Theodoros Pangalos (griechisch Θεόδωρος Πάγκαλος, * 17. August 1938 in Elefsina; † 31. Mai 2023 in Athen[1]) war ein griechischer Politiker. Er war von 2009 bis 2012 stellvertretender Ministerpräsident.
Leben
Theodoros Pangalos entstammte einer arvanitischen Familie und ist der Enkel des gleichnamigen Generals und Diktators.[2] Er studierte Rechtswissenschaften und Volkswirtschaftslehre an der Universität Athen. 1973 promovierte er im Fach Wirtschaftswissenschaften an der Universität Sorbonne in Paris, wo er bis 1978 als Dozent, in der Forschung und auch als Direktor des Instituts für wirtschaftliche Entwicklung tätig war.
Pangalos beteiligte sich am Widerstand gegen die Griechische Militärdiktatur (1967–1974), die ihm 1968 die griechische Staatsbürgerschaft aberkannte. Seit seiner ersten Wahl 1981 und bis April 2012 vertrat Pangalos als PASOK-Abgeordneter Attika in der Vouli. Von 1982 bis 1984 war er Handelsstaatssekretär, anschließend bis 1985 Staatssekretär im Außenamt, 1985 bis 1989 und 1993/1994 stellvertretender Außenminister mit der Zuständigkeit für Europa-Fragen.
1994 wurde er Minister für Verkehr und Kommunikation und von Januar 1996 bis Februar 1999 Außenminister. Im Februar 1999 musste Pangalos als Außenminister zurücktreten, nachdem er den nach Griechenland geflohenen kurdischen Anführer Abdullah Öcalan in die griechische Botschaft in Kenia schmuggeln ließ, wo dieser festgenommen und den türkischen Behörden übergeben wurde. Im Jahr 2000 kehrte er als Kulturminister in die Regierung zurück. Dieses Amt behielt er bis November 2000.
Pangalos geriet mehrfach wegen drastischer und undiplomatischer Äußerungen in die politische Debatte:
- Deutschland bezeichnete er als „Riese mit der Kraft eines Monstrums und dem Verstand eines Kindes“[3]
- Die türkischen Politiker seien „Räuber, Mörder und Vergewaltiger“[4] und schlichen „mit ihren blutbeschmierten Stiefeln über die Teppiche Europas“[3]
- Die Aussage, „Auf den Fluren des Außenministeriums sprechen sie Englisch“[5][6] bezog sich auf die Amtszeit des in den USA geborenen Außenministers Giorgos Papandreou.
- „Nach 2000 haben wir (die PASOK-Regierung) in praktisch allen Bereichen versagt, wir verwüsteten das Land.“[7]
- „Deutschland hat während der Nazizeit die griechische Wirtschaft zerstört, indem es alles Geld und Gold, über das die Bank von Griechenland verfügte, an sich nahm, ohne es jemals zurückzuzahlen.“[8]
Nach dem Sieg der PASOK bei den Parlamentswahlen 2009 berief der neue Ministerpräsident Giorgos Papandreou Pangalos als stellvertretenden Ministerpräsident in seine Regierung. Pangalos war für die Koordination der Wirtschafts- und Verteidigungspolitik zuständig.[9]
2011 blieb er stellvertretender Ministerpräsident im Kabinett Papadimos.
Bei der Parlamentswahl im Mai 2012 kandidierte Pangalos nicht mehr.[10]
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Πέθανε ο Θεόδωρος Πάγκαλος - Η διαδρομή του από το ΚΚΕ στο ΠΑΣΟΚ κι από τον Οτσαλάν στο «μαζί τα φάγαμε». 31. Mai 2023, abgerufen am 31. Mai 2023 (griechisch).
- ↑ Οι Αρβανίτες της Αττικής και η συμβολή τους στην εθνική παλιγγενεσία. In: kathimerini. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 29. Juni 2013; abgerufen am 3. Januar 2013. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/news.kathimerini.gr
- ↑ a b Wortathlet vom Olymp. In: Die Zeit, Nr. 49/1993
- ↑ Washington besorgt über Wettrüsten auf Zypern. In: Die Welt, 27. September 1997
- ↑ Eleftherotypia, 4. Oktober 1999
- ↑ Rizospastis vom 21. Juni 2007@1@2Vorlage:Toter Link/www1.rizospastis.gr (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Dezember 2018. Suche in Webarchiven) Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ HR-Net: Athens News Agency: Daily News Bulletin in English, 26. August 2006
- ↑ Griechenland Zeitung, 25. Februar 2010 (Memento vom 16. September 2011 im Internet Archive)
- ↑ Bieler Tagblatt, 6. Oktober 2009 (Memento vom 9. Oktober 2009 im Internet Archive)
- ↑ Nach dem Debakel ist vor dem Debakel. In: FAZ, 9. Mai 2012
Ministerpräsident:
Andreas Papandreou
Minister:
Außenminister: Karolos Papoulias |
Verteidigungsminister: Gerasimos Arsenis
Minister beim Ministerpräsidenten: Anastasios Peponis ab 28. Dezember 1994: Georgios Mangakis
Wirtschaftsminister: Georgios Gennimatas († 25. April 1994), ab 6. Mai 1994: Giannos Papantoniou
Finanzminister: Georgios Gennimatas ab 25. Februar 1994: Alexandros Papadopoulos
Innenminister: Apostolos-Athanasios Tsochatzopoulos ab 8. Juli 1994: Konstantinos Skandalidis ab 15. September 1995: Apostolos-Athanasios Tsochatzopoulos
