Zaza

Die Zaza (zazaisch und kurdisch, türkisch Zazalar) sind eine Bevölkerungsgruppe in Ostanatolien. Sie zählen ungefähr drei bis vier Millionen Personen. Einige alevitische Aktivisten betrachten Zaza inzwischen als eine sunnitische Bezeichnung und verwenden stattdessen als Selbstbezeichnung Kızılbaş und für die zazaische Sprache Kırmancki / Zonê Ma / So-Bê / Dımli. Daneben gibt es – abhängig von Region oder Konfession – auch abweichende Selbstbezeichnungen wie Dimili/Dimli/Dımli, Alevi oder Kırd. Nach Ansicht von Fachleuten wie Martin van Bruinessen und L. Paul betrachten sich die meisten Zaza als Kurden und werden auch von den Kurdisch-Muttersprachlern als solche angesehen. Einige Zaza sehen sich hingegen als eigenständige Ethnie. Auch einige wissenschaftliche Studien betrachten die Zaza als separate Ethnie.

  1. Peter Alford Andrews (Hrsg.), Rüdiger Benninghaus (Mitarbeit): Ethnic Groups in the Republic of Turkey - Supplement and Index. In: Heinz Gaube, Wolfgang Röllig (Hrsg.): Beihefte zum TAVO (Tübinger Atlas des Vorderen Orients). Reihe B., Nr. 60.2. Reichert, Wiesbaden 2002, ISBN 3-89500-229-1, S. 20 und 28, mit Verweis auf K. Kehl-Bodrogi: Wir sind ein Volk! Identitätspolitiken unter den Zaza (Türkei) in den europäischen Diaspora. Sociologus, N.F., 48, (2), Berlin, 1998, S. 111–135.
  2. Peter Alford Andrews (Hrsg.), Rüdiger Benninghaus (Mitarbeit): Ethnic Groups in the Republic of Turkey - Supplement and Index. In: H. Gaube, W. Röllig (Hrsg.): Beihefte zum TAVO (Tübinger Atlas des Vorderen Orients). Reihe B., Nr. 60.2. Reichert, Wiesbaden 2002, ISBN 3-89500-229-1, S. 121, 123, 659; 1. Auflage 1989, ISBN 3-88226-418-7.
  3. Martin van Bruinessen: The Ethnic Identity of the Kurds in Turkey. In: Peter Alford Andrews (Hrsg.), Rüdiger Benninghaus (Mitarb.): Ethnic Groups in the Republic of Turkey. Beihefte zum TAVO (Tübinger Atlas des Vorderen Orients), Reihe B, Nr. 60.1. unveränd. Reprint. Reichert, Wiesbaden 2002, ISBN 3-89500-297-6, S. 613–621, hier S. 613 f.; 1. Auflage 1989, ISBN 3-88226-418-7, Archivlink (Memento vom 15. Oktober 2015 im Internet Archive): “Virtually all Zaza speakers consider themselves, and are considered by the Kurmanji speakers, as Kurds.”
  4. Ludwig Paul: Zaza(ki) – Dialekt, Sprache, Nation? In: Religion und Wahrheit. Religionsgeschichtliche Studien. Festschrift für Gernot Wießner zum 65. Geburtstag. Herausgegeben von Bärbel Köhler. Harrassowitz, Wiesbaden 1998, S. 385–399, hier S. 386: „Die Mehrzahl der Sprecher des Zazaki bezeichnet sich heute als Kurden und hält ihre Sprache für einen kurdischen Dialekt.“ (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche)
  5. Martin van Bruinessen: Kurdish Society, Ethnicity, Nationalism and Refugee Problems. In: Philip G. Kreyenbroek, Stefan Sperl (Hrsg.): The Kurds: A Contemporary Overview. Routledge, London, 1992, S. 48; hier zitiert in David Romano: The Kurdish nationalist movement: opportunity, mobilization, and identity. Cambridge University Press, 2006, S. 171: „At present, most Zaza define themselves first and foremost Kurds, but their social and political behavior is more often defined by narrower loyalties.“
  6. Martin Sökefeld: Aleviten in Deutschland: Identitätsprozesse einer Religionsgemeinschaft in der Diaspora. transcript Verlag, 2015, ISBN 978-3-8394-0822-3 (google.de [abgerufen am 2. Januar 2020]).
  7. Süreyya Çetkin: Search of Zazaki Speaking individuals for identity. Bingöl-Universität, abgerufen am 2. Januar 2020.