Winter-Eichberg-Motor
Der Winter-Eichberg-Motor war ein Bahnmotor aus der Anfangszeit der Elektrifizierung von Eisenbahnstrecken. Seinen Namen erhielt er von den Ingenieuren Gabriel Winter und Friedrich Eichberg, die hauptverantwortlich bei der Union-Elektricitäts-Gesellschaft an seiner Entwicklung mitwirkten. Der Winter-Eichberg-Motor war der erste gebrauchstüchtige Elektromotor für die Bahnelektrifizierung mit Einphasen-Wechselstrom und wurde bekannt bei den Preußischen 2051 und 2052, den beiden Versuchstriebwagen auf der Zweigbahn Schöneweide–Spindlersfeld.
Winter-Eichberg-Motoren wurden in der Folgezeit in verschiedenen elektrischen Lokomotiven der ersten Generation, wie bei der Hamburg-Altonaer Stadt- und Vorortbahn eingesetzt. Sie ermöglichten gegenüber Drehstrommotoren mehr Schaltmöglichkeiten und gegenüber Gleichstrommotoren weniger Verluste beim Schalten, da die einzelnen Geschwindigkeitsstufen nicht durch Widerstände, sondern durch unterschiedliche Anzapfungen des Transformators ermöglicht wurden. Neuentwicklungen in der Schaltungstechnik ermöglichten den Einsatz von Reihenschlussmotoren im Lokomotivbau und damit die Ablösung dieser wartungsintensiveren Motoren.