RE:Kenchreai 2

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Hafen von Korinth
Band XI,1 (1921) S. 167170
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2) Hafen von Korinth. Κεγχρέα Cass. Dio LXIII 17; XzQeai Xen. helL IV δ, 1. VI S, 51. VII 1, 17. 41. 4, 5 (die Hes. bieten Κεγχριαί, 2. T. ΚεχρθαΙ). Polyb. II 59, 1. 60, 7f. IV 19, 7. V 29, 5. 101, 4. XVIII 16, 4. Diod. XI 16. XV 68. XIX 63. Polyain. IV 7, 3. VI 5. Strab. I 54. 56. νΠΙ 369. 380. Pans. II 1, 5. 2, 8. VII 6, 7. Steph. Byz. s. v. und s. Λῖμμι. Said. Pto-lem. III 14, 34. Lukian. πώς δεὶ Ἰστορίαν 29. Act. apost. 18, 18. Paul. ep. Rom. 16, 1; Cen-chreae Liv. XXXII 17, 3. 21, 7. 23, 4. 40, 9. Mela II 48. Plin. n. h. IV 10. 18. Apul. met. X 35- Geogr. Sav. p. 376, 2. Münze Neros (s. u.) CENCra-EAEi dat. abl. plnr. Cenchris Ovid.

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trist. I 10, 9. Liv. XXVIII 8, 11, XXXII 19, 3.}}

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23, 3. Vulg. Rom. 16, 1. Itala act 18, 18}}; Cen-crû Vulg. act. 18, 18. Tab. Peut. 7, 5. Geogr. Rav. p. 399, 10; Κεγχρεία Thuk. IV 42, 4. 44, 4; Κ,θγχρειαί Thuk. VIII 10, 1. 20, 1. Skyl. 55; Ethnikon Κεγχρεάτης Steph. Byz. 8. Κεγχρεαί. Skym. 509; Κερχνίς hat Kallim. hymn. IV 271 (vgl. Schneider Callimachea I 129) wohl nach dem Vorgang von Aischylos Κερχνεία (s. o. K.

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Nr. 1) gewagt. 60

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östlich von Korinth zieht sich von der Fläche des Isthmos ein Tal nach dem Saronischen Meerbusen hinab. Begrenzt wird es im Süden durch den steilen Bücken des Oneion, im Norden durch das Plateau von Isthmia. Unweit vom Strande bewahren zwei bescheidene Gehöfte den alten Namen Kechrids. Philippson Ztechr. d. Ges. f. Erdkunde su Berlin XXV 1890, 9. Von der}} [168] ikencnreai}}

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kleinen Strandebene an der Mündung des Tales sieht sich das Ufer in flachem Bogen links und • rechte hin. Eine Tom Fuß des Oneion sich vor}}

streckende kleine Halbinsel, die den Turm einer verfallenen Windmühle trägt, unterbricht die Uferlinie gegen Süden, während zur Linken ganz, nahe ein kurzer Vorsprung des Plateaus von Isthmia einen Winkel der Bucht bildet. Än den flach zertalten Höhen, die diesen Teil der Bucht 10 umsäumen, lag K. Die beste Karte der Gegend bei Philipp son; in ihr sind die Carte de la Grèce und Admiralty Chart 1513 verarbeitet. Von den topographischen Verhältnissen gibt nur die Aufnahme von Georgiades Les ports de la Grèce dans l'antiquité, Athen 1907, ein annähernd richtiges Bild; in der Wiedergabe des}}

Geländes geràde bei K. selbst ist auch sie ganz unzureichend. Um den zum Hafen bestimmten Winkel der Bucht gegen den Seegang vom offenen Meere her zu schützen, ist von dem genannten Vorsprung ein Steindamm}} DE in südsüdöstlicher Richtung etwa 200 m ins Meer hineingebaut. Seine Krone liegt jetzt etwas unter der Meeresfläche. Gegenüber bei A ist die Uferbefestigung zu einem stumpfen Winkel vorgezogen; von ihm geht ein kurzer Steindamm, der aus dem Wasser hervorragt, in der Richtung auf E hinaus. Georgi a des scheint ihn nicht für antik zu halten; jedenfalls hat er ihn nicht berücksichtigt. Zwischen A und D sind bei B und C Beste der alten Uferbefestigung durch Kaimauern erhalten. Bei D steht die Ruine eines mittelalterlichen Turmes. Zwischen D und F bemerkt man den Grundriß eines Gebäudes mit vielen gepflasterten [169] 169

