RE:Lararium

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Hauskapelle im römischen Haus
Band XII,1 (1924) S. 794795
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Lararium [...] Lararium. Dieser Ausdruck, der die Hauskapelle im römischen Hause bezeichnet, findet sich erst in der Kaiserzeit, Hist. aug. IV 3, 5. XVIII 29, 2. 31, 4f. Sonst heißt die Hauskapelle saerarium (Cic. Verr. IV 2, 4. 3, 7; ad fam. XIII 2), was sonst allgemein Heiligtum bedeutet, auch sacellum (Wissowa Relig. u. Kult. d. Röm.² 469; vgl. o. Bd. I A S. 1625) oder aedieula, Petron. 29, 8. Iuven. VIII 111; s. o. Bd. I S. 445f. Im I., das in keinem römischen Hause fehlte, wurden die Hausgötter, besonders die Penaten, Laren und der Genius verehrt. In älterer Zeit war sein Platz am Herde im Atrium, wo man angesichts der Laren die Mahlzeiten einnahm und ihnen zu opfern pflegte. Auf dem Lande blieb dies wohl auch später noch Sitte, Cato r. r. 143, 2. Plaut. Aul. 386. Col. XI 1, 19.) Horat. epod. II 65; sat. II 6, 64f. Im städtischen Wohnhaus hingegen, wo man Herd und Küche vom Atrium ins Hinterhaus verlegte, erhielten die Hausgötter eine andere Stätte, sei es in der Küche (Overbeck Pomp.⁴ 348. Mau Pomp.² 322) oder Pistrinum (Overbeck 343), sei es an einer Ecke des Atriums (ebd. 268f. 315) oder im Peristyl (ebd. 287. 353), sogar hinten im Viridarium (Mau 276). Ihr Heiligtum war, wie die pompeianischen Häuser zeigen, vielfach nur 0 eine Wandmalerei: die Laren und der Genius, auch wohl das ihnen dargebrachte Opfer, darunter ein Altar mit Früchten, dem sich von jeder Seite eine Schlange nähert, Mau 275fL 278. Blümner Röm. Privatalt. 35 Fig. 17. Daremberg-Saglio I 2, 1581 Fig. 2096. Solche Bilder finden sich häufig in der Küche-Helbig Wandgemälde 12 nr. 36ff. 19 nr. 60f. 20 nr. 63 u. Ö.) oder im Pistrinum, ebd. 19 nr. 61 f. 65f. In andern Häusern standen kleine 10 Bronzefiguren in einer Wandnische, neben oder in der auch wieder die Schutzgeister und Götter gemalt waren. Sehr einfach ist diese Nische in der Küche der Casa di Apollo. Die Bilder der Götter sind verblichen, nur die Schlange ist unter der Nische deutlich sichtbar. Davor steht ein kleiner gemauerter Altar, Mau 276 Fig. 141 = j B1 ü m n e r Fig. 19. Oft ist die Nische tempelartig eingerahmt, wie im Hause der Vettier, wo der Genius zwischen beiden Laren und unter 50 ihnen die Schlange gemalt ist, Mau Fig. 143. In der Casa del Centenario hingegen sind die Laren neben der tempelartigen Wandnische gemalt; davor ist ein viereckiger beweglicher Altarstein auf einer zylindrischen Steinunterlage. Das I. ist durch eine niedere Mauer abgeschlossen, Daremberg-Saglio III 2, 942 Fig. 4343. Häufig ist das /. ein auf hohem Unterbau an die Wand des Atriums oder Peristyls angelehntes Tempelchen (aedieula), in dem auf einer nied-60 rigen Stufe die Bronzefigürchen der Hausgeister standen. Eine solche aedieula, reich mit Stuckornamenten im Stil der letzten Zeit Pompeiis geziert, fand sich im Hause des Epidius Sabinus, Overbeck 269 Fig. 146 = Mau Fig. 142; vgl. Overbeck 315. In einigen Häusern wurden Bronzefiguren von Laren und andern Schutzgöttern gefunden, Mau 278. Bull. d. Inst. 1882, 217. 1884. 17. 1882, 437. Duruy [795] Hist. des Rom. VII 51 1f. Marquardt-Mau Privatleb. d. R. 240. Daremberg-Saglio III 2, 943 Fig. 4344. Myth. Lex. II 2, 1883 Abb. Alexander Severus soll in seinem I. auch Christus und Abraham verehrt haben (?), Hist. Aug. XVIII 29, 2. Vereinzelt dient ein besonderer Raum dem Kult der Hausgötter, wie z. B. im Hause des M. Epidius Rufus, wo die rechte Ala von zwei Freigelassenen zum häuslichen Heiligtum eingerichtet worden war, Overbeck 1( 299 Abb. Groß und kostbar ausgestattet sind auch die bei Cic. Verr. IV 2, 4S. Petron. 29, 8. Hist. Aug. XVIII 29, 2 erwähnten Hauskapellen. In der Kaiserzeit findet sich das I. auch in den Schlafzimmern, Suet. Aug. 7; Domit. 17. Das 1. erhielt sich als Hauptstätte der Religionsübung des täglichen Lebens bis zum Ausgang des Heidentums (Hieronym. in Esai. 57) trotz der dagegen erlassenen Verbote, Cod. Theod. XVI 10, 12. Auf dem Esquilin wurde ein I. in 2( Form einer aedieula aus constantinischer Zeit gefunden. In der Hauptnische stand die Statue der Fortuna-Isis, in den Nebennischen die der Laren, Bull. com. 1885, 27ff. Von einer andern prächtigen Larenkapelle ist nur eine Zeichnung aus dem J. 1613 erhalten, ebd. 1891, 305ff. Taf. XHf. Richter Topgr.² 333. Marquardt Röm. Staatsverw. III² 125f. Daremberg-Saglio III 2, 941f. Mau Pompeji in Leben u. Kunst² 275ff. B1 ü m n e r Röm. Privatalt. 51 f. 30

[Hug. ]