RE:Labienus 5
| Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft | |||
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| Q. Gesandter an den Partherkönig Orodes, auch Labienus Parthicus | |||
| Band XII,1 (1924) S. 258–260 | |||
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5) Q. Labienus (Vorname nur auf den Mün-50 zen), war der Sohn des T. Labienus Nr. 6 (Appian. bell. civ. V 276. Dio XLVIII 24, 4) und wurde von Brutus und Cassius wohl schon gegen Ende des J. 711 = 43 an den Hof des Partherkönigs Orodes zum Abschluß eines Bündnisses gesandt (Vell. II 78, 1. Flor. II 19, 4. Dio XLVIII 24, 5; allgemeiner Liv. ep. CXXVII und Ruf. Fest. brev. 18, 1: qui Pompeianarum partium fuerat). Infolge der Niederlage der Caesarmörder bei Philippi im Herbst 712 = 42 60 wagte er nicht, ins römische Reich zurückzukehren, sondern blieb bei den Parthern und hetzte sie zum Kriege gegen die Triumvirn auf, zumal da der Gebieter der östlichen Reichshälfte, Antonius, sich dem sorglosen Genuß der Macht ergab und die asiatischen Provinzen durch den schweren Druck der römischen Herrschaft erbittert und zum Abfall geneigt waren (Dio XLVIII 24, 5–8). Gemeinsam mit dem Sohne
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des Königs, dem jungen Pacorus, führte er das parteiische Reiterheer Ende 713 = 41 über den Euphrat nach Syrien: der Statthalter des Antonius, L. Decidius Saxa (o. Bd. ÏV S. 2271 f.), erlag ihnen, und die ganze Provinz wurde ihre Beute mit Einschluß der Städte Apameia und Antiocheia, wo die ehemaligen Soldaten der Cae-sarmörder aus dem Dienst des Antonius gern zu L. übergingen (Liv. ep. CXXVII. Iustin. XLII 4, 7. Vell. Flor. Plut. Ant. 28, 1. 30, 2. Appian. 1 bell. civ7"V 276. Dio XLV1II 25, 1–26, 1). Während sich Pacorus mit der einen Hälfte des Heeres südwärts wandte, überschwemmte L. mit der anderen Kleinasien; er drang durch Kilikien, wo Decidius von ihm ereilt wurde, bis nach Karien und Phrygien vor, und selbst die Städte öffneten ihm ihre Tore, so daß der von Antonius zum Statthalter Asiens ernannte L. Munatius Plancus überhaupt nicht davon Besitz ergreifen konnte (Iustin. Vell Plut. Strab. XII 574. XIV 2 660. Appian. bell'civ. V 276. 551. Dio XLVIII 26, 2–5). L. nahm den Imperatortitel an und schlug Münzen, die auf der Vorderseite nach dem Beispiel der Triumvirn und der Caesar-mörder sein eigenes Bild mit der Umschrift: Q. Labienus Parthicus imp. tragen, auf der Rückseite ein gezäumtes und gesatteltes Pferd mit dem Behälter für Bogen und Pfeile (?) in sehr realistischer Darstellung (Goldstück nur in zwei Exemplaren erhalten und Denar. B a b e 1 ὁ n « Monn, de la rép. rom. I 224f. G r u e b e r Coins of the roman rep. II 500. Abb. auch sonst, z. B. Bernoulli Röm. Ikonogr. I 197. Gardt -hausen Augustus I 224. Sallet-Regling Die antiken Münzen [Berl. 1909] 81). Dio XLVIII 26, 6 sagt von L.: ἀντοκράτορά τθ αὐτὸν καὶ Παρθικὸν γὲ ἐκ τὸν ἐναντιωτάτον τοῖς Ῥωμαίοι? ἐθοῦς ὠνόμαζεν, faßt also Parthicus als Ko-gnomen und hat bei den neueren Numismatikern wohl allgemein Zustimmung gefunden. Dagegen berichtet Strab. XIV 660 aus guter Kenntnis von L. und Hybreas von Mylasa (o. Bd. IX S. 29f.): ἐκείνον ἀνειπόντος ἐαυτὸν Παρθικὸν αὐτοκράτορα ,οὐκουν' ἔφη ,κάγω λέγω ἐμαυτὸν Καρικὸν αὐτοκράτορα*; ebenso sagt Plut. Ant. 28, 1: Λαβιηνὸν οἱ βασιλέα)? στρατηγοὶ Παρθικὸν ἄναγορενσαντε? αὐτοκράτορα, und eine unbefangene Betrachtung der Münzaufschrift dürfte doch auch eher Parthicus mit imperator verbinden lassen. Dio hat unter dem Einfluß des Sprachgebrauchs seiner Zeit gestanden, wo Parthicus seit Traian ein Siegesbeiname der Kaiser war; L. aber hat es nicht als Kognomen geführt. Seine raschen Erfolge nahmen auch ein rasches Ende, als 715 = 39 der tüchtige Legat des Antonius, P. Ventidius Bassus, in Kleinasien erschien; die im Lande zerstreuten Truppen ds L. zogen sich eiligst nach Kilikien zurück, wohin auch das von Pacorus geführte Heer zu Hilfe kam; hier wurden sie von Ventidius vollständig geschlagen; Pacorus fiel, und auch L. fand seinen Tod. Die meisten Berichte erwähnen diesen gewaltsamen Tod nur kurz im Zusammenhang mit der parthischen Niederlage (Liv. Vell. Front in. strat. II 5, 36. Ruf. Fest. brev. 18, 2. Plut. Ant. 33, 6. Appian. bell. civ. V 276; vgl. Flor. II 19, 5–7); ausführlicher erzählt Dio XLVIII 40, 5f.. daß L. verkleidet entkommen sei und sich eine [260] Labienus
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Zeitlang in Kilikien verborgen gehalten habe, bis er von dem Verwalter von Kypros (und Kilikien), Demetrios, dem Freigelassenen Caesars (o. Bd. IV 8. 2803 Nr. 52), ergriffen wurde; vielleicht bezieht sich darauf Macrob. Sat. I 11, 18 (s. Nr. 2). Vgl. über L. Gardt hausen Augustus I 224–226. 230 nebst den Anm. II 107ff.