Zuiderzee
Die Zuiderzee [] (auch (veraltet) Zuider Zee, Zuidersee, Südersee; westfriesisch Sudersee; niederländisch []) war eine flache Bucht der Nordsee mit nur 4 m bis 5 m Tiefe, die größtenteils auf dem Gebiet des heutigen IJsselmeers im Nordwesten der heutigen Niederlande liegt. Sie reichte ungefähr 100 km landeinwärts, war bis zu 50 km breit und bedeckte 5000 km². Der Name bedeutet „südliche See“ im Gegensatz zur Nordsee (im Niederländischen und Niederdeutschen bedeutet zee „Meer, die See“ und meer „der See“). Beide Namen sind friesischen Ursprungs für die beiden Meere, die nördlich und südlich ihres Siedlungsgebietes liegen.
Die Zuiderzee war bedeutend für die Fischerei und die Seefahrt und die Zufahrt zum Hafen von Amsterdam. In der Zuiderzee lagen einige Inseln, von denen Urk und Schokland die bekanntesten waren. Im 20. Jahrhundert trennte man die Wasserfläche mit dem Abschlussdeich von der Nordsee ab, um die Küstengebiete vor weiteren Sturmfluten und folgenden Überschwemmungen zu bewahren. Daneben wurde mit dem staatliche Großprojekt der Zuiderzeewerke neues Land gewonnen.
Aus der Zuiderzee entstand so nach und nach ein großes Süßwasserreservoir mit einer Vielzahl an Seen, von denen das IJsselmeer und das Markermeer die beiden größten sind. Bei der Neulandgewinnung entstanden der Noordoostpolder und der Flevopolder. Beide zusammen bilden seit 1986 die Provinz Flevoland.
- ↑ Brandenburg-Preussen im 18. Jahrhundert (Karte). In: G. Droysens Historischer Handatlas. Berlin 1886.