Die Propyläen in München

Charleston Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Achtzehnter Band (1857) von Friedrich Hofmann
Die Propyläen in München
Die Industrieausstellungs-Krystallpaläste von London, Newyork, München und der Ausstellungspalast von Paris
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DIE PROPYLÄEN IN MÜNCHEN

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Die Propyläen in München.




Wer Athens sturmfeste Akropolis von der Nordwestseite her bestieg, den begrüßte zuerst die säulengetragene Vorhalle, welche ihn zum Tempelfelde führte, d. h. die von Pericles erbauten Propyläen, welche, die Vertheidigungswerke der herrlichen Griechenveste vollendend, das ebenso prachtvolle als starke Thor zum Burgplatz bildeten.

Ein solches Tempelfeld ist der Königsplatz, welchen Ludwig, der Kunstfürst, mit den griechischen Prachtpalästen der Glyptothek und des Kunstausstellungsgebäudes im Centrum der Briennerstraße seiner Hauptstadt schmückte. Diesem Kunsttempelfeld mangelte das den schönen Raum begrenzende Thor bis zum Herbste des vorigen Jahres; da fielen die Breter des Baugerüstes und München bewunderte ein neues Denkmal seines alten Königs. Durch die Erbauung dieser Propyläen ist der Königsplatz zu einer Akademie der griechischen Architektur geworden. Die drei griechischen Ordnungen sind in drei Meister- und Musterwerken dargestellt: die Glyptothek, das Gebäude zur Linken auf unserer Stahlplatte, repräsentirt den ionischen Baustyl, das gegenüber stehende Ausstellungsgebäude den korinthischen, und die Propyläen schließen die Trias im dorischen Styl. Die Entwürfe zu den Giebelfeldern sind noch von der Hand des Ludwig Schwanthaler und ausgeführt von dem Xaver gleichen Namens.