RE:Harmozeia
| Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft | |||
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| flache Küstenlandschaft Karmaniens an der Straße von Hormuz | |||
| Band VII,2 (1912) S. 2390–2395 | |||
| Bildergalerie | |||
| Register VII,2 | Register h | ||
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Harmozeia (χώρος bei Arrian; in den Plinius-hss. Arwysia regier verschrieben aus Armuia] hieß die Hache Küstenlandschaft Karmanicns auf der Osi seite der Straße von Hormūz, die noch heute ihren Namen trägt, zwischen dem Eingang des Persischen Golfes und dem steilen Außenrand des wilden, unzugänglichen Berglandes Baskird (Besah ird, bei Ptolem. Kanthonike). Der Gau Biyä-bän, den wir heute hier finden. entspräche H. völlig, wenn er nordwärts den inneren Winkel der Meerenge und die Mündung des Ananis (Fluß von Minäb) erreichen würde. Aber gerade die fruchtbare Alluvialebene dieses bedeutendsten karmanischen Wasserlaufs war der Hauptteil des Antiken Gaues, wie Nearch uns lehrt, der ihn zuerst uns nennt (bei Arrian. Ind. 33, 2 und Iuba-Plin. n. h. VI 107). Es ist auch nicht ausgeschlossen, ja wahrscheinlich, daß sich H. noch weiter nach Westen erstreckte, dem großen Bogen der Straße von Hormūz bis zur Clarenceenge folgend und damit die gesamte, bis 40 km breite karmanische Flachküste unter den steilen Randgebirgen umfassend – in dieser Ausdehnung eine geschlossene geographische Einheit. Denn dadurch, daß Nearch von der Ananismündung nicht durch die Clarencestraße, sondern an der Außenseite des karmanischen Inselgürtels entlang gefahren ist, blieb die Westgrenze H.s ungenannt und unbekannt. Dagegen fiel sicher die Grenze im Südosten annähernd mit der Südgrenze von Biyābān zusammen; sie lag am Sabis Creek, dem Rōdi-Gez (Tamariskenfiuß). und bei der persischen Festung Kunäri, die der Stadt Sabis entsprechen mag, 800 Stadien nördlich von der kannanisch-gadrosischen Grenze (am Rāß al Kūh, Vorgebirge [2391] Karpella der Ptolemaioskarte). Iuba bei Plin. n. h. VI 107: ab initia eius (Carmaniae) ad flumn Sabim C p., inde vineas coli et arva ad flumen Ananim XXV milium spatio; regio vocatur Armuxia. Dieser Beschreibung liegt Nearchs Küstenaufnahme zu Grunde und zwar in der ausführlicheren Fassung, die uns verloren ist. Denn nur so erklärt sich, daß Plinius oder bereits König Iuba versehentlich die für ein kleineres Küstenstück unmittelbar südöstlich von der Ananismündung geltende Zahlenangabe von 200 Stadien auf die ganze Küste zwischen jener und dem Sabis übertragen hat. Nearch rechnete im ganzen dafür 800 Stadien, ebensoviel wie vom Sabis zur gadrosischen Grenze, da sein vorletzter Ankerplatz vor Erreichung des Ananis, von Arrian kurzweg πρὸς αἰγιαλω ἐρήμω bezeichnet, also ohne Ortschaft, offenbar in der sehr günstigen Mündung des schiffbaren Tamariskenflusses gesucht werden muß. Hier zuerst wurden von Nearch das arabische Gegengestade und das Kap Musandan gesichtet, die Natur der Meerenge und der Aufschluß eines ungeheuren, dem Mittelmeer vergleichbaren Golfes erkannt.
