RE:Κάραι

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
unvollständig  
Dieser Text ist noch nicht vollständig. Hilf mit, ihn aus der angegebenen Quelle zu vervollständigen! Allgemeine Hinweise dazu findest du in der Einführung.
Karai, Ortschaften in Babylonien
Band X,2 (1919) S. 19241926
Bildergalerie
Register X,2 Register k
Link für WP   
* {{RE|X,2|1924|1926|Κάραι|[[REAutor]]|RE:Κάραι}}        

Κάραι [...] [1925] [1926] Gründer Capuas. Serv. Aen. X 145. Nach Mommsen Röm. Chron. 156 ist der Name des K. durch den Chronographen Kastor in die albanische Königsliste hineingekommen; vgl. hierzu außerdem Schwegler Röm. Gesch. I 342L, 1 und 2. Rosenberg Art. Rex BÖ. IA S. 718f.

RE:Kapytion

Kapytion s. Capitium (o. Bd. HZ S. 1526 Nr. 1).Kar (Κάρ). 1) Eponym der kleinasiatischen Karer, Bruder des Lydos und Mysos (alle drei Stämme verehrten ja auch den Zeus Kariös zu Mylasa), Herod. I 171. Strab. XIV 659; Sohn des Zeus und der Krete, Aelian. nat. an. XII 30. Gründete die Stadt Alabanda, Steph. Byz. s. v. (vgl. den Art Euromos), liegt begraben in Suangela, Steph. Byz. s. v. K. hat nach Plin. n. h. VII 203 das Wahrsagen aus der Vogelflucht erfunden.

  • 20 2) Eponym der Burg von Megara, die ur

sprünglich Karia hieß, Paus. I 39, 5. 40, 6. Steph. Byz. s. Καρία. Sein Grabmal, ursprünglich nur eine Erdaufschüttung, zeigte man am Wege nach Korinth, Paus. I 44, 9. K. sollte den Tempel der Demeter auf der Burg, das ,Me-garon*, erbaut und den Kult gegründet haben (über die Hauskulte der ehemaligen Burgherren, später Staatskulte der nachfolgenden Eroberer, vgl. Frickenhaus Tiryns I 114ff.). Dem ehemaligen 30 Vorherrschen der argivischen Macht in den Isth-mosstaaten verdankt K. seine Genealogie, er wird Sohn des »ersten Menschen* und Feuerbringers Phoroneus (vgl. die Beziehung des Prometheus zu Demeter) und erster König von Megara. Uber die Möglichkeit, daß im K. und dem megarischen Burgnamen Karia sich geschichtliche Erinnerungen an die ehemalige Verbreitung der kleinasiatischen Karer über das griechische Festland verbergen, vgl. Ed. Meyer Gesch. des Altert. II59f. (Karer in Epidauros und Hermione nach Strab. VIII 6, 15 [‌Aristot.]).

RE:Karada

Karada (Κάοαδα πόλις Ptolcm. VI 7, 15), Stadt an der Küste von Ostarabien im Gebiet der Ἀτταίων (arab. Chatt) unter 83° 20' (oder 40') und 23° 10' (oder 30'). dem Küstenstrich gegenüber der Gruppe der Bahrain-Inseln. Eine Stadt dieses Namens wird aber schon im Mittelalter nicht mehr genannt. Da die Lesung Κάλαρα vorkommt, identifiziert es Sprenger (Alte Geo-50 graphie Arabiens 260) mit al Qatar, der Bahrain gegenüberliegenden Halbinsel. Sprachlich aber wie auch der Lage nach entspricht dieses Katara s. d. Im frühen Mittelalter wurde Bahrain ,Stadt der (oder von) Chatt* genannt, Tabari Ann. I 820.

Κάραι. Der Weg, den Alexander d. Gr. 324 einschlug, um von Susa nach Ekbatana zu gelangen, wird von Diodor XVI HO, 35. so beschrieben: Nach dem Aufbruch von Susa Über-60 ng ‘über den Tigris und Aufenthalt ἐν ταῖς Κάραις καλονμέναις κώμαις, Dann in vier Tagen durch die Landschaft Sittakene εἰς τὰ καλούμενα Σάμβανα. Nach siebentägigem Aufenthalt am dritten Tag εἰς τοὺς Κέλωνας. Dann vom geraden Weg abbiegend nach Bagistana, von dort in ein Land, das eine hervorragende Rossezucht besaß, und wo Alexander 30 Tage verweilte, schließlich in sieben Tagen nach Ekbatana. [1925]

  • vav ἤαραι

Becht abweichend ist die Beschreibung Arrians (anab. VII 7ff.). Danach sandte Alexander den größten Teil des Fußvolkes unter Hephaistion nach dem Persischen Meere, während er selbst zu Schiffe den Eulaios hinabsegelte, von der Mündung dieses Stromes über das Meer nach der Mündung des Tigris und dann auf diesem bis zu Hephaistions Lagerplatz fuhr, der also nicht unmittelbar an der Küste gewesen sein kann. Von dort gelangte er stromaufwärts nachK Opis, wo er eine gefährliche Meuterei seiner Makedonen zu beschwichtigen hatte. Über den weiteren Weg nach Ekbatana erfahren wir nur, daß Alexander die nysaiische Ebene, in der die nysaiiechen Stuten gezüchtet wurden, durchzog.

