Die Kaskadenbrücke auf der Eriebahn

Der Mariusbogen bei Orange Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Neunzehnter Band (1857) von Friedrich Hofmann
Die Kaskadenbrücke auf der Eriebahn
Sweaborg und Helsingfors
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CASCADE-BRIDGE
(ERIE RAILROAD)

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Die Kaskadenbrücke auf der Eriebahn.




Wie sonst nur der freie Gedanke, so fliegt jetzt der Mensch selbst über die Abgründe! – Ueber den Rücken der Berge führt der Pfad, auf welchem er mit dem Feuerrosse dahinfliegt, und wie zwischen Wolken schwebend, gleich der nordischen Götterbrücke Bifrost, schwingt sich der sichere Steg für die donnernden Wagen der Erdengötter von Fels zu Fels in schwindelnder Höhe.

In dem an Baukühnheiten überreichen Nordamerika ist die Kaskadenbrücke zwischen den Stationen Summit und Susquehanna der Erie-Eisenbahn die herrlichste. Aus Holz konstruirt überspannt sie einen fast 200 Fuß tiefen Abgrund mit Einem Bogen von einer Länge von 250 und einer Breite von 24 Fuß. Die beiden Enden des Bogens ruhen auf Gesimsen, die in den Felsen gehauen sind; die Seiten desselben werden durch Eisenriegel verbunden. In der Tiefe unter dem Bogen rauscht über Felstrümmer und geborstene Stämme des Urwalds ein Wasserfall, nach welchem die Brücke benannt wurde.

Es kann kaum ein amerikanischeres Bild geben, als dieser Bau mit seiner Umgebung uns bietet. Der Abgrund ist da, er muß übersprungen werden, aber mit Einem Satze, und sollte das Wagniß tausend Hälse kosten. Die Erreichung des Ziels ist das Oberste, alles Andere ist dem untergeordnet, bleibt zurück oder geht zu Grunde, wenn es den Wettlauf nach dem Ziele nicht besteht. So denkt Amerika und darum kommt es so Alles überflügelnd vorwärts mit den Riesenschritten des Dampfs und schrankenloser Bewegung.