Darum setzt fortan die von Eratosthenes abhängige griechische Erdkunde hier das Stoma des Persischen Meerbusens an (Eratosth. bei Strab. C. 765 Ende [vgl. C. 7261: an τὸ μὲν στόμα εἶναι στενὸν ὄντως ὡς τ' ἐξ Ἀρμόζων τὸν τῆς Καρμανίας ἀκρωτηρίου τῆς Ἀραβίας ἄφοραται τὸ ἐν Μάκαις und bei Ammian. Marc. XXIII 6, 23; ex Harmoxonte Car manias promontorio usw.), und bestimmt sich das karmanische Vorgebirge, das die Meerenge flankiert, mit völliger Sicherheit in dem allerdings nur flachen Küstenvorsprung Käs Kunäri, etwas im Süden von der Mündung des Tamariskenflusses. Die Überlicfe-rung ἐξ Ἀρμόζων τοῦ τ. κ. â, hat Anstoß erregt und die von Casaubonus vorgeschlagene Verbesserung in ἐξ Ἀρμόζοντας τοῦ usw. fast allgemeine Billigung gefunden; aber Marcianos (pe-riplus maris ext. I 27) schreibt wie Strabon; ἐπὶ Ἀρμόζων ἀκρωτήριου und ἀπὸ τὸν Ἀρμόζων Ἄκρ.. wonach auch bei Ptolem. VI 8 ausTçi/MJ' ἄκρον Ἀρμόζων ἄκρον herzustellen ist. Also hatte es Eratosthenes Vorgebirge der Harmozoi genannt, aus geographischen Rücksichten, um ihm einen leicht verwendbaren Namen zu geben; ein Kap ,Harmozon‘ hat es an Ort und Stelle natürlich nicht gegeben. Die Harmozoi sind die Anwohner der Landschaft H., die wohl Nearch und Eratosthenes richtiger Harmozia geschrieben hatten. Harmoxaei heißen sie bei Plin. n. h. VI 110, wahrscheinlich nach dem Bericht des One-sikritos a promunturio (sic!) Carmanis iun-guntur IIC Das Kap der H. ist hier kurzweg das Vorgebirge; ebenso VI 109 « ßumine Arabi promunturium ipsum inhabitant usw.,nämlich die Carmani, wie Mela III 75, aus derselben lateinischen Vorlage schöpfend, uns belehrt. Nach Blin. VI 98 folgt auf den Hyctanis (= Ananis) promunturium Carmaniae, ex quo in adversam oram ad gentem Arabiae Mac as traiectus distat L. p., d. h. das Kap der H. galt manchen Geographen als das ,karmanische Vorgebirge‘}} κατ ἐξοχήν, unzweideutig bestimmt durch seine Lage am Stoma des Persischen Meerbusens. Eratosthenes und seine Schule (Strab. C. 726) dagegen [2392] unterschied es durch jenen Zusatz von dem ‚ersten‘ Kap Karmaniens, das nach Süden in den Ozean hineinspringt, die Karpella ἄκρα der Ptolemaioskarte.
Die auf das Vorgebirge bezüglichen Angaben des Plinius (VI 98. 109. 110) finden sich freilich in geographisch auf das ärgste verwirrtem Zusammenhänge und scheinen auf den ersten Blick kaum verwertbar. Sie gehen aber alle drei im letzten Grunde auf Onesikritos zurück und sind Plinius durch mehrere Zwischenquellen vermittelt worden, deren erste (Alexander Polyhistor) den Periplus der iranischen Küsten in Nearchs Fahrt entgegengesetzter Richtung, von West nach Ost beschrieben hat; die jüngere, lateinische hat versucht, ihn wieder in die Ostwestrichtung umzusetzen, mit dem zweifelhaften Erfolg, daß die ostwärts auf die Ichthyophagen folgenden Oreiten und Arbieis und Örtlichkeiten des Indusdeltas wie der Portus Macedonum (= Ἀλεξάνδρου λιμήν) in die Nachbarschaft Karmaniens übertragen worden sind. Derselben Ungeschicklichkeit ist Plinius zum Opfer gefallen, wenn er das Kap der H. an der Persischen Meerenge im Westen der Hyctanismündung ansetzt (VI 98). Die Sicherheit unserer Ansetzung am Rās Kunāri wird dadurch nicht erschüttert. Vielmehr ergibt sich als unanfechtbares Resultat, daß auch der Bericht des Onesikritos wie derjenige Nearchs selber die regio H. an dem Punkt der karmanischen Küste beginnen ließ, der das gegenüberliegende arabische Vorgebirge zuerst in Sicht bringt.