Zur Ergänzung beider Berichte muß noch Diod. XIX 12, 1 herangezogen werden, wonach Eumenes den Winter 318/7 τῆς Βαβυλωνίας ἐν ταῖς ὄνομαζομεναις Κάρων κώμαις zubrachte. An der Identität der Κάραι κώμαι und der Καρῶν 2( κώμαι zweifeln zu wollen, scheint mir übertriebene Vorsicht zu sein. Dagegen ist mit ἐν Κάραις Diod. XIX 91, 1 nichts anderes als die wohlbekannte Stadt Karrai (s. d.) in Mesopotamien gemeint.

Die Κάραι- oder ΚαρώνDörfer lagen also in Babylonien, nach Diod. XVII 110 διαβάς τὸν Τίγριν sollte man erwarten: westlich vom Tigris. Indessen ist dieser Ausdruck, als letzter Rest eines Berichtes über eine große Fluß- und See- 30 fahrt, doch so nichtssagend, daß er für die Bestimmung der Lage jener Dörfer nichts entscheiden kann. In Wirklichkeit wird der König wiederholt über den Tigris gesetzt und bald am rechten, bald am linken Ufer gelandet sein. Es ist auch nicht nötig, die X.-Dörfer direkt am Tigris zu suchen; sie können im Osttigrislande, in einiger Entfernung vom Strome, gelegen haben. Die Lage von Bagistana (Bisutun) ist bekannt, die von Κέλωνες (s. d.) kann als sicher 40 angesehen werden: Holuän. Opis endlich ist am Tigris, in der Nähe des späteren Seleukeia, gegenüber von Ktesiphon, zu suchen. Mit Holuän wird aber seit K. Ritter auch das Albania der Tab. Peut. identifiziert (s. o. Bd. I S. 1304f.), zu dem eine Straße von Cesiphun führt. Die Stationen sind Cesiphun LXXI arte-mita ΧΧΙ1Π Charta XX Peloriarca XLVII Albania. Beim Geogr. Rav. 67 folgen einander Ctesiphontem Balictanor Artemida Charr« 50 Peloriarcha Oubrata Zelfir Rum Danas Thio-nas Albanis. CPibrata heißt auf der Tab. Peut. die erste Station an der Straße Peloriarca-Hatris-, mît Theiser (= Zelfir des Geogr. Rav.) ist sie nicht verbunden, wohl aber führt von diesem eine gestrichelte Straße mit den Stationen ft. rhamma, Nisistu, Danas und Titana ft. auf Albania zu, bricht jedoch kurz vorher ab. Es liegt nahe, Charra der Tab. Peut. und des Geogr. Rav. mit X. κώμαι zu identifizieren; doch bietet 60 diese Identifikation noch große Schwierigkeiten. Die beste Verbindung zwischen Babylonien und Medien folgt, wie im Altertum, im wesentlichen der Richtung des Dijäläflusses. Es ist sehr wahrscheinlich, daß auch Alexander diese Straße zog, auf der man von Bärdäd aus in vier Tagen über Bakuba (11 St.), Sahrabän (8 St.), Kizil Robät (6V2 St.) nach gänikin (7 St.), dann über [1926]

RE:Karaios

Aaraiy/is, oraueia ivzo-

die heutige persische Grenze in 6 Stunden nach Kasr-i Sinn und schließlich in 6 Stunden nach Särί Pül-i Zohäb gelangt, in dessen Nähe die Ruinen von Holnan liegen. Auch von Ktesiphon. in dessen Nachbarschaft ich mit Winckler (Altorient. Forschungen II 5153.) Opis suche, war der Weg nach Κώλωνες = Albania = Holuän nicht weiter als sieben kleine Tagereisen, soviel wie Diodor von K. κώμαι bis Κέλωνες) rechnet. Wären die K. κώμαι in der Gegend von Ktesiphon zu suchen, so müßte man Sam-bana etwa zwischen Kizil Robât und gänikin vermuten. An die Identität von K. κώμαι und Charra der Tab. Peut. und des Geogr. Rav. wäre dann natürlich nicht zu denken, am wenigsten, wenn die Tabula mit den oben wiedergegebenen Längenmaßen der Strecke Cesiphun-Albania im Rechte ist. Denn da die ganze Wegstrecke Cesiphun-Albania hier auf 162 Längen-> einheiten bemessen ist, davon aber 71 allein auf die Strecke CesiphunArtemita entfallen und dieser von dei Diïâlâ durchströmte Ort sicher an dem geraden Wege nach Holuän lag, so würde das 24 Längeneinheiten von Artemita entfernte Charra schon dort gelegen haben, wo wir Sambana suchen müssen. Die Angaben des Geogr. Rav. machen es indessen wahrscheinlich, daß die Stationen der Tab. Peut. zum Teil falsch verbunden sind. Die Straße, die der i Geogr. Rav. 67 und die nach ihm verbesserte Tab. Peut. meinen, würde von Artemita westlich nach dem Tigris abbiegen, in dessen Nähe Charra zu suchen wäre, dann vielleicht bis Gubrata = Gibrata am Strome aufwärts und schließlich in ungefähr östlicher Richtung nach Albania-Holuän führen. Einen derartigen Umweg kann Alexander natürlich nicht gewählt haben, wenn Diodors Entfernungsangaben richtig sind. Gibt man aber diese preis, so wäre es wohl möglich, an der Identität der K. κώμαι und der Station Charra festzuhalten und sie etwa an der Stelle zu suchen, wo sich der 'Adam in den Tigris ergießt. Denn auch von hier aus hätte Alexander bequem in sieben Tagen nach Holuän gelangen können. Eine sichere Entscheidung zwischen beiden Möglichkeiten kann gegenwärtig nicht gefällt werden.