RE:Kerkopen

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Mythische Kobolde
Band XI,1 (1921) S. 309313
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Kerkides

Weise ausgerufen haben sollte: ἔπ ἄνδρος ἄνδρα Κερκίδας ἄπεκτεινεν, vgl. ten Brink Philol. VI 216. Irrig ist die Angabe von Menage zu Diog. Laert. VI 76, daß ein weiterer K. bei Aristoteles im 4. Buch de gener. anim. vorkomme.

RE:Kerkides

Kerkides s. Theatron.

RE:Kerkinas

Kerkinas s. C e r s i n a.

RE:Kerkine

Kerkine (Κερκίνη). 1) Ein nur von Thuk. II 98 genanntes, bewaldetes und unbewohntes Gebirge in Makedonien, das die Paionen im Norden von den Sintern und Maidern im Süden schied und von dem thrakischen König Sitalkes wiederholt durchzogen wurde. Nach Kiepert FOA XVI das jetzt Belasica genannte Gebirge, welches bis zum Weltkrieg die Grenze von Bulgarien gegen Griechenland bildete. Es fallt steil zum Tal der Strumica im Norden und der Niederung des Prasiassecs im Süden ab und steigt im Demirkapu bis 1600 m an. Generalkarte von Mitteleuropa 41/41 (Saloniki). Ischirkoff Bulgarien I (1016) 44f.

RE:Kerkinitis

Kerkinitis Κερκινῖτις λίμνη, großer See am unteren Strymon oberhalb Amphipolis, mit Namen genannt Arr. an. I 11, 3 παρὰ τὴν λίμνην τὴν Κερκινιτιν ὡς ἔπ' Ἀμφίπολιν καὶ τοῦ Στρυμόνος ποταμου τὰς ἐκβολάς, ohne Nennung beschrieben bei Thuk. IV 108, 1 ἄνωθεν (von Amphipolis) μεγάλης οὐσης ἐπὶ πολυ λίμνης τοῦ ποταμου und Mela II 2, 30 Strymon... non lotige a mari lacum fecit. Tafel Thessalonica 162. Der See heißt jetzt nach einem Dorf am Südufer türk. Tachyno Göl, slav. Tachinskro Jezero. Er ist ein Rest des großen diluvialen Sees, der einst das Becken von Seres erfüllte und durch das Küstengebirge bei Amphipolis abgedämmt war. In seiner heutigen Gestalt stellt er nur eine flache Überflutung der Ebene von wechselnder Ausdehnung dar. Fläche etwa 157 qkm, Länge 35 km, Meereshöhe 8 m, Tiefe 1–2 m, in der Mitte 3 m. Nähere Beschreibung bei Cvijic Grundlinien der Geogr. u. Geol. v. Mazedon. u. Altserbien (Gotha 1908) 339f.

RE:Kerkopen

Kerkopen (Κέρκωπες). Grundlegend Lobeck Aglaoph. II 1296–1308, ohne Kenntnis der Vasen. Ein alter Schwank erzählte vom Abenteuer des Herakles mit den frechen K. Literarische Spuren zeigen sich zwar früh, die vollständige Sage liegt aber erst spät vor, so daß die monumentale Überlieferung vorerst behandelt werden muß. Benndorf Metopen von Selinunt 46. Furtwängler in Roschers Myth. Lex. I 2214f. 2233; Ant, Gemmen XIX 3. sf. Vasen zeigen einen festen Typus, der nach Furtwängler schon auf korinthischen Pinakes des 7. Jhdts. sich findet: Herakles, rechts ausschreitend, trägt auf der Schulter eine Stange, woran zwei Zwerge, an den Füßen angebunden, hängen. Auf dem bekanntesten Beispiel Gerhard A. Vas. 110 weist Athene den Weg, Hermes folgt. Zu den von Benndorf besprochenen Vasen (sf. nr. 6 bezieht jedoch Jahn Philol. XXVII 17 auf Sa-Ösind hinzugekommen: Madrid 74 (Leroux

