Meißner Künstler:Franz Dietrich
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[28] Franz Dietrich,[1] der Bruder des vorigen, ist den 2. April 1838 in Meißen geboren; seine Jugend verlebte er ähnlich wie sein Bruder, ebenso seine Studienzeit in Dresden. Nachdem er die Akademie daselbst verlassen hatte, studierte er weiter als Schüler von Kreling in Nürnberg, dann in München und [28] Antwerpen. Nach Dresden zurückgekehrt, zeichnete er einen Karton im Atelier seines Bruders, welchen er bei Schnorr von Carolsfeld als Bild ausführte; er nannte das Bild Friedensboten. Es war eine reiche, schöne, poetische Komposition mit Bezug auf den Friedenschluß nach dem französischen Kriege. Das Bild kam in den Besitz eines Amerikaners. Sehr viele seiner Kompositionen hat er dem zauberhaften Leben der Elfen und Nixen entnommen. Auch entstand noch in Dresden ein größeres Ölbild „Ödipus mit Antigone“. Von Dresden wurde er nach Friedland in Böhmen berufen, um die dortige Kapelle mit Bildern zu schmücken. Er hat dann lange Jahre in Böhmen und Ungarn gelebt und geschaffen; es entstanden daselbst eine große Anzahl von Altar- und Votivbildern. Mit besonderer Innigkeit und Schönheit hat er auch viele religiöse Werke illustriert. Seit fünf Jahren lebt er meistens in München. Gegenwärtig befindet er sich auf einer längeren Studienreise in Italien.
- ↑ Nach Mitteilungen seines Bruders.