Minister für Öffentliche Ordnung: Stylianos-Angelos Papathemelis ab 4. April 1995: Iosif Valirakis
Kulturministerin: Melina Mercouri († 6. März 1994), ab 16. März 1994: Athanasios Mikroutsikos
Landwirtschaftsminister: Georgios Moraitis ab 15. September 1995: Theodoros Stathis
Justizminister: Georgios Kouvelakis ab 10. Februar 1995: Anastasios Peponis ab 15. September 1995: Ioannis Pottakis
Minister für Nationale Bildung und Religiöse Angelegenheiten: Dimitris Fatouros ab 8. Juli 1994: Giorgos A. Papandreou
Minister für Arbeit: Evangelos Giannopoulos ab 8. Juli 1994: Ioannis Skoularikis ab 15. September 1995: Stefanos Tzoumakas
Minister für Industrie, Energie und Technologie: Konstantinos Simitis ab 15. September 1995: Anastasios Peponis
Handelsminister: Konstantinos Simitis ab 15. September 1995: Nikolaos Akritidis
Minister für Gesundheit und Soziale Sicherheit: Dimitrios Kremastinos ab 15. September 1995: Dimitrios Kremastinos
Minister für Transport und Kommunikation: Ioannis Charalambis ab 8. Juli 1994: ab 15. September 1994: Athanasios Tsouras ab 15. September 1995: Evangelos Venizelos
Handelsmarineminister: Georgios Katsifaras |
Ägäisminister: Konstantinos Skandalidis ab 8. Juli 1994: Antonios Kotsakas
Minister für Umwelt, Raumordnung und öffentliche Arbeiten:: Konstantinos Laliotis
Minister für Makedonien und Thrakien: Konstantinos Triaridis |
Tourismusminister Dionysios Livanos ab 23. Juni 1995: Nikolaos Sifounakis
Minister für Presse und Massenmedien: ab 8. Juli 1994: Evangelos Venizelos ab 15. September 1995: Tilemachos Chytiris |
Staatsminister: Antonios Livanis
Ministerpräsident: Konstantinos Simitis
Minister:
Außenminister: |
Verteidigungsminister: Gerasimos Arsenis
Wirtschaftsminister: Giannos Papantoniou |
Finanzminister: Alexandros Papadopoulos
Minister für innere Angelegenheiten, öffentliche Verwaltung und Dezentralisierung: Apostolos-Athanasios Tsochatzopoulos ab 30. August 1996: Vasilios Skouris
Landwirtschaftsminister: Stefanos Tzoumakas |
Minister für Arbeit und Soziale Sicherheit: Evangelos Giannopoulos
Minister für Gesundheit und soziale Solidarität: Anastasios Peponis
Justizminister: Evangelos Venizelos ab 30. August 1996: Anargyros Fatouros |
Kulturminister: Stavros Benis
Minister für Nationale Bildung und Religiöse Angelegenheiten: Giorgos A. Papandreou
Ministerin für Tourismus, Industrie, Energie und Technologie und Handel seit 1. Februar 1996: Entwicklungsminsterin Vasso Papandreou
Handelsmarineminister: Kosmas Sfiriou |
Minister für Öffentliche Ordnung: Konstantinos Gitonas ab 30. August 1996: Konstantinos Beis
Minister für Makedonien und Thrakien:Filippos Petsalnikos |
Minister für die Ägäis: Antonios Kotsakias
Minister für Umwelt, Raumordnung und öffentliche Arbeiten: Konstantinos Laliotis |
Minister für Verkehr und Kommunikation: Charis Kastanidis
Presse- und Medienminister: Dimitris Reppas ab 30. August 1996: Dimitrios Konstas
Ministerpräsident:
Konstantinos Simitis
Minister:
Außenminister: ab 19. Februar 1999: Giorgos A. Papandreou
Verteidigungsminister: Apostolos-Athanasios Tsochatzopoulos |
Wirtschafts- und Finanzminister: Giannos Papantoniou
Minister für innere Angelegenheiten, öffentliche Verwaltung und Dezentralisierung: Alexandros Papadopoulos ab 19. Februar 1999: Vasso Papandreou ab 20. März 2000: Georgios Koumandos
Entwicklungsministerin Vasso Papandreou ab 19. Februar 1999:
Minister für Umwelt, Raumordnung und öffentliche Arbeiten: Konstantinos Laliotis
Minister für Nationale Bildung und Religiöse Angelegenheiten: Gerasimos Arsenis
Landwirtschaftsminister: Stefanos Tzoumakas ab 30. Oktober 1998: Georgios Anomeritis
Minister für Arbeit und Soziale Sicherheit: Miltiadis Papaioannis
Minister für Gesundheit und soziale Solidarität: Κonstantinos Gitonas ab 30. Oktober 1998: Lambros Papadimas
Justizminister: Evangelos Giannopoulos ab 20. März 2000: Dimitrios Gourgourakis |
Kulturminister: Evangelos Venizelos ab 19. Februar 1999: Elisabet Papazoi
Handelsmarineminister: Stavros Soumakis |
Minister für Verkehr und Kommunikation: Charis Kastanidis ab 2. September 1997: Αnastasios Mandelis
Minister für Öffentliche Ordnung: Georgios Romeos ab 30. Oktober 1998: Filippos Petsalnikos ab 19. Februar 1999: Michalis Chrysochoidis
Minister für Makedonien und Thrakien:Filippos Petsalnikos ab 30. Oktober 1998: Ioannis Mankriotis
Ministerin für die Ägäis: Elisabet Papazoi ab 19. Februar 1999: Stavros Benis
Presse- und Medienminister: Dimitris Reppas ab 20. März 2000: Anargyris Fatouros
Staatsminister (seit 30. Oktober 1998): Konstantinos Gitonas