Meißner Künstler:Johann Friedrich Starke

Johann Gottlieb Samuel Stamm Lebensläufe Meißner Künstler (1888) von Wilhelm Loose
Johann Friedrich Starke
Julius Steglich
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[85] Johann Friedrich Starke,[1] geb. zu Cölln bei Meißen den 5. Februar 1802, Sohn des Weinbergsbesitzers Starke auf der Gabel bei Cölln. Nach beendigter Schulzeit trat er auf Wunsch seines Vaters als Schreiber bei einem Advokaten in Dresden in Stellung, benützte aber jede freie Stunde, um seine Fertigkeit im Zeichnen zu vervollkommnen. Da er auch seinen Prinzipal zum Gegenstand seiner Anfangsstudien machte, entließ ihn dieser, und Starke ging nun, wenn auch unter anfänglichem [86] Widerstreben seines Vaters, auf die Akademie; durch Erteilung von Zeichenstunden verschaffte er sich zum größten Teil seinen Unterhalt selbst. Im Jahre 1824 reiste er nach Paris, damals das Rom der Blumenmaler. Mit wenig Geld und viel Vertrauen kam er an. Das Glück wollte ihm wohl; sein Talent verschaffte ihm Verdienst und Gönner, so daß er sogar zum Unterricht der Kinder des Königs Louis Philipp berufen wurde und den Professortitel erhielt. Nach der Vertreibung des Königs erhielt er die Stelle eines künstlerischen Direktors der berühmten Gobelinmanufaktur zu Beauvais; um 1851 kehrte er nach Paris zurück. Seine Gemälde, meist Blumen und Landschaften, wurden gern gekauft; zwei seiner Bilder fanden auch Aufnahme in der Gemäldesammlung des Louvre. Nach mehrfachen Reisen in Südfrankreich, das er besonders liebte, kam er 1858 nach Meißen zurück und siedelte 1861 nach Dresden über, wo er noch manches Gute auf dem Gebiete der Blumenmalerei schuf. Er starb, verehrt und geachtet von seinen Schülern und Fachgenossen, am 10. Januar 1872 in Dresden.


  1. Nach Mitteilungen seines Neffen, des Herrn Gestaltungsaufsehers A. Starke.