RE:Lacus 2
| Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft | |||
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| Wasserbecken, Brunnentrog | |||
| Band XII,1 (1924) S. 376–378 | |||
| Bildergalerie | |||
| Register XII,1 | Register l | ||
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2) [...] [377] [378] ad Lacum Regium, nach Itin. Ant. 41, 1 dritte Station auf dem Wege von Thamugadi nach Cirta, 50 Milien vom ersteren, 20 vom letzteren entfernt. - Danach hat Kiepert CIL VII! Tab. II Dd es an den kleinen See von Aïn Haddada gesetzt, Carbuccia in die Nähe des von Ain Mlila. Dagegen nimmt Tissot Géogr. comp. II 570f. eine Verderbnis der Überlieferung an und sucht die Station ad L. R., indem er sie 10 mit ad Rotam die Stelle tauschen läßt und die Entfernung von Thamugadi auf 20 Milien reduziert, bei Hr. Takuscht an dem Ostende der Sebkha Djendel, für die der Name lacus regius wegen der unmittelbaren Nachbarschaft des Ma-drasen, dieses prächtigen Königsgrabes, allerdings gut zu passen scheint. [Joh. Schmidt f.]
RE:Lacus 1
Lacus, griech. λάκκος. 1) Auf dem römischen Bauernhöfe wird mit I. oder lacusculus (Pallad. I 19) eine kleine Grube oder Vertiefung 20 in der Vorratskammer, tabulatum, bezeichnet, die zur Aufnahme von zerstampften, aber noch nicht gepreßten Oliven diente. Der mit Steinen oder Ziegeln bedeckte Boden war schräg geneigt, damit die dem öl schädliche amurca sogleich durch Kanäle abfloß. Die gequetschten Oliven selber lagen auf einem Geflecht, das einen halben Fuß über dem Boden des I. war und durch das die amurca hindurchdringen konnte. An den Ausflußstellen waren wieder ähnliche Vertie-30 fungen zur Aufnahme der amurca vorhanden, I. oder dolia amurcaria, Col. XII 52, 5. Ähnliche Verwendung fanden die I. bei der Weinbereitung, I. vinarii ei torcularii (Colum. XII 18, 3), was schon bei den Griechen der Fall war, Xen. anab. IV 2, 22. Auch im Kelterhause fand sich eine ähnliche Vorrichtung zur Aufnahme des ausgepreßten Saftes der Oliven oder Trauben, Cato 66, 1. 67, 2. Varro I 54, 2. Tibull. I 1, 10. Ovid. fast. IV 888. Hin. ep. IX 20, 2. Pallad. 40 I 18, 1. Isid. XX 14, 22 u. v. Aus dem I. wurde der Wein in die Fässer geleitet, Pallad. a. a. O. Blümner Technol. I² 353f.; Röm. Privatalt. 578. 580. Daremberg-Saglio III 2, 905. Überdies bezeichnet I. bald die verschiedenen Abteilungen in den Speichern zur getrennten Aufbewahrung der Früchte oder Gemüse (Colum. I 6, 14. XII 50, 30), bald ein Faß zum Ein-pökeln (Plin. IX 48, 3. Colum. XII 53, 3), bisweilen ein Gefäß, in das man das glühende Eisen 50 tauchte (Verg. Georg. IV 173. Ovid. met. IX 170), oder eine Grube zum Anrühren des Pflasters, Vitruv. VII 2, 2. Fröhner Col. Traj. Taf. CXXVII = Daremberg-Saglio Fig. 4334.
