Zweite Wiener Türkenbelagerung

Zweite Wiener Türkenbelagerung
Teil von: Großer Türkenkrieg (1683–1699)

Zeitgenössisches Gemälde der Belagerung Wiens von 1683.
Im Vordergrund das Entsatzheer von König Johann III. Sobieski in der Schlacht gegen die Osmanen, im Hintergrund die belagerte Stadt.
Datum 14. Juli bis 12. September 1683
Ort Österreich, Wien
Ausgang Die Osmanen werden vom Entsatzheer geschlagen.
Konfliktparteien

Osmanisches Reich 1453 Osmanisches Reich (Siebenbürgen, Walachei, Moldau, Khanat der Krim)

Romisches Reich Heiliges 1400 Heiliges Römisches Reich
Polen-Litauen Polen-Litauen
Kirchenstaat
Republik Venedig Venedig

Befehlshaber

Großwesir Kara Mustafa Pascha

In Wien:
Graf Ernst Rüdiger von Starhemberg
Entsatzheer:
König Johann III. Sobieski
Herzog Karl V. von Lothringen

Truppenstärke

ca. 120.000

16.200 –30.000 in Wien und 60.000–70.000 Entsatzheer

Verluste

30.000 –50.000

15.000

Die Zweite Wiener Türkenbelagerung oder Zweite Wiener Osmanenbelagerung im Jahr 1683 war – wie die erste von 1529 – ein erfolgloser Versuch des Osmanischen Reichs, Wien einzunehmen. Sie dauerte vom 14. Juli bis zum 12. September, als ein von Polens König Johann III. Sobieski befehligtes Entsatzheer die osmanische Armee des Großwesirs Kara Mustafa Pascha in der Schlacht am Kahlenberg zum Rückzug zwang.

Unter dem Stadtkommandanten Ernst Rüdiger von Starhemberg wurde Wien, damals Residenzstadt des römisch-deutschen Kaisers, zwei Monate lang gegen ein rund 120.000 Mann starkes Belagerungsheer verteidigt. Zum Entsatz der Stadt verbündeten sich erstmals Truppen des Heiligen Römischen Reiches mit solchen aus Polen-Litauen. Weitere Unterstützung leisteten die Republik Venedig und der Kirchenstaat.

  1. 1 2 3 Bernd Rill, Ferenc Majoros: Das Osmanische Reich 1300–1922. Marix, Wiesbaden 2004, ISBN 3-937715-25-8, S. 280–285.
  2. Thomas Winkelbauer: Ständefreiheit und Fürstenmacht. Länder und Untertanen des Hauses Habsburg im konfessionellen Zeitalter, Teil 1. In: Herwig Wolfram (Hrsg.): Österreichische Geschichte 1522–1699. Wien 2004, ISBN 3-8000-3528-6, S. 164.
  3. Düriegl 1983, S. 77, wobei es sich „nur“ um die angeblich bis 12. August 1683 eingetretenen Verluste handelt.
  4. Ernst Joseph Görlich und Felix Romanik: Geschichte Österreichs. Tosa Verlag, Wien 1995 (Orig.: 1970), S. 234. Die beiden Autoren stützen sich dabei offenbar auf eine Quelle aus dem Jahr 1683, in der die türkischen Verluste bis 7. September mit 48.544 Mann angegeben werden.
  5. Eva Maria Müller: Österreich und die Osmanen : Geschichtsunterricht in der Neuen Mittelschule in Graz. Diplomarbeit, Universität Graz - Institut für Geschichte, Betreuer: Klaus-Jürgen Hermanik, Graz 2015, S. 31ff.
  6. Ljubiša Buzić, Interviewpartner: Simon Inou: Schluss mit der „Türkenbelagerung“. In: KOSMO. Twist Zeitschriften Verlag GmbH, 21. März 2014, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 3. September 2019; abgerufen am 3. September 2019.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.