RE:Kerkopen

grecs); das Göttingerfragment nr. 15 (Ja-cobsthal Ges. Wiss. Gott. XIV 1), wo ein köstlicher K., dem Gerhardschen ähnlich, erhalten ist; sf. Lekytbos aus Gela, Ashmolean 249 (Gardner Mus. Ox. 17 pl. 8). Die K. der letzten sind}} [310] Kerkopen 310

fast ebenso groß wie Horakies und liaben kein komisches Gepräge; die Szene wird eingerahmt von einer Frau, die die Arme gegen Herakles aus-streckt, und von einem Greis. Diese sizilische Vase zeigt somit die größte Ähnlichkeit mit der berühmten alten Metope aus Selinunt (Anfang 6. Jhdts.), Auch hier sind die K. ausgewachsene Männer, wesentlich durch die dicken Locken vom Athleten Herakles verschieden; dieser trägt keine 10 Abzeichen. Auf rotfigurigen Vasen neue Typen, Furtwängler 2283; Antike Gemmen XIX 3. Heydemann Arch. Jahrb. I 280f. bespricht eine Phlyakenvase in Catania, worauf Herakles dem Eurystheus zwei affenähnliche Zwerge in einem Korbe überbringt (vgl. Aesop Paroemiogr. II 228: ζητῶν Ἔρμην γλύψαι Κερκοπὰ ἔγλυψα). Die vollständige Sage liegt am besten vor bei Nonnos narr, ad Gregor. (Westermann Mytho-gr. 375) nach Dios ὁ ὑπομνηματιστῆς (vgl. o. 20 Bd. V 8. 1080). Die zwei K. waren Brüder und verübten viele schlimme Dinge; ihre Mutter warnte sie davor, den Melampygos zu treffen. Als Herakles unter einem Baum schlief, versuchten sie, seine Waffen zu rauben, wurden aber sofort erwischt und kopfabwärts an einen Tragbaum gebunden. Als er sie so forttrug, erkannten sie den Melampygos. Ihre Reden brachten Herakles zum Lachen (so auch Plutarch. quom. adul. ab am. int. 18 p. 60c), und er ließ sie laufen. 30 Ähnlich, ohne den Namen K.: Tzetzes ChiL V

74ff. (und zu Lykophr. 91), sicher nach paroemio-graphischer Quelle; ἀντιπρόσωποι κρεμάμενοι stimmt gut mit den Vasenbildern. Zenob. V 10. Photius-Suid. s. Μελαμπύγου τύχοις; hier heißen die K. fehlerhaft selbst μελάμπυγοι. Suid. s. Κέρκωπες gibt nur den Anfang der Erzählung, kennt aber einen anderen sicher späten Schluß: die K. wurden versteinert, weil sie Zeus zu trügen versuchten. Diese Version wird Schob Luc. Alex. 4 40p. 180 Rabe von Pherekydes zitiert; Jacobitz hat sehr ansprechend Φερεκράτης vorgeschlagen, weil hier sonst fast nur Komödiendichter zitiert werden. Vgl. Zenob. I 5. Ovid. met. XIV 90–100. Cod. Coislin. 177 (gedruckt Paroem. I 119 und in Suidas ed. Bernhardy) hat die vollständige Erzählung, aber den Schluß, daß Herakles erzürnt und ihre Köpfe gegen die Erde zerschmettert.

Das Sprichwort μὴ σύγε μελαμπύγου τύχοις (so 50 Zenob.) setzt ja die Erzählung voraus und ist sehr früh überliefert Porphyrios, Schob B II. XXIV 315 von Adlerarten: εἰωθὲ δὲ καὶ ὁ Ἀρχίλοχος (frg. 110) μελάμπυγον τούτον καλεῖν ,ἡ τεν μελαμπύγου τύχης'; dann wird die Beziehung auf den K. abgewiesen: ἄλλ> οὐκ ἐπὶ τούτους ἀναφέρων θιάσους (Lobeck 1299: θείας υἰούς) κατωμαδὸν πρὸς Ἠρακλέους φερομενους τὰς ὑπὸ τὰ ἰοχῖα αὐτοῦ καταμαθεῖν πυγας καὶ γελάσαντας οὐτω τυχείν σωτηρίας. Die Deutung, die abgewiesen wird, ist 60 sicher die richtige, und somit gewinnen wir ein Zeugnis, den ältesten Vasen gleichzeitig. Aus derselben Zeit stammt wohl das homerische παίγνιον, Κέρκωπες, wovon Harpokr. β. Κερκωπες: ἐν τοὺς εἰς Ὄμηρον ἄναφερομενοις Κερκωψιν δηλουταὶ ὡς ἐξαπατητήρες τε ἤσαν καὶ ψεύσται ol K. Dies besieht sich auf die Verse bei Suid. s. Κερκωπες'. ψεύστας ἠπεροπήας ἀμήχανα τ θργ' δάοαντας ἰξαπατητήρας * πολλην δ' Μ γαῖαν ἰόντες Μθρω- [311] 311 Kerkopen -

