RE:Kopros 1

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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attischer Demos der Phyle Hippothontis in der paralischen Trittys
Band XI,2 (1922) S. 1365
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Kopros (Κόπρος. Demot. Κόπρειος). 1) Kleinerer attischer Demos der Phyle Hippothontis in der paralischen Trittys (Kirchner Prosop. Att. II 562). Der ganze Gau scheint auf einer Insel gelegen zu haben, denn K. wird als νῆσος τῆς Ἀττικῆς bezeichnet (Schol. Aristoph. equ. 899; daher ἡ Κ. bei Hesych.). Da es sich um eine bedeutendere Insel handeln muß und die größte, Helene (s. d. Nr. 1 o. Bd. VII S. 2823) nicht gemeint sein kann, dachte Milchhöfer (Abh. Akad. Berl. 1892, 33) an die im Süden Attikas gelegene jetzt Gaïdaro-nisi (,Eselsinsel‘), die noch antike Spuren aufweist. Im sog. Chremonideischen Kriege benutzte der ägyptische Nauarch Patroklos, der Sohn des Patron, diese Insel als Flottenstation gegen Antigonos Gonatas, der Attika besetzt hatte; seitdem hieß sie Πατρόκλου νῆσος oder χάραξ (Strab. IX 398. Paus. I 1, 1. 35, 1. Steph. Byz.). Aber die Gleichsetzung von K. mit ihr ist kaum haltbar. Daß Kopreier auch später noch erwähnt werden (CIA II 465, 112. 859, 41), ist dabei natürlich ohne Bedeutung. Bemerkenswert ist aber, daß Strabon die meisten dieser Inseln und Pausanias insbesondere die Patroklosinsel als ἔρημος bezeichnet. Die antiken Spuren auf ihr scheinen sich auch auf einen rohen Steinwall an ihrem Nordrande, d. i. eben jene Verschanzung, zu beschränken (Milchhöfer Karten v. Att. III 31. Hitzig-Blümner Paus.-Ausg. I 116f.). Die Form Πατροκλονήσιος ist wohl nur als Analogiebildung zu Προκοννήσιος (Steph. Byz.) anzusehen und daher ohne Beweiskraft. Die Insel Leró, mit der Loeper (Athen. Mitt. XVII 417) K. gleichsetzt, ist für einen Demos viel zu klein. Milchhöfer hat später (a. O. IX 41), ohne seine frühere Vermutung zu wiederholen, darauf hingewiesen, daß inschriftliche Zeugnisse für eine engere Gemeinschaft von K. mit den ebenfalls zur Hippothontis gehörigen Demen Eleusis und Oinoe sprechen, wobei freilich die Bezeichnung νῆσος Schwierigkeiten mache. Vielleicht darf man annehmen, daß es sich um eine z. T. durch Flußarme gebildete Küsteninsel der thriasischen Alluvialebene handelte, deren hydrographische Verhältnisse sich seit dem Altertum vielfach geändert haben; eine solche würde zu dem Namen K. besser passen, als ein Felseneiland. War doch auch Eleusis vor Hadrians Zeit κατακλυσθεῖσα ὑπὸ Κηφισοῦ ποταμοῦ (Euseb. chron. II 285) und die Ῥειτοί führten nach Pausanias (I 38, 1) Meerwasser. Diese Annahme würde natürlich nicht ausschließen, daß die Heilige Straße die Wasserläufe, die diese Insel abtrennten, überschritten haben könnte. Nach Milchhöfer (a. O. VII 24) ‚dürfte in früheren Jahrhunderten und namentlich während der nassen Jahreszeit der Verkehr zwischen Megara und Athen einen etwas höheren Weg durch die Ebene eingeschlagen haben‘. Die ältere Meinung, nach der Skambonidai bei den Rheitoi lag (Hitzig-Blümner a. O. I 355), hat man jetzt allgemein aufgegeben. Der Name Kopreioi war für Aristophanes ein willkommener Gegenstand des Spottes (equ. 899; vgl. eccl. 317).