RE:Lacus 1

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Grube in der Vorratskammer für zerstampfte Oliven
Band XII,1 (1924) S. 376
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Lacus. 1) [...] Lacus, griech. λάκκος. 1) Auf dem römischen Bauernhöfe wird mit I. oder lacusculus (Pallad. I 19) eine kleine Grube oder Vertiefung 20 in der Vorratskammer, tabulatum, bezeichnet, die zur Aufnahme von zerstampften, aber noch nicht gepreßten Oliven diente. Der mit Steinen oder Ziegeln bedeckte Boden war schräg geneigt, damit die dem öl schädliche amurca sogleich durch Kanäle abfloß. Die gequetschten Oliven selber lagen auf einem Geflecht, das einen halben Fuß über dem Boden des I. war und durch das die amurca hindurchdringen konnte. An den Ausflußstellen waren wieder ähnliche Vertie-30 fungen zur Aufnahme der amurca vorhanden, I. oder dolia amurcaria, Col. XII 52, 5. Ähnliche Verwendung fanden die I. bei der Weinbereitung, I. vinarii ei torcularii (Colum. XII 18, 3), was schon bei den Griechen der Fall war, Xen. anab. IV 2, 22. Auch im Kelterhause fand sich eine ähnliche Vorrichtung zur Aufnahme des ausgepreßten Saftes der Oliven oder Trauben, Cato 66, 1. 67, 2. Varro I 54, 2. Tibull. I 1, 10. Ovid. fast. IV 888. Hin. ep. IX 20, 2. Pallad. 40 I 18, 1. Isid. XX 14, 22 u. v. Aus dem I. wurde der Wein in die Fässer geleitet, Pallad. a. a. O. Blümner Technol. I² 353f.; Röm. Privatalt. 578. 580. Daremberg-Saglio III 2, 905. Überdies bezeichnet I. bald die verschiedenen Abteilungen in den Speichern zur getrennten Aufbewahrung der Früchte oder Gemüse (Colum. I 6, 14. XII 50, 30), bald ein Faß zum Ein-pökeln (Plin. IX 48, 3. Colum. XII 53, 3), bisweilen ein Gefäß, in das man das glühende Eisen 50 tauchte (Verg. Georg. IV 173. Ovid. met. IX 170), oder eine Grube zum Anrühren des Pflasters, Vitruv. VII 2, 2. Fröhner Col. Traj. Taf. CXXVII = Daremberg-Saglio Fig. 4334.

Mit I. oder piseina wurde auch der Teich im vorderen und hinteren Hofe der villa rustica benannt. Der erstere diente für die Wasservögel und zur Viehtränke, der andere zum Einweichen des Flachses u. dgl., Varro I 13, 3. Pallad. I 31. Blümner Röm. Privatalt. 70.2) Wasserbecken, Brunnentrog. Seit Augustus

wird es üblich, die steinernen oder marmornen Becken und Tröge, in die sich das Wasser der öffentlichen Brunnen ergoß, I. zu nennen, wofür sonst auch cantharus oder labrum üblich war, Liv. XXXVII 3, 7. Diese I., die verschiedene Große hatten und über die ganze Stadt verteilt waren, wurden durch Quellen, oder was gewöhnlicher war, durch das Wasser der aquaeductus gespeist,

[Hug. ]