Hohen-Salzburg

DCCLX. Der große Geyser in Island Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Siebenzehnter Band (1856) von Joseph Meyer
DCCLXI. Hohen-Salzburg
DCCLXII. Der See Nicaragua an der Mündung des Las Lajas
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HOHEN-SALZBURG

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DCCLXI. Hohen-Salzburg.




Welch’ eine reizende Natur, diese Salzburger Gegend; so lieblich, so anmuthig und so groß! Es müßte ein Paradies seyn, und daß die Menschen keines daraus gemacht haben, ist ihre Schuld allein. Weshalb diese Gürtel von Thürmen und Bastionen mit den Mordwerkzeugen des Kriegs an einem Ort, wo die Herrlichkeit der Schöpfung den Frieden predigt, wo, statt des wüsten Waffenlärms, nichts gehört werden sollte, als das majestätische Brausen der Wälder, und von keinen andern Stürmen die Rede seyn dürfte, als von denen, welche die Lüfte reinigen und die Wolken über die Berge jagen. Deinem entzückten Auge sollte da droben nichts begegnen, als die erhabenen Riesengestalten der Alpen mit den grünen und sonnigen Thälern und den lachenden Orten und Menschen; doch statt dessen siehst du finstere Thore und feuchtes, häßliches Gemäuer, es zeigt dir der Führer alte Zeughäuser und Rumpelkammern mit neuen Gefängnißzellen, einen „Giftthurm“ und ein „Schlangenrondel“, eine Torturkammer mit der Stube, wo das hochnotpeinliche Halsgericht gesessen hat, unterirdische moderige Verließe, der Molche und Kröten Wohnung, und er quält dich mit den Schauerlegenden, die in dem Kastell gespielt haben seit den Zeiten der Römer und Hunnen. Das Einzige, was dich auf Hohen-Salzburg erheitern mag, ist die Uhr mit dem Orgelwerke, welches alle Monate den armen Gefangenen eine andere lustige Weise vorspielt. Mozart’s Vater hat’s eingerichtet. Gott hab’ ihn selig!