Meißner Künstler:Heinrich Gotthelf Schaufuss

Ernst Wilhelm Rösch (Resch) Lebensläufe Meißner Künstler (1888) von Wilhelm Loose
Heinrich Gotthelf Schaufuss
Karl Samuel Scheinert
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[80] Heinrich Gotthelf Schaufuss,[1] Sohn eines Gold- und Silberarbeiters in Chemnitz, wo er am 21. Oktober 1760 geboren war. Er besuchte die Dresdner Akademie, war Schüler von Schenau und kam 1781 an die hiesige Manufaktur als Figurenmaler. In Dresden stellte er vielfach aus, so 1781 eine Diana nach van Dyck, ein Ölbild nach Solimena und ein Porträt nach Mengs, 1784 ein Miniaturporträt (ob Angelica Kaufmann?), überaus glühend und kräftig, 1785 schöne Porzellanmalereien, 1798 „Romeo und Julie“, „Polyxena am Grabe des Achilles“, „Orest und Pylades“. Zu Horrers Kommunion- und Erbauungsbuch für evangelische Christen (Meißen 1800) hat Darnstedt einen leidenden Christus nach ihm gestochen. 1812 erschien er auf dem Dresdner Salon mit einem Eremiten nach Douw. Als Zeichenmeister an der Zeichenschule der Manufaktur wirkte er später [81] mit Ludwig Richter zusammen, der in seinen Lebenserinnerungen S. 303 Köstliches von ihm zu erzählen weiß. Er starb mit dem Titel eines Hofmalers am 19. Mai 1838.


  1. Trauregister der Stadtkirche 1786. Neue Bibliothek der schönen Wissenschaften 26, 36. Etat der Königl. Manufaktur 1812. Fol. 30. 33. Meusel, Miscellaneen artistischen Inhalts. 12. Heft 1782. S. 366. Hasche, Magazin 1784. 1, 218. 2, 233. Füßli, Künstlerlexikon 2, 1474 (nennt falsch als Geburtsort Dresden). Müller, die Künstler aller Zeiten und Völker 3, 435.