Friedrich Karl von Preußen
Norddeutscher Bund Kronprinz Friedrich Wilhelm

Zweites Kaiserreich Napoleon III.
Zweites Kaiserreich Edmond Lebœuf
Zweites Kaiserreich François-Achille Bazaine
Zweites Kaiserreich Patrice de Mac-Mahon
Zweites Kaiserreich Louis Jules Trochu
Dritte Französische Republik Léon Gambetta
Dritte Französische Republik Louis Faidherbe
Dritte Französische Republik Charles Denis Bourbaki
Dritte Französische Republik Louis d’Aurelle de Paladines

Truppenstärke

519.000 Mann bei Kriegsbeginn (insgesamt mobilisiert: 1.400.000 Mann)

336.000 Mann bei Kriegsbeginn (insgesamt mobilisiert: 1.600.000 Mann)

Verluste

44.781 Gefallene
89.732 Verwundete

138.871 Gefallene
143.000 Verwundete
474.414 Gefangene

Der Deutsch-Französische Krieg von 1870/71 war eine militärische Auseinandersetzung zwischen Frankreich einerseits und dem Norddeutschen Bund unter der Führung Preußens sowie den mit ihm verbündeten süddeutschen Staaten Bayern, Württemberg, Baden und Hessen-Darmstadt andererseits. Auslöser des Krieges war der Streit zwischen Frankreich und Preußen um die spanische Thronkandidatur des Prinzen Leopold von Hohenzollern-Sigmaringen. Am 19. Juli 1870 erklärte Frankreich Preußen den Krieg. Entgegen der Erwartung des französischen Kaisers traten die vier süddeutschen Staaten in den Krieg ein. Währenddessen blieben die übrigen europäischen Mächte neutral.

Innerhalb weniger Wochen im Spätsommer 1870 besiegten die deutschen Verbündeten große Teile der französischen Armeen. Nach der Schlacht von Sedan in Nordfrankreich begab sich Kaiser Napoléon III. am 2. September 1870 in die Gefangenschaft des Königs von Preußen. Daraufhin bildete sich in Paris eine provisorische nationale Regierung, welche die Republik ausrief, den Krieg fortführte und neue Armeen aufstellte. Aber auch die neue Regierung vermochte es nicht, das Blatt zu wenden. Nach dem Fall von Paris fand sich die französische Regierung im Februar 1871 zum Vorfrieden von Versailles bereit. Offiziell endete der Krieg am 10. Mai 1871 mit dem Frieden von Frankfurt. Frankreich wurden darin unter anderem Reparationen von fünf Milliarden Francs auferlegt.

Die wichtigsten Ergebnisse des Krieges waren die deutsche Reichsgründung und das Ende des Zweiten Französischen Kaiserreichs. Das besiegte Frankreich musste die als Reichsland Elsaß-Lothringen bezeichneten Gebiete an das Deutsche Reich abtreten. Dies wiederum hatte die Vertiefung der bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts währenden „Erbfeindschaft“ zur Folge. In dem Krieg kamen fast 190.000 Soldaten ums Leben, mehr als 230.000 wurden verwundet.

Nach dem Deutsch-Dänischen Krieg 1864 und dem Deutschen Krieg 1866 war der Konflikt mit Frankreich der dritte und letzte der deutschen Einigungskriege. Noch in seinem Verlauf traten Baden, Bayern, Württemberg und Hessen-Darmstadt dem Norddeutschen Bund bei. Dieser Beitritt und die Verfassung vom 1. Januar 1871 konstituierten das Deutsche Kaiserreich. Während des Krieges kam es mit dem Aufstand der Pariser Kommune in Frankreich selbst zu einem Bürgerkrieg; der Aufstand wurde von der französischen Regierung blutig niedergeschlagen.

  1. Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71. Lemo des Deutschen Historischen Museums, Berlin 2014.
  2. Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71. Lemo des Deutschen Historischen Museums, Berlin 2014.
  3. Micheal Clodfelter: Warfare and armed conflicts. A statistical reference to casualty and other figures, 1500–2000. Mc Farland, Jefferson NC, 2002, ISBN 0-7864-1204-6, S. 210.
  4. Frédérick Nolte: L'Europe militaire et diplomatique au dix-neuvième siècle, 1815–1884. E. Plon, Nourrit et ce., 1884, S. 527 (französisch).
  5. Nolte: L’Europe militaire et diplomatique. 1884, S. 526–527.