που? ἀπάτασκον ἀλώμενοι ἤματα πάντα. Die Erzählung des Dios gibt wohl den Inhalt des Gedichtes. Ursprünglich war die Sage in der Oeta lokalisiert; Herodot. VII 216 bei den Ther-mopylen: κατὰ Μελαμπύγου τε καλεόμενον λίθον καὶ κατὰ Κερκώπων ἔδρας. Lobeck 1298 deutet ansprechend λίθον als den Stein, wo Herakles ausruht, ἔδρας als ἐνέδρας, bei dem die K. dem Herakles auflauerten; diese Bedeutung findet sich sonst nicht, wäre aber sehr angemessen; sonst könnte man an einen großen und zwei flache Steine denken. Schol. Luc. Alex. 4 p. 180 Rabe: οὐτοὶ ἐν Βοιωτίμ διέτριβον Οἰχαλιεῖς δντες γένος Σίλλος καὶ Τριβαλὸς ὀνομαζόμενοι, ἐπίορκοι καὶ ἀργοὶ ὡς Κρατῖνος Ἀρχιλόχοις; wie weit das Krati-noszitat geht, ist nicht zu entscheiden. Dieselbe Lokalisation in den Versen des Diotimos bei Suid. s. Εὐρύβατος. Es ist sicher von der trachini-schen Oichalia (Strab. X 448. Athen. Mitt. IV 216) die Rede. Lobeck meint daher, daß das homerische παίγνιον eine Einlage des Gedichts Οἰχαλίας ἄλωσις gebildet hatte. In der späteren Heraklessage wird die Erzählung mit der Om-phalesage verknüpft, die ursprünglich in derselben Gegend lokalisiert war (v. Wilamowitz Her. ² I 71–76); als diese nach Lydien übertragen wurde, folgen die K. (Zenob. IV 50. Suid. s. κερκωπίζειν). Diodor. IV 31 (vgl. Apollod. II 132): Herakles tötet einige der K., übergibt der Om-phale andere; eine starke Rationalisierung, sonst immer zwei K. Am meisten wird Ephesos genannt (Apollod. Diogen. I 3). Die ἀγορὰ Κερκώπων, wovon die Paroemiographen sprechen, liegt indessen in Athen (Hesych. s. ἀγορὰ Κερκώπων τόπος πλησίον Ἠλιαίας. Eustath. 1430, 35. Ju-deich Topographie 320). Den Grund dieser Lokalisation in Ephesos wäre man (mit v. Wilamowitz Her.² I 73 A. 133) geneigt, darin zu suchen, daß Diotimos bei Suid. s. Εὐρύβατος den einen der K. mit dem ephesi sehen Schelmen Eurybatos (vgl. o. Bd. VI S. 1319) identifiziert hatte im Gedichte Ἠρακλέους ἄθλοι: Κέρκωπες, τοὶ πολλὰ κατὰ τριόδους πατέοντες Βοιωτῶν οἰνοντό · γένος ὁ ἔσαν Οἰχαλιήες, *Ωλος τ Εὐρύβατος τε, δὺω βαρυδαίμονες ἄνδρες. Eurybatos ist auch Oicha-lier nach Alkiphr. III 20. Die natürliche Entwicklung, die durch die Annahme von v. Wilamowitz geboten wird, setzt voraus, daß keine ältere Quelle Ephesos ohne Eurybatos nennt. Dies scheint aber der Fall zu sein. Harpokr. s. Κέρκωπες. Ξεναγόρας ἐς πιθήκους αὐτοὺς μεταβα* Λεῖν φηοὶ καὶ τὰς Πιθηκούσσας νήσους ἄπ αὐτῶν κληθηναί. Αἰσχίνης δὲ ὁ Σαρδιανὸς ἐν τοῖς Ἰάμβοις καὶ τὰ ὀνόματα αὐτῶν ἀναγράφει, Ἀνδοῦλον καί'Άτλαντον. Für Αἰσχίνη;, das wohl durch Substitution von dem im Anfang zitierten Αἰσχίνης entstanden ist, hat Lobeck (vach Maussac) 1301 überzeugend Αἰσχρίων vermutet durch Herbeiziehung von Schol. Lykophr. 688: ἔτεροι δ'ὲ γιγάντων νήσους τὰς Πιθηκούσας ἤκουσαν μεμνη· ταὶ δὲ αὐτῶν καὶ Αἰσχρίονν ἐν ζ Ἐφεσίδων. AÎS-chrion kennt also die Verbindung mit Ephesos und dabei andere Namen; dieser Iambograph (vgl. o. Bd. I S. 1064), der zwar von Athenaios VII 296 e. Vin 335 c Samier genannt wird, ist nun nach Suidas viel älter als Diotimos. Dieser ist sicher identisch mit dem von Arat verspotteten Schulmeister aus Adramyttion (vgl. o. Bd. V S. 1148, [312] Kerkopen 812