Kenchreai

Zimmern und größeren Räumen. Philippson 62. Nördlich von F finden sich viele Gräber am Strande und den Hang hinauf; es ist also anzunehmen, daß die Befestigung von F aus nach Nordwesten auf die Hügel hinaufgriff und im Bogen bei A wieder den Strand erreichte. Südlich von A finden sich keine Spuren von Hafenanlagen. Wo die Strandebene wieder von hohem Ufer abgelöst wird, sind Gräber aufgedeckt. Die Beschreibungen von K. in der moder-1 nen wissenschaftlichen Literatur gehen alle mittelbar oder unmittelbar aufDodwell Tour II 194ff. zurück. Dod well hat aber den Hafen von K. nur von der Halbinsel mit der Windmühle aus gesehen und beschrieben. Der insular rock am Eingang des Hafens, von dem er spricht, ist nicht vorhanden. Mit den beiden low capes, die den Hafen begrenzen, meint er die Punkte A und D, Durch Dod welle Beschreibung hat sich Curtius Pelop. II 537f. und Taf. XX, ob- 2¹ wohl er selbst an Ort und Stelle gewesen ist, vollkommen irre machen lassen, so daß er den Hafen bis zu der Halbinsel mit der Windmühle ausdehnt, weil er darin das südliche Kap Dodwells erblickt. Curtius Darstellung haben wieder Smith Dict. Greek and Roman Geogr. I 682 und Frazer Paus. III 17 übernommen, Smith auch den Plan. Dieser Ausdehnung der Stadt bis an den Fuß des Oneion widerspricht auch die literarische Überlieferung. Pausanias 3( sagt ausdrücklich (II 2, 3): Κεγχρεων θὲ ἄπαντικρν τὸ Ἐλένης ἐοτὶ λουτρόν. Dasselbe beweisen die Vorgänge 369 v. Chr. Als Iphikrates durch Besetzung des Oneion dem Epameinondas den Rückzug aus dem Peloponnes verwehren wollte, παρέλιπεν ἀφύλακτον τὴν καλλίστην παρὰ Ἐεγχρεάς πάροδον (Ken. hell. VI 5, 52); auf diesem Wege ziehen die Thebaner denn auch ab und bringen der feindlichen Reiterei in den Engen des oben beschriebenen Tales eine empfindliche Schlappe 4( bei. Demgegenüber kommt es nicht in Betracht, wenn Pint. Pelop. 24 bei der Erzählung derselben Vorgänge sagt: ἀπιόντες ôè ἔπ' οἰκον Ôtà Ἐεγχρεῶν Ἀθηναίους ἐνίκων. Denn Xenophon war zur Zeit dieser Begebenheit in Korinth, und Plutarchs Ausdruck läßt sich sogar rechtfertigen, da nach griechischem Sprachgebrauch der Name einer Stadt auch die Gemarkung deckt. Die Thebaner sind also zwischen dem Oneion und K. durchgezogen; dieses selbst blieb während des 50 ganzen Krieges fest in den Händen der Korinther (s. u.).

Die wenigen Einzelheiten, die uns anderswoher bekannt sind, lassen sich leicht in das gewonnene Stadtbild eintragen. Nach Paus. II 2, 3 stand auf der Mole D E eine Bronzestatue des Poseidon, ἐπὶ τῷ ἐρύματι τῷ διὰ τῆς θαλάσσης; überliefert ist ρεύματι. Auf derselben Seite des Hafens lag ein Tempel der Aphrodite, also zwischen D und C, an dem andern Ende, bei A, 60 Heiligtümer des Asklepios and der Isis. Dazu stimmt die Ansicht des Hafens auf der Bronzemünze des Antoninus Pius, Imhoof-Blumer und Gardner Namism. Comment» on Pausan., Journ. hell. stad. 1885, 17 Taf. D nr. LX. Sworonos Ἴατ. τῶν voiuafi. I 505‘ Sie zeigt den halbkreisförmigen Hafen, an seinen beiden Enden einen Tempel, in der Mitte das Standbild [170]

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Kenchrios.}}

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des Poseidons, darunter drei Segelschiffe,* oben die Inschrift C(olonia) L(aus) Ifalia) CORfinthtorum)· Daß K. befestigt war, bezeugt SkyL 55 ausdrücklich, er nennt es τείχος, und bestätigen die Ereignisse bei den Einfällen der Thebaner in den Peloponnes, 368 v. Chr. Xen. hell. VII 1, 7. 366 v. Chr. ders. VII 4, 5. Immer ist K. im Besitz der Korinther. 315 v. Chr. nimmt Kasandros die Stadt durch Eroberung, Diod. O XIX 63.

Die Geschichte von K. ist aufs engste verknüpft mit der Entwicklung dos korinthischen Handels nach dem Osten, Strab. VLII 369 τὸ τῶν Κορινθίων ἐπὶ τὰ πρὸς ἔω μέρη ναύοταθμον, vgl. 380. Fimmen o. Bd. IX S. 2258, 56ff. Genannt wird es zuerst bei Thuk. IV 42, 4 (425 v. Chr.). Die Bedeutung, die es für Handel und Verkehr in den folgenden Jahrhunderten hatte, spiegelt sich einigermaßen in den häufigen Er-0 wahnungen (s. o.). Frühzeitig entstand hier eine christliche Gemeinde, Paul. ad Rom. 16, 1. Die glückliche Entwicklung der Stadt im 2. Jhdt. veranschaulicht die lebendige Schilderung Apul. met. XI, vgl. X 35: ubi portus etiam, tutissi-mum navium receptaculum, magno fréquenta-tur populo. Sobald Korinth aufhörte, den Handel über den Isthmos zu beherrschen, zog sich der Verkehr nach Schoinus (Kalamäki), das dem westlichen Meere so viel näher lag (Philippis n 95).

Darstellungen von K. auf Münzen der römischen Kaiserzeit als Nymphe oder gelagerte männliche Gestalt: Imhoof-Blumer und Gardner 15. Kulte: Poseidon, Aphrodite, Asklepios, Isis, Paus. II 2, 3. Imhoof-Blumer und Gardner 17; das Isisfest bei Apul. met. XI 8–11. 16f. Inschriften IG IV 206f. Ich habe K. besucht am 24. April 1909.

[Bölte. ]