Meißner Künstler:Karl Samuel Scheinert
| ← Heinrich Gotthelf Schaufuss | Lebensläufe Meißner Künstler (1888) von Wilhelm Loose Karl Samuel Scheinert |
Johann Gottlieb Schiebel → |
| Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext. |
[81] Karl Samuel Scheinert,[1] geb. zu Dresden den 12. Januar 1791, besuchte nach der Schulzeit die Akademie daselbst. 1814 trat er in das sächsische Banner ein. Nach Dresden zurückgekehrt, malte er, da er sich in ärmlichen Verhältnissen befand, Pfeifenköpfe für dortige Drechsler. 1819 berief ihn die Meißner Manufaktur als Zeichenlehrer und Landschaftsmaler. In seinen Freistunden hatte er sich besonders mit Glasmalerei beschäftigt und auf diesem Gebiete wurde er einer der bedeutendsten Künstler Deutschlands. Besonders förderte sein Streben Professor Hübner in Dresden. Unter seinen Werken sind zu nennen: Kaiser Konstantin, das heilige Kreuz nach Jerusalem tragend, Glasgemälde, angekauft 1833 vom sächsischen Kunstverein; die Fenster der Königlichen Kapelle zu Wachwitz, der Kirche in Oschatz, der Kirche zu Rüdigsdorf bei Altenburg, sowie mehrere Fenster für Kirchen in England und Irland. Eine vorzügliche Arbeit war das Fenster für die Orlikische Kapelle der Dominikanerkirche in Krakau nach einem Entwurfe von Hübner. Es wird als eine der besten der neueren Schöpfungen der Glasmalerei bezeichnet. Eine ausführliche Beschreibung mit Abbildung findet sich in Eggers deutschem Kunstblatt 1855. S. 39 u. f. Nach dem Tode Kerstings wurde Scheinert 1848 Malervorsteher und als solcher 1860 pensioniert. Er starb am 20. Januar 1868. Seine noch lebende Gattin war ebenfalls geschickte Glasmalerin, die nach Boisserée’schen Bildern malte. Ihrer und ihres Gatten gedenkt Ludwig Richter in seinen Lebenserinnerungen mit vieler Teilnahme.
- ↑ Nach Mitteilungen seiner Gattin und Tochter. Vgl. auch Müller, die Künstler aller Zeiten und Völker. 3, 439. 4, 380 (einen Schüler Scheufler hat Scheinert nicht gehabt, wie es auch in Meißen keine Königl. Glasmaleranstalt gegeben hat). Lützow, Beiblatt 3 (1868). S. 197. Nagler, Künstlerlexikon 15, 171; er führt irrtümlich 16, 16 noch einen Karl Schreiner an. v. Biedermann, Goethe und Dresden. 1875. S. 139. Ludwig Richter, Lebenserinnerungen S. 302. 314.