31) T. Lucretius Tricipitinus, war Consul mit P. Valerius Poplicola in dessen zweiten und wiederum in dessen vierten Consulat, im zweiten und im sechsten Jahre der Republik, 246 = 508 und 250 = 504. Von den erhaltenen Fasten gibt allein Chronographus bei beiden Jahren das Kognomen; alle übrigen geben lediglich Pränomen und Nomen (Hydat. Chron. Pasch. Liv. II 8, 9. 16, 2: daraus Cassiod. Dionys. V 20. 22, 5. 40, 1. Plut. Popl. 16, 3. 22, 4); die Fasti Capitolini bezeichneten jedenfalls den T. Lucretius Tricipitinus als Vater des Consuls L. Lucretius Tricipitinus von 292 = 462 Nr. 28 und demnach als T. f., vermutlich als Bruder des Consuls Sp. Lucretius von 245 = 509 Nr. 30. Die Annalen meldeten als geschichtliche Tatsachen beim J. 246 = 508 den Krieg mit Porsenna und beim J. 250 = 504 die Einwanderung der sabinischen Gens Claudia; als diese Erzählungen weiter ausgestaltet wurden, erhielt neben dem im Vordergrunde stehenden Consul Poplicola auch L. als sein Amtsgenosse in beiden Jahren eine kleine Rolle zugeteilt: Im Porsennakriege war er einer der Führer bei dem ersten Angriff des Feindes, dem die Römer vor der Stadt begegneten; nach Liv. II 11,8–10 wurden dabei die feindlichen Streifscharen aufgerieben, nach Dionys. V 22, 5. 23, 1, der den ganzen Krieg ein Jahr später setzt, vielmehr L. und M. Valerius, die den linken römischen Flügel gegen die latinischen Bundesgenossen Porsennas führten, verwundet und zum Weichen [1691]
gezwungen (vgl. Plut. Popl. 16, 6). In dem Sabinerkriege des zweiten Consulats, der mit der Einwanderung der Claudier zusammenhing, soll ebenso wie Poplicola, auch sein Kollege L. sich einen Triumph geholt haben (Liv. II 16, 6. Dionys. V 41, 1–43, 2. Plut. Popl. 22, 4f.).