RE:Lix

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Alte phoinikische Stadt an d. W-Küste Mauretaniens
Band XIII,1 (1926) S. 928929
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Lix [...] Lix (oder Lixs auf Münzen, s. u., und aucn sonst so häufig bei Lateinern, z. B. Itin. Ant. 7. Solin. 24, 3. lui. Honorius p. 53 ed. Riese; Αἰξ Ptol. IV 1, 7 p. 588 Müller; Αἰγξ Steph. Byz. 416; Λυγξ Artemidor bei Strab. XVII 825 und [929] Steph. Byz. 42ό; bei den Einheimischen ΤρΙγξ Strab., was Tissot 205 für glaubwürdig hälft oder Jaxus, Λίξος (korrumpiert bei Mela, Mart. Capella u s.)( alte phönikische Stadt (Skylax 112; der dortige Melkarthtempel angeblich älter als der gaditanische, Plin. n. h. XIX 63) an der Westküste Mauretaniens, 54 oder 60 Millieu von Tin-gis (Plin. n. h. V 2. Itin. Ant. 7), an der Mündung eines gleichnamigen, eine Lagune bildenden Flusses (Plin. V 8; vgl. Mela 3, 107, lui. Ho-norius a. a. O.), danach zweifellos an dem den alten Namen bewahrenden Flusse Lukkus und zwar, wie Heinr. Barth Wanderungen durch die Küstenländer des Mittelmeers 119 gesehen hat, an seinem rechten Ufer, auf einem Tschemmisch genannten Hügel, ca. U/a St. nordöstlich von der marokkanischen Hafen- und Handelsstadt Larasch (el-Araïsch). Am gegenüberliegenden Ufer lag eine libysche Niederlassung, die Skylax a. a. O. erwähnt. Hier sind unter dichtem Gestrüpp außer mancherlei römischen Mauerresten Teile der phönikischen Stadtmauer erhalten,Barth a. a. O. Tissot Recherches sur la géographie de la Maurétanie Tingitane, Mémoires présentés à l’Académie des inscr. et b.-l. IX 1, 1878, 205ff.; delaMartinière Bull. arehéol. du Comité des trav. histor. 1890, 133ff. (s. auch Gsell Histoire de l’Afrique du Nord II 173). Fragment einer panischen Weihinschrift, die älter ist als die große Masse der karthagischen, vielleicht aus dem 2. Jhdt. v. Chr. (Berger Bull. arehéol. 1892, 62 Taf. XI). Von lateinischer Schrift hat sich dort nur der Gefäßstempel CIL VIII 10962b[1] gefunden; vielleicht kommt von dort CIL 9991. Hierher schob sich nach manchen Wanderungen die Sage von Hercules' Kampf mit dem Riesen Antaeus (vgl. Wernicke o. Bd. I S. 2340); hier wurden auch die Gärten der Hesperiden gezeigt, Plin. V 3. XIX 63; Fabeleien über die einstige Größe der Stadt, Cornelius Nepos bei Plin. V 4 (die verkehrte Angabe über die Lage mag einer Verwechslung der beiden Lizus genannten Flüsse entstammen). Münzen wohl aus beginnender römischer Zeit haben die panische Legende Lks oder mbal IJcs und zum Teil auf der Gegenseite die lateinische Lixs oder Lix (L. Müller Num. de l’ancienne Afrique III 155 vgl. Head HN 889). Zweifelnd und schwerlich mit Recht bringt Müller III die Legende Schmxch mit dem späteren Namen der Stätte von L. in Zusammenhang. - Unter Claudius, der die Doppelprovinz Mauretanien einrichtete, wurde die Stadt römische Kolonie (Plin. Itin. Ant. Solin.), später wird sie nicht mehr erwähnt.

[Dessau. ]
  1. Corpus Inscriptionum Latinarum VIII, 10962.