RE:Κοπρίθεος κώμη
| Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft | |||
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| Ortschaft in d. Eparchie Aegyptus I nahe Alexandria | |||
| Band XI,2 (1922) S. 1364–1365 | |||
| Bildergalerie | |||
| Register XI,2 | Register kl | ||
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Κοπρίθεος κώμη [...] [1365] ) Kopria (Κοπριά), hieß nach Strab. VI 268 der Strand von Tauromenion, angeblich weil dort die Trümmer der von der Charybdis verschlungenen und wieder ausgespieenen Schiffe angespült würden. Nach der Wahrheit dieser Erzählung fragt Sen. ep. 79, 1.
Κοηρί·θεως κώμη, Ortschaft in der Eparchie Aegyptus I unweit von Alexandreia. Sie wird auf drei römischen Grabinschriften (CIG IV 9640: ἀπὸ κώμης Κοβρ[1]θεος. 9752: ἀπὸ Κό-) βρήθεω. de Rossi Inscr. christ. 1861: Κοπριά.), bei Georgios von Lapithos und häufig in Bischofssubskriptionen erwähnt (Belege bei Geizer zu Georg. Cypr. v. 715). Der Name ist als ,Dorf des Κοπρίθις* zu erklären. Nach Geizers Vermutung (ZDMG XLI 444f. u. a. O.) ist derselbe Ort in einem Bruchstück der alexandrinischen Stadtchronik bei Theophanes (115, 6 de Boor) gemeint: καὶ ὁ ποταμὸς ὠρύχθη ἐν Ἄλε~ ξανδρείρ ἀπὸ τῆς Χερσαίου (var. Χερσέου, Χέρσου) ἔως τοῦ Κοπρεώνος (var. Κόπρωνος)', vgl. Prokop, π. κτισμ. VI 1. Es handelt sich hier um den Kanal von Χαιρέου (o; Bd. III S. 2030, jetzt el-Keriün) nach Alexandreia. Wenn K. mit diesem Orte Κοπρεῶν identisch ist, muß es nahe bei Alexandreia gesucht werden. Dies ist freilich fraglich, denn Κοπρεῶν entspricht gewiß dem ὄρος Κοπρία (Ps. Kallifith. I 32 cod. A; vgl. κοπρίαι bei Philo in Flacc. 8 § 56; o. [1365]
RE:Kopros 1
Kopros (Κόπρος. Demo t. Κόπρθίος). 1) Kleinerer attischer Demos der Phyle Hippothontis in der paralischen Trittys (Kirchner. Prosop. Att. II 562). Der ganze Gau scheint auf einer Insel gelegen zu haben, denn K. wird als νῆσος τῆς Ἀττικῆς bezeichnet (Schol. Aristoph. equ. 899; daher ἡ K. bei Hesych.). Da es sich um eine 1 bedeutendere Insel handeln muß und die größte, Helene (s. d. Nr. 1 o. Bd. VII S. 2823) nicht gemeint sein kann, dachte Milchhöfer (Abh. Akad. Berl. 1892, 33) an die im Süden Attikas gelegene jetzt Gaïdaro-nisi (,Eselsinsel‘), die noch antike Spuren aufweist. Im sog. Chremonideischen Kriege benutzte der ägyptische Nauarch Patroklos, der Sohn des Patron, diese Insel als Flottenstation gegen Antigonos Gonatas, der Attika besetzt hatte; seitdem hieß sie Πατρόκλου νῆσος oder2 χάραξ (Strab. IX 398. Paus. 11, 1. 35, 1. Steph. Byz.). Aber die Gleichsetzung von K. mit ihr ist kaum haltbar. Daß Kopreier auch später noch erwähnt werden (CIA 11465, 112. 859, 41). ist dabei natürlich ohne Bedeutung. Bemerkenswert ist aber, daß Strabon die meisten dieser Inseln und Pausanias insbesondere die Patroklosinsel als ἔρημος bezeichnet. Die antiken Spuren auf ihr scheinen sich auch auf einen rohen Steinwall an ihrem Nordrande, d. i. eben jene3( Verschanzung, zu beschränken (Milchhöfer Karten v. Att. III 31. Hitzig-Blümner Paus.-Ausg. I 116f.). Die Form Πατροκλονήσιος ist wohl nur als Analogiebildung zu Προκοννήσιος (Steph. Byz.) anzusehen und daher ohne Beweiskraft. Die Insel Lero, mit der Loeper (Athen. Mitt. XVII 417) K. gleichsetzt, ist für einen Demos viel zu klein. Milchhöfer hat später (a. O. IX 41), ohne seine frühere Vermutung zu wiederholen, darauf hingewiesen, daß inschrift- 4( liehe Zeugnisse für eine engere Gemeinschaft von K. mit den ebenfalls zur Hippothontis gehörigen Demen Eleusis und Oinoe sprechen, wobei freilich die Bezeichnung νῆσος Schwierigkeiten mache. Vielleicht darf man annehmen, daß es sich um eine z. T. durch Flußarme gebildete Küsteninsel der thriasischen Alluvialebene handelte, deren hydrographische Verhältnisse sich seit dem Altertum vielfach geändert haben; eine solche würde zu dem Namen K. besser passen, als ein Felsen- 50 eiland. War doch auch Eleusis vor Hadrians Zeit κατακλυσθεῖσα ὑπὸ Κηφισὸν ποταμου (Euseb. chron. II 285) und die ΤειτοΙ führten nach Pausanias (I 38, 1) Meerwasser. Diese Annahme würde natürlich nicht ausschließen, daß die Heilige Straße die Wasserläufe, die diese Insel abtrennten, überschritten haben könnte. Nach Milchhöfer (a. O. VII 24) ,dürfte in früheren Jahrhunderten und namentlich während der nassen Jahreszeit der Verkehr zwischen Megara und Athen einen 60 etwas höheren Weg durch die Ebene eingeschlagen haben*. Die ältere Meinung, nach der Skambonidai bei den Bheitoi lag (Hitzig-Blümner a. O. I 355), hat man jetzt allgemein aufgegeben. Der Name Kopreioi war für Aristophanes ein willkommener Gegenstand des Spottes (equ. 899; vgl. eccl. 317).