Meißner Künstler:Julius Steglich
| ← Johann Friedrich Starke | Lebensläufe Meißner Künstler (1888) von Wilhelm Loose Julius Steglich |
Karl Gotthelf Stiehler → |
| Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext. |
[86] Julius Steglich,[1] geb. den 6. Februar 1839 in Meißen. Sein Vater war Beamter und starb ihm zeitig, so daß es der Mutter oft sehr schwer wurde, mit noch sieben Kindern durchzukommen. Dadurch, daß seine älteren Geschwister dauernden Aufenthalt in Dresden nahmen, wurde es ihm möglich, seine Fähigkeiten im Zeichnen auf der Kunstakademie weiter zu bilden. Nach beendeten Studien auf derselben fand er Aufnahme im Atelier von Professor Bendemann und nach dessen Berufung nach Düsseldorf bei Schnorr von Carolsfeld. Hier entstand unter den noch frischen Eindrücken der Bendemannschen Schule sein erstes Bild „Die Aussetzung des Moses“, welches der Kunstverein in Dessau ankaufte; es befindet sich in der Gemäldegalerie der Herzogin von Bernburg. Sodann malte er als Schäferidylle das Liebespaar „Angelika und Medor“ aus Ariost’s Rasendem Roland (im Besitz des Herrn Rittmeister v. Ende in Borna). Auf dieses Bild folgten zwei Darstellungen aus der Odyssee: „Wie Odysseus schlafend nach Ithaka gebracht wird und wie ihn seine Amme beim Fußwaschen erkennt“. – Nach seiner Verheiratung in Dresden wendete er sich dem Holzschnitt zu und hat für denselben namentlich viel biblische Bilder gezeichnet. So erschien von ihm eine Bilderbibel für Kinder im Verlag von Justus Naumann. Nur infolge Auftrags hat er seitdem größere Ölbilder gemalt. So einen segnenden Christus auf Wolken für die Kirche in Hirschfelde bei Zittau und ein [87] Abendmahl für die Kirche in Gatzen bei Groitzsch. Auch ist die Technik der transparenten Ölmalerei durch ihn künstlerisch für biblische Bilder verwertet worden. Für die Kirche der Diakonissenanstalt in Dresden malte er für Weihnachten 1875 die Geburt Christi und im folgenden Jahre zwei Bilder „Die Anbetung der heiligen drei Könige“ und die „Darstellung im Tempel“. Dadurch war die Anregung gegeben für den Cyklus der großen Weihnachtsbilder, welcher außer in Dresden in verschiedenen Städten Sachsens, sowie im Auslande gezeigt worden ist. Für diesen malte er nach eigener Komposition eine „Erwartung Christi“ und die „Darstellung im Tempel“. Auch das Krankenhaus Bethesda in der Lößnitz, sowie noch einige andere Anstalten besitzen von ihm transparente Weihnachtsgemälde. – Durch Illustrationen veranlaßt, hat er sich auch dem genrebildlichen Gebiete zugewendet. Ein größeres Bild dieser Art ist ein Erntezug, das sich jetzt auf der akademischen Ausstellung befindet.
- ↑ Eigene Mitteilungen des Künstlers.