Meißner Künstler:Karl August Anton Müller

Friedrich August Müller Lebensläufe Meißner Künstler (1888) von Wilhelm Loose
Karl August Anton Müller
Johann Friedrich Nagel
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[69] Karl August Anton Müller,[1] geb. zu Meißen den 26. März 1813. Sein auch hier geborner Vater, Christian August Müller, war Baukondukteur zu Anhalt-Köthen, war aber in genanntem Jahre wegen körperlichen Leidens mit seiner Frau nach Meißen zu seiner Mutter gezogen und starb wenig Wochen nach der Geburt des Sohnes. Dieser fand nach beendigter Schulzeit Aufnahme in dem Atelier des Kupferstechers und Professors Richter, Vaters von Ludwig Richter. 1829 bezog er die Dresdner Akademie, war aber schließlich, da ihm die Mittel fehlten, selbständiger Künstler zu werden, genötigt, die Kupferstecherei bei seinem bisherigen Lehrer zu erlernen; aber auch diese mußte er nach zwei Jahren seiner Augen wegen wieder [70] aufgeben. Es war für ihn in der That Hilfe in der Not, als er 1834 in Freiberg eine Anstellung als Zeichenlehrer fand, und zwar unterrichtete er nach und nach sowohl an der Knabenbürgerschule, als auch am Gymnasium (1849–1874), am Seminar (1852–1856) und am Realgymnasium (1872–1879). Nach 1879 widmete er sich nur den städtischen Bürgerschulen. Außer seinen Unterrichtsstunden war er noch vielfach in seiner Kunst thätig. Eine große Zahl seiner Zeichnungen und Bilder sind in Freiberg teils in Privatbesitz, teils in den Sammlungen des Freiberger Altertumsvereins. 1884 feierte Müller unter großer Teilnahme seiner Schüler und Freunde sein goldenes Amtsjubiläum. Über diese Feier ist ein besonders gedruckter Bericht erschienen. Mit seinem Jubeltage trat er, ausgezeichnet durch die Verleihung des Albrechtskreuzes, in den Ruhestand. Schon das Jahr darnach am 30. December 1885 starb er.


  1. Vgl. Mitteilungen vom Freiberger Altertumsverein. 24. Heft. 8. 85 u. f.