Festgesang (Methfessel)
Rundgesang und Becherklang
Schalle laut den Saal entlang
Heute wir vor Jahren.
Neue Luft zum alten Stück
Bringt der Stunde kurzes Glück,
Die lasst uns bewahren.
Lust am Leben, treu bewährt
Die nach Leiden wiederkehrt
Hält das Herz uns offen.
Hier ein Schritt und da ein Sprung
Und es bleibt die Kunst im Schwung,
Das ist unser Hoffen.
Wahre Kunst, sie alert nicht,
Das ist unsre Zuversicht,
Darauf lasst uns bauen,
Dass sie werd’ ein stattlich Haus
Lustig anzuschauen.
Ein gemeinsam friedlich Dach,
Kunstgenossen, Fach an Fach,
Hält uns fest zusammen;
Eint und im Gedankentausch
Und im flücht’gen Festesrausch
Strahlt´s in Freudenflammen.
Freud’ und Leid und Luft und Qual
Einet eines Lichtes Strahl,
Geist’gen Hauch’s Umwehung.
Was da lebt und was da war,
Wie ein Jahr sind tausend Jahr
In der Auferstehung.
’s ist kein Wahn und ist kein Trug:
Auferstandner Geisterzug
Kam zu uns hernieder.
Alterthum und neue Zeit,
Kampf und Sieg und Fried und Streit
Kräft’gen unsre Lieder.
Alter Stamm und neuer Saft,
Einer großen Brüderschaft
Endlos lange Kette;
Festlich jetzt zu uns gestellt
Eine wundervolle Welt
Jubelnd um die Wette.
Aus der Freude Gnadenquell
Sprudelt und strömet hell
Frischer Kräfte Streben.
Mit der Freude holden Gunst
Jetzt ein Lebehoch der Kunst:
Ewig soll sie leben.
T.