Meißner Künstler:Friedrich Wilhelm Schwechten

August Traugott Schulz Lebensläufe Meißner Künstler (1888) von Wilhelm Loose
Friedrich Wilhelm Schwechten
Karl Christian Sparmann
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[83] Friedrich Wilhelm Schwechten[1] wurde am 2. December 1796 in Berlin geboren, wo sein Vater Kaufmann war. Nach beendigter Schulzeit wurde er zu einem Formenstecher in die Lehre gethan, bei dem er es aber nicht lange aushielt. Er fand erst Befriedigung, als ihm seine Eltern gestatteten, die Kunstakademie besuchen zu dürfen. Durch Kolorieren kleiner Bilder verdiente er sich seinen Unterhalt. In dem Befreiungskriege trat er bei den freiwilligen Jägern ein und machte den Feldzug nach Frankreich mit. 1817 besuchte er wieder die Akademie in Berlin, wo er sich der Kupferstichkunst zuwendete. Damals schon kam er öfter nach Meißen, dessen Dom ihn zu einem größeren Werke begeisterte. Dasselbe erschien bekanntlich 1826 und begründete seinen Ruf als Künstler. 1840 wurde ihm ein großer Stahlstich aufgetragen, welcher den Huldigungsakt Friedrich Wilhelms IV. darstellt, nach einem Ölgemälde des Professor Krüger. Dreiundeinhalb Jahre beschäftigte Schwechten diese Arbeit; später arbeitete er meist architektonische Platten. Von dem Prachtwerke: Schloß Babelsberg, herausgegeben von Stark und Gottgetreu, hat er zwei Blätter der ersten Lieferung vorzüglich fein gestochen. Auch ist von ihm eine Amazonengruppe von Kiß nach einer Zeichnung von Otto (1842). Ihm mehrfach angebotene Stellungen schlug er aus, um auch bei bescheidenem Einkommen, doch ungebunden und frei seinen [84] Arbeiten leben zu können. Er widmete sich später auch der Glasmalerei, vermutlich angeregt durch seinen Freund Scheinert (s. w. o), und malte u. a. zwei Fenster nach Hübner für die Schloßkapelle zu Wolffsberg in Illyrien. Im Jahre 1864 siedelte er nach Meißen über, wo er nach einem stillen, zurückgezogenen Leben am 28. April 1879 seine Tage beschloß.


  1. Nach Mitteilungen seiner Pflegetochter Frau Dr. Wächtler in Dresden. Cottasches Kunstblatt 1842. S. 80. Eggers, deutsches Kunstblatt 1853. S. 458. Lützow, Zeitschrift 2, 282. Müller, die Künstler aller Zeiten und Völker 3, 505.