RE:Ῥίνθων
| Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft | |||
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| Rhinton, Literar. Hauptvertreter d. unterital. Phlyakographie o. Hilarotragödie, der | |||
| Band I A,1 (1914) S. 843–844 | |||
| GND: 102405042 | |||
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| Rhinthon bei Trismegistos | |||
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| Register I A,1 | Register r | ||
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Ῥίνθων literarischer Hauptvertreter der unteritalischen Phlyakographie oder Hilarotragödie, die öfter nach ihm fabula Rhintonica genannt wird (Donat. de com. 6, 1 [p. 68 bei Kaibel CGF I, 1]. Euanth. de com. 4, 1 [p. 66 Kaibel]. Lyd. de magistr. 1, 40). Seine Blüte wird von Suid. s. v. unter Ptolemaios I. (304–285) gesetzt, und dazu stimmt, daß ihn die Dichterin Nossis aus dem italischen Lokroi, die jedenfalls der frühhellenistischen Zeit angehört (vgl. Reitzenstein Epigramm und Skolion 1370.), durch ein Grabepigramm Anth. Pal, VII 414 ehrt. Nossis nennt ihn Syrakusier a. a. O. 2, und man wird der Zeitgenossin den Glauben nicht versagen dürfen (vgl. Völker Rhintonis fragmenta, Halle 1887, 2. Kaibel CGF I 1, 183), zumal da auch Phot. Berol. und Suid. s. v. ἀγλενκές · τὸ ἀηδές sagen δοκεὶ δὲ ξενικὸν εἶναι τὸ ἄνομα, Σικελικὸν · πολυ γοὺν ἐστιν πάλιν παρὰ Ρινθωνί (frg. 23 Kaib.). Meist, auch bei Suid. s. v. und Steph. Byz. s. Τάρας, heißt er Tarentiner nach der Stätte seiner Wirksamkeit. Der Name φλνακες für die alten dorischen Possenreißer war speziell in Unteritalien üblich (Sosi-bios bei Athen. XIV 621 f.). Sein Vater war nach Suidas ein Töpfer, der Name ist ausgefallen, falls er nicht zu κεραμέως verderbt ist. Das Wesen seiner Kunst kennzeichnet Nossis mit den Worten Μονσάων ὀλίγη τις ἀηδονίς · ἄλλα φλυάκων ἐκ τραγικῶν ἴδιον κισσὸν ἐδρεφάμεθα, schärfer noch Steph. Byz. τὰ τραγικὰ μεταρρυθμίζων ἐς τὸ γελοῖον. Die Mythentravestie gehörte zum uralten Besitz der dorischen Volksposse, literarisch war sie schon durch Epicharm geworden. P. unterscheidet sich von diesem hauptsächlich dadurch, daß er den Mythos nicht als solchen travestiert, sondern die Form, die er in der attischen Tragödie erhalten hatte, zugrunde legt, also wie die mittlere attische Komödie bestimmte Tragödien persifliert. Von den 38 Stücken, die es nach Suidas und Steph. Byz. von ihm gab, kennen wir neun Titel: Ἄμφιτρνων, Εὐνοβάται, Ἠρακλῆς, Ἰφιγένεια ὰ ἐν Ἀνλίδι, Ἰφιγένεια ὰ ἐν Ταύροις, Δούλος Μελέαγρος, Μήδεια, Ὄρεστας, Τήλεφος. Von diesen stammen die beiden Iphigenien, Medea, Orestes, Telepho« sicher, Herakles und Meleager vielleicht aus Euripides, Amphitryon könnte von Sophokles abhängen, den dunkeln Namen Εὐνοβάται wollte G. Hermann in Ἰοβάτας ändern und an Sophokles anknüpfen, was Kaibel mit Recht ablehnt. Die spärlichen Fragmente, die fast ausnahmslos bei den Lexikographen und Grammatikern erhalten sind, geben von dem Wesen der Rhintonischen Mythen-tiavestie keine Vorstellung. Am meisten persönliche Färbung hat noch das von Hephaistion ench. I 5 (p. 4 Consbruch) mitgeteilte Fragment des Orestes (10 Kaib.); δ σὲ Διόνυσος αὐτὸς ἐξώλη ὕειη.
- Ἰππώνακτος τὸ μέτρον. - οὐδέν μοὶ μέλει, das zugleich eine kecke Durchbrechung der Illusion und gewisse literarische Ansprüche zeigt. Das einzige kenntliche Metrum ist der iambische Trimeter und die Angabe des Lydus (de magistr. I 41), P, habe zuerst in Hexametern Komödien geschrieben und dadurch Lucilius zu den hexametrischen Satiren angeregt, ist ebenso unsinnig wie die Behauptung desselben. Gewährsmannes, [844] R. sei Pythagoreer gewesen. Der Dialekt ist dorisch, im wesentlichen wohl tarentinischeVolks-sprache. Fast nur der Dialektformen wegen hat man sich später noch mit P. beschäftigt, die noch von Völker (35) geteilte Ansicht, Cicero zitiere ep. ad Att. 1 20, 3 einen Vers des P-, weist Kaibel (189) wohl mit Recht zurück, überliefert ist Phinton.
Mehr als aus den Fragmenten erfahren wir über die Art der Rhintonischen Mythentravestie aus den unteritalischen Phlyakenvasen (vgl. Heydemann Arch. Jahrb. I 2bOS. A. Körte ebd. VIII 861), vor allem, daß die Phlyaken auch in P.s Zeit noch das alte burleske Kostüm mit Phallos, ausgestopftem Bauch und Gesäß trugen. Mit größter Wahrscheinlichkeit läßt sich auf ?.s Amphitryon die Vase I bei Hey d e-mann, Zeus und Hermes vor dem Fenster der Alkmene, beziehen. Sonst sind unmittelbare Be-20 Ziehungen von Vasenbildern auf bestimmte Rhin-tonische Stücke nicht nachweisbar, und es ist falsch, wenn Völker 41 auf Grund der von Panofka Ann. d. Inst. 1847 tav. K (f bei Heydemann) veröffentlichten Vase mit einer Antigoneparodie eP. ein Stück Antigone beilegt. Neben P. kommen uns unbekannte Phlyako-graphen als Vorlagen für die Vasen in Betracht. Genaueres über die Vasen s. unter Phlyakes. Erich Völker Rhintonis fragmenta, Halle 1887. 30 Georg Kaibel Comicorum Graecorum fragmenta I 1, 183ff.