so schon Bergk Comment, de Comoed. ant. 24), also aus dem Anfang des 3. Jhdts. Suid. ἈΙσχρίων, Μιτυληναῖος ἐποποιός, verkehrte mit Alexander und war nach Nikander d 'Ἀλεξανδρεύς der ἔρωμενος des Aristoteles. Diese Artikel (und Tzetz. Chil. VIII 398Æ) hat aber Hercher (Jahrb. f. Phil. Suppl. I 285) zu Ptolemaios Chen-nos gestellt und mehrere Angaben als Schwindel gestempelt. Die Gleichzeitigkeit mit Aristoteles 10 scheint doch verhältnismäßig sicher. Förster (Rh. Mus. XXXV 111 438) folgt Hercher und will jedenfalls den Epiker vom Iambographen ganz scheiden, was vieles für sich hat. Der lam-bograph ist jünger als Philainis, die aber schon von Timaios (Polyb. XII 13) zitiert wird; aus Athen. VIII 335 c, wo er inmitten von Chrysippos-zitaten zitiert wird, wäre es verlockend zu schließen, daß er älter als der Stoiker wäre. Dabei könnte er doch jünger als Diotimos wie auch als Xena-20 goras sein. Wenn der Mythograph Xenagoras älter als Philostephanos, der Schüler des Kallimachos, ist (Susemihl II 399 A. 312), kann er jedenfalls nicht jünger als Diotimos sein. Die Verwandlung in Affen und Versetzung nach den Pithekusen (auch zitiert bei Photius-Suid. s. Κέρκωπες, außerdem Ovid. met. XIV 90) stand in περὶ νήσων (Schol. Luc. p. 180 Rabe). Die Entwicklung der Sage in der älteren alexandrinischen Literatur ist also mit bedeutenden Schwierigkeiten behaftet. 30 Nach einer ganz sekundären Version, Schol. Aisch.

II 40, sind die K. Räuber in Libyen (Lobeck: Λιγνήν) und wollen die Ochsen des Geryoneus dem Herakles stehlen; dies ist, wie Lobeck 1300f. richtig gesehen hat, aus der Sage von Salebion und Derkynos, Apollod. II 109, übertragen.

In der ältesten Sage batten die K. so wenig wie ihre Mutter einen Namen, daher immer Schwanken. Schol. Luc. p. 180 R: Σίλλος καὶ Τρι4θ βαλός kann sicher zu dem gleich nachher zitierten Kratinos gezogen werden (Bergk Comment, de Comoed. ant. 25); die sprechenden Namen sind wohl von ihm erfunden. Durch einen Substitutionsfehler sind sie in das darauf folgende Fragment des Diotimos eingedrungen (Bergk), die richtigen Namen bei Suidas. Aischrion nannte sie nach Harpokration Andulos und Atlas, so ohne Autor auch Photios. Suidas; Κερκωπες: Κάνδονλυς καὶ Ἄτλας, nach Lobeck 1305 dem eben ge-50 nannten Xenagoras folgend; aus Harpokrates wäre man versucht zu schließen, daß Xenagoras keine Namen gegeben hatte. Der Namen Κάνδουλος (s. S. 1861) stimmt gut mit Hesychios Κάνδουλος, κακούργος, ληστῆς. Im vorhergehenden, wo die Melampygossage erzählt wird, gibt Suidas Πάσσαλος und Ἀκμῶν, übereinstimmend mit Dios (W e-stermann Mythogr. 375, in Ἀκλήμων verschrieben) und Tzetz. Chil. V 74. Obgleich diese Namen also mit der Melampygossage verbunden 60 überliefert sind, haben sie doch keine bessere Gewähr als die anderen, denn sie repräsentieren einen Versuch, die K. mit den Daktylen, wovon einer Akmon heißt, zu identifizieren. Der Namen der Mutter ist in der Melampygossage zweifach überliefert. Zenob. V 10 (= Tzetz. Lykophr. 91. Cod. Coislin. 177): θείας τῆς Ὠκεανου θυγατρός; so hat auch Lobeck Schol. H. korrigiert. Diesen Namen, der sicher aus Hesiod. Theog. 135. 371 [313] 818 Kerkopia}}

