Workfare

Workfare ist ein in den 1990er Jahren in den USA entstandenes arbeitsmarktpolitisches Konzept, das staatliche Transferleistungen mit einer Verpflichtung zur Arbeitsaufnahme verknüpft. Die englische Bezeichnung workfare ist in Anlehnung an Work + Social Welfare = Workfare, also "Arbeit und Sozialhilfe", letzteres in den USA auch als Wohlfahrt bezeichnet, entstanden.

Die Verknüpfung von (verpflichtender) Arbeitsleistung und einem Geldtransfer werden in den USA und Europa unterschiedlich ausgeführt. Das US-Modell zielt darauf ab, ohne zusätzliche Qualifizierungsmaßnahmen „möglichst viele Transferbezieher dazu zu bringen, eine unsubventionierte Beschäftigung auf dem regulären Arbeitsmarkt anzunehmen“. Damit unterscheidet es sich von Konzepten in Europa, wie dem ursprünglichen Verständnis von Bürgerarbeit und Gemeinwohlarbeit, bei denen Tätigkeiten im öffentlichen Interesse, für die kein regulärer Arbeitsmarkt besteht, verrichtet werden sollen bzw. müssen und gegebenenfalls auch subventioniert werden.

  1. Christine Heinz u. a.: Modellversuch Bürgerarbeit. Zwischen Workfare und Sozialem Arbeitsmarkt. IAB-Forschungsbericht 14/2007, S. 4.