Mit I. oder piseina wurde auch der Teich im vorderen und hinteren Hofe der villa rustica benannt. Der erstere diente für die Wasservögel und zur Viehtränke, der andere zum Einweichen des Flachses u. dgl., Varro I 13, 3. Pallad. I 31. Blümner Röm. Privatalt. 70.2) Wasserbecken, Brunnentrog. Seit Augustus
wird es üblich, die steinernen oder marmornen Becken und Tröge, in die sich das Wasser der öffentlichen Brunnen ergoß, I. zu nennen, wofür sonst auch cantharus oder labrum üblich war, Liv. XXXVII 3, 7. Diese I., die verschiedene Große hatten und über die ganze Stadt verteilt waren, wurden durch Quellen, oder was gewöhnlicher war, durch das Wasser der aquaeductus gespeist, [377] Serv. Aen. VIII 74. Isid. XIII 19, 9. Rutil. Namat. It. I 97ff. 1m J. 184 v. Chr. ließen die Censoren die I. mit Steinen auslegen, Liv. XXXIX 44. Die Zahl der I. wurde allmählich sehr beträchtlich. Agrippa legte nebst 500 Springbrunnen 700 neue I. an, die aus 130 Reservoiren gespeist wurden, und schmückte diese Brunnen mit 400 Säulen und 300 Marmor- und Bronzestatuen. Auch ließ er die alten erneuern oder verschönern, wie den I. Servilius mit 1 einer Hydra, Fest. 290, 20. 291. Neue Anlagen fanden unter Claudius statt, der die Aqua Aniena nova in die Stadt leitete und ihr Wasser in zahlreiche 1. ornatissimi verteilte, Suet. Claud. 20. Die Regierung Neivas und die Verwaltung Frontins hinterließen 591 l.f die durch 247 Reservoire, casiella, s. o. Bd. III 8. 1758 Nr. 3, gespeist wurden, Frontin. 87ff. Lanciani I com-mentari di Frontino intorno le acque 45. Da diese Zahl geringer ist als die unter der Verwal- i tung Agrippas, nimmt Gilbert Topogr. d. Stadt Rom III 280, 1 statt der oben genannten 700 nur 400 I. an. Um die Brunnen für den Fall von Reparaturen nicht ohne Wasser zu lassen, wurde das Wasser seit der Zeit Nervas durch zwei Leitungen zugeführt, Frontin. 87. Die Zahl der I. steigerte sich so, daß es zur Zeit der Notitia 1204 und des Regionariums im 4. Jhdt. 1352 gab. Vielleicht sind aber in diesen Zahlen die castella inbegriffen; denn Dig. XLIII · 21, 3 § 3 verwendet I. für castellum. Gilbert 278ff. Die I. wurden wie die übrigen Wasseranlagen durch die aquarii unterhalten, so o. Bd. II S. 31 1f. Trotz der großen Zahl der I. sind nur wenige Namen bekannt, die von einem Kunstwerk oder einer sonstigen Besonderheit des Brunnens herrühren. Genannt werden: L.Aretis sub aede Fortunae, CIL VI 9664.[1] L. cunicli in der IX. Region, ein nach einem Bildwerk benannter Brunnen, der auch einer Straße den Namen gab, De Rossi Bull. crist. 1871, 75. L. Fundani, Quelle und Brunnen am Quirinal. Tac. hist. III 69. CIL VI 9854.[2] Gloss. Placidi 29 ed. Denerl; danach der vieus laci Fundani. CIL VI 1297.[3] L. Ganymedis in der VII. Region. L. luturnae, ein rechteckiges Brunnenbassin an der Ostseite des Kastortempels, in welchem sich die von Palatin kommenden Wasser sammelten, dessen noch erkennbare Anlage bis in die republikanische Zeit zurückgeht, aber in der Kaiserzeit erneut ist. Die Quelle, zu deren Aufnahme das Bassin diente, sprudelt heute noch, O. Richter Topogr. d. Stadt Rom² 88. 358; s. o. Bd. X S. 1348. L. longus. Bull. comm. 1891, 356. L. miliarius in der XIII. Region. L. Orphei auf der Höhe der subura. Nach Mart. X 19, 6f. hatte das Bassin die Form eines Halbkreises mit Stufen und war mit einem von wilden Tieren und Vögeln umgebenen Orpheus geschmückt. L. pasiorum in der L, I. restitutus in der XIV. Region. L. Servilius an der Südwestecke der Basilica Iulia. L. tectus in der XII. Region, Urlichs Codex urbis Romae Topogr. 57, 39.
Natürlich gab es auch in andern Städten zahlreiche L, wie die Ausgrabungen von Pompeii zeigen, wo in den Hauptstraßen und Wegkreuzungen öffentliche Brunnen waren. Die noch erhaltenen Brunnentröge sind meistens von sehr [378] einfacher Form: ein Trog aus vier mächtigen, mit Eisenklammern verbundenen Lavaquadern, in der Mitte der einen Langseite ein pfeilerartig aufstehender Lavastein, durch den eine Bleiröhre ging, aus der das Wasser in das Bassin fiel, im Rande des letztem eine Einkerbung, durch die das überflüssige Wasser im Maße des Zuflusses auf die Straße ablief, Overbeck-Mau⁴ 233. 240 Fig. 128. 130ö. Muäik-Per-0 s c h i n k a 75, 4. Den Pfeiler ziert oft ein Relief: ein Adler, der einen Hasen im Schnabel trägt, ein Stierkopf, eine Merkurbüste, ein ruhender Silen, ebd. Fig. 114. Das Wasser fließt aus dem Munde der Figur oder aus einem Gefäße. Selten sind die Brunnen aus anderem Stein, z. B. einer aus TuS, einer aus Travertin, ebd. 113 Fig. 56, einer aus weißem Marmor.
Der Name L wird auch für Wasserbecken überhaupt gebraucht, z. B. für solche in Bädern. SO sonst labra (s. d.) geheißen, CIL X 5807.[4] Kostbare mit Früchten und Blattwerk verzierte Wasserbecken ließ Diocletian nach der Passio sanc-torum IV coronatorum in den pannonischen Steinbrüchen durch Steinmetzen ausführen, Friedländer Sittengesch.⁸ III 236, 4. D a -remberg-Saglio III 2, 904f.