Wolfenstein 3D

Wolfenstein 3D
Zählt zur Reihe Wolfenstein
Entwickler Vereinigte Staaten id Software
Publisher Vereinigte Staaten Apogee Software
Vereinigte Staaten Interplay Productions
Vereinigte Staaten GT Interactive
Vereinigte Staaten id Software
Vereinigte Staaten Activision
Vereinigte Staaten Bethesda Softworks
Leitende Entwickler Tom Hall, John Romero, Adrian Carmack, John Carmack
Komponist Robert Prince
Veröffentlichung 5. Mai 1992
Plattform MS-DOS, Super Nintendo Entertainment System, Atari Jaguar, 3DO, Acorn Archimedes, Mac OS (Classic), Apple IIgs, Game Boy Advance, Steam, Xbox Live Arcade, PlayStation Network, iOS
Spiel-Engine Wolfenstein-3D-Engine
Genre Ego-Shooter
Thematik Zweiter Weltkrieg
Spielmodus Einzelspieler
Sprache Englisch
Altersfreigabe
USK PEGI
PEGI-Inhalts­bewertung Gewalt
Information In Deutschland bis September 2019 beschlagnahmt und bis Oktober 2019 auf Listenteil B indiziert. Die USK-Prüfung erfolgte 2022.

Wolfenstein 3D ist ein wegweisender Ego-Shooter und der dritte Teil der gleichnamigen Spielereihe, der am 5. Mai 1992 für MS-DOS erschien. Das von id Software entwickelte und ursprünglich von Apogee Software sowie später von GT Interactive veröffentlichte Spiel ist in der Zeit des Nationalsozialismus angesiedelt und von Muse Softwares Castle Wolfenstein aus dem Jahr 1981 inspiriert. Der Spieler übernimmt die Steuerung des fiktiven US-Geheimagenten William „B.J.“ Blazkowicz, dessen Flucht aus der Gefangenschaft in der Burg Wolfenstein den Auftakt für den repetitiven, aber genreprägenden Spielverlauf bildet.

Technisch verwendet der Titel eine Darstellung, indem er zunächst eine räumliche Ansicht der Gebäudestrukturen aus deren Grundriss berechnet; dieser werden anschließend zweidimensionale, flache Grafiken (Sprites) für Gegner und Objekte überlagert. Die Entwicklung markierte für id Software einen strategischen Wendepunkt weg von 2D-Plattformern der Commander-Keen-Reihe hin zur Fokussierung auf 3D-Technologien. Durch den Vertrieb als Shareware erzielte das Spiel innerhalb von 18 Monaten einen Umsatz von etwa 2,5 Millionen US-Dollar. Das Spiel gilt als definierend für das Ego-Shooter-Genre und etablierte die bis heute populäre Verknüpfung des Genres mit dem Szenario des Zweiten Weltkriegs. Durch sein immersives Spielerlebnis legte es den Grundstein für moderne Spielkulturen wie Speedrunning und Modding. Ein Novum war zudem das Geschäftsmodell für id Software, während der Entwicklung der nächsten Technikgeneration die bestehende Technik durch Lizenzierung an andere Entwickler und Ausschöpfen des Spieldesigns kommerziell zu verwerten.

Aufgrund der expliziten Gewaltdarstellung und der Verwendung von NS-Symbolik wurde Wolfenstein 3D in Deutschland rund eineinhalb Jahre nach dem Erscheinen beschlagnahmt und indiziert. Diese Einschränkungen wurden erst 2019 im Zuge einer geänderten Rechtsauffassung zur Sozialadäquanz bei digitalen Spielen aufgehoben. Im Jahr 2022 erhielt der Titel schließlich eine offizielle Altersfreigabe der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle. Neben zahlreichen Portierungen und Klonen wurde die Reihe im Jahr 2001 mit Return to Castle Wolfenstein erfolgreich neu belebt.