Lade (Λάδη, ἡ Hecat. FHG frg. 226. Herodot. VI 7. 11. Thuc. VIII 17. 24. Pol. XVI 10, 1. 14, 5. 15, 1 und 5. frg. 33. Strab. XIV 635. Plin. n. h. V 135 [L., quae prius Late vocabatur]. Arrian. an. I 18. 4–19, 3. 9. Steph. Byz.). Der Name ist ungriechisch, die Bedeutung unsicher. L. war ehemals Inselchen im damaligen Latmischen Golf, gegenüber von Miletos, ein oberflächlich abgegliederter Teil der Tertiärscholle des kristallinen Gebirgslands am Maiandros wie die Stadthügel der hellenistischen Miletos. Im Altertum war L. etwa bis in die Zeit des Kaisers Traianus ein Inselchen; im Delta des Nordarms des Kaystros gab es einen Kanal zwischen L. und der Stadt Miletos. Dadurch wurde der Spiegel des Latmischen Golfs zu einer Binnenlagune aufgestaut (Grund S.-Ber. Akad. Wien, Math. Kl. CXV Abt. I [1906] 24ff.).
Aus der Geschichte. 496 v. Chr. fand bei ihr die für die Ioner unglückliche Seeschlacht gegen die Perser statt, in der sich Dionysios von Phokaia auszeichnete, dann mit drei Schiffen zum Kampf gegen die Karchedonier und Tyrrhener fuhr. — 201 v. Chr. erfocht Philippos von Makedonien bei L. einen, wenn auch nicht entscheidenden Sieg (Pol. XVI 10. 14, 5–16. Liv. XXXI 14, 5).