stammt, hat Suid. s. Κέρκωπες nicht in der Me-lampygosgeschichte, sondern nach dem Namen Atlas: οὐτοί ol K. θείας καί (L τθ) *Ωκεανου, dann die Versteinerung. In der hier gegebenen Melampygoserzählung heißt sie Μεμνονίς, so auch Dios (Mythogr. 375) und Tzetz. Chil. V 77. Eine Verschreibung dieses Namens ist Λίμνη bei Pho-tios-Suid. s. Μελαμπύγου τνχοις (Suidas var. Μί· μνης). Gleichgültig die Variante Etym. M. 506, 12: Κερκώπη,

Τή Athen muß die Sage wohlbekannt sein, denn die Namen K. werden übertragen gebraucht, so Aisch. II 40. In der Komödie werden sie oft genannt; Bekker An. 1271, 14: Κέρκωψ, ὁ ἐπὶ πονηρία κωμωδούμενος. Viele Komödien tragen den Titel, aber nur bei Eubulos (Meineke I 363. III 229), der Herakles auftreten ließ, ist sicher die Sage behandelt worden. Außerdem Hermippos (Meineke II 393f.), Menippos (von Meineke I 494 mit Hermippos identifiziert); Platons Ξαντριαί werden von Suidas auch K. genannt (vgl. Meineke I 176).

Κέρκωψ wird richtig von κέρκος abgeleitet und bedeutet also Schwänzling. Hesych. s. κέρ· κωψ ’ παιγνιώδης ἡ εἰδος θηρίου μεγάλην οὐραν ἔχοντος. Ähnlich Chrysippos bei Suid. s. Κέρκωπες: ἄπδ τῶν σαινόντων τ$ κέρκῳ ζώων, vgl. Zenob. V 10. Photios. In Etym. M. daneben fehlerhaft aus κέρδος abgeleitet, so auch Fest. 56.

Durch das Etymon κέρκος sind die K. mit dem schlangenfönnigen Κέκροψ verwandt (Kretschmer Glotta IV 309, vgl. Immisch in Roschers Myth. Lei. II 1023. Eitrem Christiania Viden-skabssamf. Skrifter 1902, II 73). Die Sagen und Darstellungen zeigen aber keine Spur, die in diese Richtung weist; die Metamorphose in Affen ist augenscheinlich spät. Auch liegt kein Grund vor, die Bedeutung κέρκος = ἀνδρείον αἰδοῖον (Hesych.) hineinzuziehen (vgl. Gerhard A. Vas. II 90 A. 55. Kaibel Gött. Gel..Nachr. 1901, 496). Ihr Wesen als drollige, diebische Kobolde ergibt sich aus den alten Zeugnissen; sie sind am ehesten den Ko-baloi verwandt, mit denen sie bei Lobeck zusammengestellt sind. Die Zusammenstellung mit Kyklopen (Etym.), Telchinen (AeHan. hist. an. VI 58) oder Molioniden (abgewiesen von Tzetz. Chil. V 76) hat keinen Wert.

RE:Kerkopia

Kerkopia, Ort in Phrygien, Ptolem. V 2, 17. Gänzlich unbekannt; alle Vermutungen, die darüber geäußert worden sind (vgl. Müller zu Ptolem. Ramsay Cities and bishoprics of Phrygia I 755, 2. Kiepert FOA IX Text 8a), sind völlig unsicher. Daher hat R. Kiepert den Ort neuerdings nicht mehr eingezeichnet, FOA VIII und Tert 13a; Karte von Kleinasien 1:400 00 C II.

RE:Kerkopithekos

Kerkopithekos Paneros, ein reich gewordener Wucherer und Güterspekulant. Als er unter Nero starb, ließ ibn der Kaiser, der an jeder Verschwendung Freude hatte, mit fürstlichem Gepränge bestatten, Suet. Nero 30, 2.

Khwzwv ἀγορά, auch οἱ Κέρκωπες genannt bei Diog. Laert. IX 114, war nach Eustath. Hom. Od. 1430, 35 πλησίον Ἠλιαίας, ἔνθα τὰ κλοπιμαία ἐπωλοῦντο, vgl. 1669, 59, der Hehler-markt in Athen und lag, da die Heliaia mît Judeich Topogr. v. Äthen 315 in der Mulde zwischen dem Areopaghang und dem Burghang an-

[Adler. ]