Hatte Eratosthenes irrig den Eingang des Persischen Golfes gleichsam auf eine Linie zwischen den beiden Vorgebirgen reduziert, so ist später den letzten wissenschaftlichen Vertretern der griechischen Erdkunde die lange, nord-südliche Erstrek-kung der Meerenge nicht mehr verborgen geblieben. Sie wird jetzt richtiger charakterisiert als Ein-40 schnitt zwischenz weiGebirgstöcken, den Bergender Asaboi auf der arabischen Seite, und dem ‚runden‘, mächtig aufsteigenden Pik der Semiramis auf der karmanischen, den man freilich auch am Kap der H. über die niedrigeren Verberge der Küstenlandschaft herüberragen sicht, dessen ganze majestätische Form aber nur dem auf dem arabischen Gegengestade Stehenden sich enthüllt, ein wenig vergleichbar dem Taphiassos, dem schönen Eckpfeiler der Meerenge von Rhion. So 50 hat ihn der ungenannte Kaufmann gesehen, dem wir den Periplus des Erythräischen Meeres verdanken (Geogr. gr. min. I § 35 p. 284). Auf ihm und anderen Zeitgenossen beruht die bessere Darstellung der Ptolemaioskarte und die Beschreibung Marcians (periplus m. ext. I 27). Als der eigentliche Eingang der Meerenge gilt ihnen richtiger nicht mehr das Kap der H., sondern Kap Karpella (so Marcian ausdrücklich!).
Ptolemaios und Marcian geben als Entfernung zwischen den beiden Vorgebirgen 750 Stadien, bis auf eine geringe Differenz mit Nearch übereinstimmend. Dagegen haben sie die an sich schon übergroße Zahl Nearchs von 800 Stadien zwischen, der Ananismündung und dem Kap der H. noch auffällig erhöht, stimmen aber auch untereinander nicht überein, da Marcian insgesamt 1400 Stadien rechnet, die Positionen der Ptolemaioskarte etwa 1200 ergeben. Von den [2393] Einzeldistanzen dieser Küstenstrecke bei Ptolemaios und Marcian interessieren uns hier die auf eine Stadt Hannula bezüglichen. Sie wird uns im Altertum nur von ihnen genannt; für die Auffindung ihrer Lage ist die Entscheidung zwischen beider Angaben grundlegend. Doch birgt sich, wie schon längst gesehen, die Stadt offenbar auch in Hermupolis bei Ammian. Marc. XXIII 6, dessen Geographie von Iran in ebenso nahen Beziehungen zu Ptolemaios steht wie der Periplus Marcians. Ptolemaios zeichnet die kar-manische Küste vom Ananis zum Kap der H. in südwestlicher Richtung; indem sie hier allmählich nach Norden zu einem kleinen Vorsprung, dem genannten Vorgebirge, umbicgt, entsteht im Osten des Kaps eine kleine Bucht. An dieser ist die Stadt Harmuza an gesetzt, kaum 200 Stadien vom Vorgebirge, über 1000 Stadien vom Ananis entfernt! So die Ptolemaioskarte, mit der Marcians Zahlen so völlig unvereinbar bleiben, daß über ihre selbständige, von Ptolemaios unabhängige Entlehnung aus einem topographischen Quellenwerk kein Zweifel obwalten kann. Dieser nicht näher bestimmbare Periplus maß 800 Stadien für die Küstenlänge zwischen Stadt und Vorgebirge H. Das ist aber genau die Entfernung, die Nearch zwischen dem Stoma (am Kap H.’) des Persischen Golfes und dem Ananis annahm. Die Übereinstimmung beruht schwerlich auf Zufall, vielmehr hat nach aller Wahrscheinlichkeit die topographische Quelle Marcians Nearchs Zahl zugrunde gelegt. Also stand die Stadt Harmuza am Ananis (Knäb), Marinos-Ptolemaios aber dürften durch die Übereinstimmung der Namen verleitet worden sein, entgegen den Angaben der Küstenbeschreibungen die Stadt in die unmittelbare Nachbarschaft des Vorgebirges zu rücken. Aber diese Lage wird