RE:Λιμναῖον

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Limnaia 4, Stadt in Thessalia Hestiaiotis
Band XIII,1 (1926) S. 707708
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Limnaion [...]

RE:Limnaia 3

3) Λιμναία, eine ζ. Τ. von See und Sumpf erfüllte Talsenke, welche von der Südostbucht des ambrakischen Golfes bei Karvassara südlich zur akarnanisch·aitolischen Binnenebene zieht, Neumann - Par ts c h Phys. Geog. v. Griech. 159. Die auf der alten französischen Aufnahme beruhende Zeichnung eines 10 Kilometer langen Sees auf den meisten Karten stimmt nicht mehr, da nur der südliche Teil des Seebeckens ständig gefüllt und jetzt überdies durch einen Straßendamm abgeschnürt ist, s. Oberhummer Die L., Jahresber. Geogr. Ges. München 1885 (Heft 10) S. 118f. und die (nach Augenschein 1885 berichtigte) Karte zu dessen ,Akarnanien*. Den See meint Xen. hell. IV 6, 6 mit τὴν λίμνην, περὶ ἤν τὰ βοσκήματα τῶν Λκαρνάνων σχεδὸν πάντα ἤν, das Tal hat Philipp V. im J. 219 v. Chr. καθορμισῦεις - πρὸς τῆ καλούμενη Λιμναία auf dem Marsch nach Thermon und zurück durchzogen, Pol. V 5, 14. 6, 5. 14, 2. Im Peloponnesischen Krieg befand sich dort ein offener Flecken, κώμη ἀτείχιστος, Thuk. II 80, 8. III 106, 2, wahrscheinlich der Vorort des gleichnamigen Gaues, dessen Ethnikon Λιμναίος CIG 1689. SGDJ 1379 überliefert ist. Die wohlerhaltenen Stadtmauern bei Karvassara gehören wahrscheinlich zu Herakleia 2, s. Bd. VIII S. 423. He uze y Le Mont Olympe 319–28 Taf. Vf. Bursian Geogr. I HOf. Ober hum mer Akarnanien 37f. 120f., 164f., 212f. Eine alte Aufnahme dieser Ruinen von 1829, die man damals noch für Argos Amphilochikon hielt, nach General Church hat neuerdings Myres Geog. Journ. 32 (1908) S. 53 herausgegeben.

RE:Limnaia 4

4) Limnaia oder Limnaion, nur aus Liv. XXXVI 13, 9–14, 3 bekannte Stadt der thessalischen Landschaft Hestiaiotis, in dem Sumpfgebiet am mittleren Peneios östlich von Trikka, Bursian Geogr. 174. Kiepert FOA. XV. Nach der Generalkarte von Mitteleuropa Bl. 40/40 Larisa Ruine Palaeo Gardiki. [‌Oberhummer].

Λιμναῖον, Stadt in Thessalia Hestiaiotis oder Thessaliotis? bei Kortiki. Nach Liv. XXXVI10,4 wurde Pelinnaion im Winter 192/1 von den mit Antiochos verbündeten* Athamanen besetzt. Da sich aber im Frühjahr 191 neben Pelinnaion auch L. in ihrem Besitz findet, so ist zu schließen, daß es schon 192 mitbesetzt worden ist. Es ist kein Grund zu bezweifeln, daß es vor 192 zum thessalischen Bund gehört hat, anders Beloch Griech. Gesch. III 2, 345. Klio II 215. 220. Etwa im März 191 belagerte Bäbius Pelinnaion, Philipp V. L. Als auch der Consul Acilius vor L. eintraf, ergab sich die Stadt, Liv. XXXVI13,9. 14, 1f. Niese Gesch. d. mak. Staat. II 702. Kromayer Ant. Schlachtf. II 135f. Sie muß demnach nicht allzuweit von Pelinnaion in der westlichen Ebene Thessaliens gesucht werden. Einen weiteren Anhaltspunkt gibt der Name: λίμνη, bezeichnet einen tief gelegenen Ort, an dem das Wasser zusammenfließt zu Sumpf und See, Prellwitz De dial. Thess., Diss. Göttingen 1885, 51. Das paßt am besten auf die Ruine, die auf dem 250 m hohen, inselartig aus der Ebene aufragenden Felsberg Petromagulon liegt, 2 km nordwestlich vom Dorf Kortiki und von ihm durch den Fluß Karditsis getrennt, Leake North. Greece IV 512. Heuzey-Daumet [708] Miss. arch. de Macéd., Paris, 1876, 413. Bursian Geogr. V, Griech. 173f. L o 11 i n g Hellen. Landesk. 152. Edmonds Ann. Brit. Sch. Athens V 1898/99, 22. Dagegen Kiepert FO XV und Philippson Thess. u. Epir,, Berlin 1897, 132 und Karte 4 setzen nach Kortiki Pe-linnaion und nach Paläogardiki L., was sicher falsch ist.

Beschreibungen der Ruinen verdanken wir 10 Ussing Gr. Reisen u. Stud. 1857, 81 und Edmonds 21. Im Winter ist das den Berg umgebende Flachland ein Wassersumpf, im Sommer ein Distelfeld. Denn hier am tiefsten Punkt der oberen thessalischen Ebene vereinigen sich alle ihre Wasseradern, Chalikiopulos Geogr. Ztschr. XI 1905, 451. Der Berg fäüt im Süden und Westen steil ab, nach Norden und Osten senkt er sich allmählich zur Ebene. Auf dem höchsten Gipfel liegt die Burg, umgeben von 20 rohen Polygonalmauern von 2 m Dicke; sie bestehen aus einer äußeren und inneren Fassade mit Zwischenfüllung von kleinen Steinen. Gegen Norden springt ein starker Turm vor. Über den hellenischen Mauern liegt mittelalterlicher Mörtelbau. Die Mauer der Unterstadt ist im Norden regelmäßiger gebaut aus Quadern von ungleicher Größe. Die Stadt war klein, eine Art Schutzburg für die Bewohner der Ebene bei Überschwemmung und Krieg. Es sind keine Münzen und Inschriften 30 von L. bekannt. Der Hieromnemon vom J. 208 (Syll.³ 553, 4) ist mit Unrecht von Beloch a. O. W a 1 e k Delph. Amphiktionie, Dies. Berlin 1912, 155 auf das thessalische L. bezogen worden. Rüsch Gott. Gel. Anz. 1913, 137. Staehlin Philol. LXXVII 1921, 24. In der betreffenden Amphiktionenliste stehen schon zwei unzweifelhafte Thessaler, also kann der Λιμναίος nicht thessalisch sein.

Limnaios (Λιμναίος). 1) Epiklesis des Diony-sos, auch ἐν λίμναις oder λιμναγενῆς genannt. Ér steht gerne mit Artemis λιμναία oder λιμνάτις in Kultgemeinschaft, so in Athen (Hesych. s. Λίμναι und αἰγείοου θέα. Thuk. II 15. Isaios VIII 35. Demosth. LIX 76. Aristoph. ran. 216 und Schol. Kallim. frg. 280. Athen. X437D. XI465A. Eustath. 871, 42. Nonn. Dionys. XXVII 307). [8. - auch über die Lage dieses Limnai - s. o. Bd. I S. 2374. P r e 11 er-R o b er t I 670f. Gruppe 33. 1421, 6; über Dionysos an der 501/ju von Astakos vgl. Gruppe S. 319f.].

[gr. Kruse.]