Welthunger-Index

Der Welthunger-Index (WHI) ist ein Instrument, mit dem die Hungersituation auf globaler, regionaler und nationaler Ebene erfasst und verfolgt wird. Der jährlich im Oktober erscheinende Bericht beschreibt die Verbreitung von Hunger und Unterernährung in einzelnen Ländern und misst sowohl Fortschritte als auch Misserfolge im globalen Kampf gegen den Hunger. Anhand der WHI-Werte lässt sich eine Rangfolge von Ländern erstellen. Zudem können aktuelle mit vergangenen Ergebnissen verglichen werden. Eine interaktive Karte ermöglicht es Nutzern, die Daten verschiedener Jahre zu visualisieren und in bestimmte Regionen oder Länder zu zoomen.

Der Index wurde ursprünglich vom Internationalen Forschungsinstitut für Ernährungs- und Entwicklungspolitik (IFPRI) in Zusammenarbeit mit der Welthungerhilfe, einer deutschen Hilfsorganisation, entwickelt und 2006 das erste Mal veröffentlicht. Im Jahr 2007 schloss sich die irische Nichtregierungsorganisation (NGO) Concern Worldwide als Mitherausgeber an. IFPRI übergab 2018 das Projekt an seine langjährigen Partner Welthungerhilfe und Concern Worldwide, die den WHI seitdem als gemeinsames Projekt fortführen. Im Jahr 2024 trat das Institut für Friedenssicherungsrecht und humanitäres Volkerrecht (IFHV) dem Projekt als akademischer Partner bei.

Der Welthunger-Index 2025 bilanziert zum Jubiläum zwei Jahrzehnte evidenzbasierte Empfehlungen: von produktivitätsorientierter Landwirtschaft hin zu rechtsbasierten, inklusiven und resilienzorientierten Ansätzen. Prioritäten sind u. a. stärkere Governance und Rechenschaftspflicht, klimaangepasste und transformierte Ernährungssysteme, Chancengleichheit, Förderung ländlicher Lebensgrundlagen, sektorübergreifende Strategien sowie koordinierte und verantwortungsvolle Entwicklungsfinanzierung. Betont werden die Bedeutung verlässlicher Daten, vorausschauenden Risikomanagements und lokalen Empowerments – insbesondere von Frauen und marginalisierten Gruppen.

Im Jahr 2008 wurde neben dem jährlichen WHI zusätzlich der Hunger-Index für Indien (ISHI) herausgegeben. Für Äthiopien erschien 2009 ein subnationaler Hunger-Index.

In den vergangenen Jahren wurden folgende Themen fokussiert:

  • 2010: Die Chance der ersten 1.000 Tage
  • 2011: Wie steigende und schwankende Nahrungsmittelpreise den Hunger verschärfen
  • 2012: Ernährung sichern, wenn Land, Wasser und Energie knapp werden
  • 2013: Widerstandsfähigkeit stärken, Ernährung sichern
  • 2014: Herausforderung verborgener Hunger
  • 2015: Hunger und bewaffnete Konflikte
  • 2016: Die Verpflichtung, den Hunger zu beenden
  • 2017: Wie Ungleichheit Hunger schafft
  • 2018: Flucht, Vertreibung und Hunger
  • 2019: Wie der Klimawandel den Hunger verschärft
  • 2020: Kein Hunger bis 2030: Gesundheit und nachhaltige Ernährungssysteme zusammen denken
  • 2021: Hunger und Konflikte: Ernährungssysteme ändern, Frieden fördern
  • 2022: Transformation der Ernährungssysteme und lokale Governance
  • 2023: Jugend als treibende Kraft für nachhaltige Ernährungssysteme
  • 2024: Mit Gendergerechtigkeit zu mehr Klimaresilienz und Zero Hunger
  • 2025: 20 Jahre Fortschritt im Blick: Zeit für ein neues Bekenntnis zu Zero Hunger
  1. 2021 Global Hunger Index by Severity, auf globalhungerindex.org
  2. Comparisons of hunger across states. In: IFPRI Publications. Abgerufen am 31. Oktober 2018.
  3. A sub-national hunger index for Ethiopia. IFPRI, abgerufen am 31. Oktober 2018.
  4. Themen. In: Welthunger-Index. Abgerufen am 31. Oktober 2019 (Expertenbericht mit aktuellen Hungerzahlen).