allein schon durch die Betrachtung der topographischen Gestaltung der Küstenland schäft sehr unwahrscheinlich; man muß erwarten, den Vorort in den zentralen und zugleich von der Natur am besten ausgestatteten Strichen zu finden. Diese gruppieren sich um den Ananis. Hier residierte auch nach Nearchs Schilderung der ἴλαρχος des karmanischen Küstenlandes, der zuerst Alexander d. Gr. die Kunde der glücklichen Ankunft der Flotte überbrachte. Freilich läßt Nearchs Bericht klar erkennen, und was aus dem Werke des Onesikritos erhalten ist, bestätigt, daß damals im karmanischen Küstenlande noch kein städtisches Gemeinwesen sich entwickelt hatte, noch kein Hafenplatz, in dem Handel und Verkehr das iranische Binnenland mit den Gestadeländern des Indischen Ozeans verknüpften. Selbst mit dem nahen arabischen Kontinente scheint noch kaum ein lokaler Austausch stattgefunden zu haben. Hinter dem stark sumpfigen Strand- und Lagunengürtel üppig wuchernder Mangroven lag das karmanische Küstenland noch einsam mit seinen Dattelpalmen- und Orangenhainen, seinen Weingärten voller Riesentrauben, seinen Obstbäumen und Kornfeldern, deren künstliche Bewässerung die meisten Wasserläufe schon lange vor Erreichung des Meeres aufzehrt (Arrian. Ind. 32, 5. 33, 2. Strab. C. 726. Plin. n. h. VI 107). Nur den Ölbaum vermißte das griechische Auge, aber nach der Öde und Wüste der gadrosischen Küste dünkte es die [2394] Flußlandschaft am Ananis ein wahres Paradies: φιλία δὲ ἤδη καὶ πάμφορα ταντθ ἤν, wie auch der Perser selbst sie preist, der schönste Garten Irans zu sein. Im Ananis wurde Gold gewaschen; auf Gold, Silber Kupfer, Eisen, Zinnober, Rötel und Steinsalz (dessen Lager eine interessante geologische Formation der Küstenregion und Inseln, namentlich der Insel Hormüz bilden, darnach die Hormüz Salt Formation genannt) ließen die Achaemeniden in den Randgebirgen graben (Onesikritos bei Strab. C. 726 Ende und bei Plin. VI 98). Aber noch diente keines dieser Produkte zur Belebung des Handels. Wir haben gar kein Recht, wie gewöhnlich geschieht, schon für die Zeit Alexanders eine Stadt H. am Minäbflusse und an der Stelle der persischen Festung anzunehmen; auch nicht unter dem Namen Salmus, den Diodor. Sic. XVII 106, 4 der πόλις παραθαλάσσιος gibt, in der angeblich Nearch gelandet und mit Alexander zusammmengetroffen sei. Aber nach Nearchs eigenen Worten lagen der Ort des Zusammentreffens und das makedonische Standlager fünf Tagemärsche landeinwärts; mit Recht sucht darum Tomaschek Sahnus in Guläsgird, weit im Innern auf dem Hochplateau. Noch der griechische Kaufmann der zweiten Hälftedes 1. Jhdts. kennt und nennt nur zwei persische Emporia und Welthäfen, Charax Spasinu am Schatt el-Arab und Omana an der westgadrosischen Küste (peripl. mar. Erythr. 35. 36). Man sieht, das kannanische Küstenland hat auch jetzt noch nicht Teil an dem großen Durchganghandel des Persischen Meeres, wenn auch wahrscheinlich die Stadt Harmuza damals schon gegründet war, da sie Marinos in seinen topographischen Quellen vorfand. Sehr verkehrt ist die Harmon regia des Geogr. Rav. (p. 52) mit der karmanischen Küstenstadt gleichgesetzt worden. Das Itinerar enthält die Straße von Persepolis nach Ekbatana, die auch die Tab. Peut. verzeichnet, und die Königsburg liegt an dieser wenig nördlich von der persischen Hauptstadt, offenbar die Ruinenstätte Murghāb mit dem berühmten Cyrusgrab.
