Meißner Künstler:Karl Ludwig Matthäi

Johann Friedrich Matthäi Lebensläufe Meißner Künstler (1888) von Wilhelm Loose
Karl Ludwig Matthäi
Gottlob Ernst Matthäi
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[64] Der zweite Sohn Johann Gottlob Matthäis, Karl Ludwig [65] Matthäi,[1] geb. zu Meißen den 21. März 1778, studierte die Baukunst, deren Anfangsgründe er bei Hölzer in Dresden erlernte, wo er auch die Bauschule der Akademie besuchte. Nach 1797 begab er sich nach Bremen und Kopenhagen, war 1800–1805 in Wien thätig und kehrte in letzterem Jahre nach Bremen zurück. Daselbst suchte er einem der Antike entnommenen Baustile Verbreitung zu verschaffen; besonders aber machte er die Stuccaturarbeit als Häuserverzierung bekannt. Seit 1814 lebte er in Dresden und 1817–1821 zu Wernigerode als gräflich stolbergischer Baumeister; die Restauration der Schloßkirche daselbst war sein Werk. Dann nahm er seinen Wohnsitz wieder in Dresden; 1830–1833 wirkte er in der Nähe von Kalisch und 1842–1847 in Teplitz. Er starb in Dresden am 9. August 1848. Zwei seiner in Bremen geborenen Söhne wurden gleichfalls geachtete Künstler, der eine als Architekt und Bildhauer, der andere als Maler. Als Architekt vereinigte Matthäi künstlerische Bildung mit großer praktischer Kenntnis; daneben war er auch ein geschickter Maler. In seinem Fache war er zugleich schriftstellerisch thätig und hat zahlreiche Handbücher über Baugewerbe, sowie Werke, welche der Kunsttechnik dienen sollten, verfaßt. Durch dieselben hat er einen nicht geringen Einfluß auf die Verbreitung des Sinnes für geschmackvolle und künstlerische Form bei Gegenständen des täglichen Lebens geübt.


  1. Taufbuch der Stadtkirche z. g. J. Nagler, Künstlerlexikon 8, 451 (falsch Dresden als Geburtsort). Müller, die Künstler aller Zeiten und Völker 3, 46. Allgemeine deutsche Biographie 20, 609. In Brockhaus’ Konversationslexikon 10, 211 sind seine Schriften verzeichnet.