Die Blütezeit Harmuzas beginnt deutlich erst in der Sasanidischen Epoche, vielleicht geweckt und begünstigt durch die Großkönige selbst; wenigstens wird von der Tradition unter den Gründungen des Stifters der Dynastie, Artachslri Päpakan (gestorben 241) ausdrücklich auch Hormüz genannt. Da Kosmas Indikopleustes (Anfang des 6. Jhdts.) in seiner christlichen Topographie zwar die indischen Ausfuhrhäfen, leider aber nicht auch die persischen Eingangsemporien des östlichen Handels namhaft gemacht hat, fehlen noch direkte Zeugnisse, um den Anteil der letzteren und die Bedeutung des Sasanidischen Hormüz sicher bestimmen zu können. Nach der muslimischen Eroberung Irans unter den Abbasiden 60 unterrichten uns die arabischen Geographen vollauf; ihnen gilt H. als Haupthafen des Persischen Golfes, wetteifernd mit Siräf, dem halbwegs zwischen der Meerenge und der Euphratmünde gelegenen Emporion, und vorzüglich die Einfuhr nach dem Norden und Chorasän vermittelnd. Die Trümmer der arabischen Stadt H. hat man am Ufer des Mlnäb Creeks, etwa 6 englische Meilen von der persischen Feste und 9 von der Flußmündung [2395] entfernt aufgefunden. Wahrscheinlich dürfte hier auch die sasanidische und noch früher die arsakidische Gründung gestanden haben. Unter den letzten Abbasiden war H., seiner geographischen Geschlossenheit angemessen, ein selbständiges Königreich; die Namen seiner arabischen Fürsten kennen wir. Einer von ihnen, um 1300, glaubte seine Hauptstadt den mongolischen Einfällen allzu preisgegeben und tat den bedeutsamen Schritt, ihre Bürgerschaft, ihre Handels- 10 kontore und Hafcnanlagcn auf die nahe Insel zu verpflanzen, die seitdem bis heute den alten Namen usurpiert hat. Nach dieser radikalen Umwälzung erhebt sich H. während des bl.16. Jhdts., zuerst noch unter der arabischen Dynastie, dann unter portugiesischer Herrschaft, zu jener höchsten, fabelhaften Blüte, die immer von neuem die größte Bewunderung und das Staunen der Weisenden aller seetüchtigen Nationen hervorrief; es wurde einer der ersten Welthäfen, in dem alle occidentalischen und orientalischen Seemächte und Landesprodukte sich trafen. Wie ein lateinisches Distichon, kaum übertrieben, sagte:
- Si terrarum orbis, quaqua patet, annulus esset, Illius Ormisium gemma decusque foret.
Vgl. Lord Curzon Persia and the Persian question II 413–427.
Tomaschek leitet den Namen H. ab von der Hauptfrucht der Küstenlandschaft, der Dattel (npers. khurmā), und vergleicht die arabische Bezeichnung des Königreichs Hormūz, Moghistān, die sicher Dattelland bedeutet. Das scheint bestechend, wird aber sehr zweifelhaft durch die Wiederkehr desselben Namens auf dem Hochland der Persis: denn Harmoza regia, nördlich von Persepolis, (s. o.) liegt längst außerhalb der nördlichen Grenze der Dattelpalme und noch mehr der Dattelkultur, deren Produkt im Gegenteil nach jenen Distrikten chigefuhrt wird (vgl. Th. Fischer Die Dattelpalme, Erg.-Heft 64 zu Petermanns geogr. Mitteil.). Also kann H. hier nicht von der Frucht abgeleitet werden, und wir sind genötigt, für beide Ortsnamen ein anderes Wurzelwort anzunchmen. Wie aus ähnlichem Grunde die parallele, von Hübschmann Altarmen. Ortsnamen 405 versuchte Herleitung des Namens der altarmenischen Ortschaft Armavasen von armav ‚Dattel‘ scheitert. Vgl. Tomaschek Küstenfahrt Nearchs 39–47.