RE:Lupercal

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Grotte am Fuß des Palatins in Rom
Band XIII,2 (1927) S. 18151816
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Lupercal [...] Lupercal. Die bekannte Grotte am Fuße des 50 palatinischen Hügels in Rom (Dionys. I 32), wo der Sage nach Romulus und Remus von einer Wölfin gesäugt sein sollen und die im Mittelpunkt des uralten Festes der Lupercalien stand. Sie wird zumeist an die Südwestecke des Hügels in der Richtung auf den Circus maximus verlegt (vgl. besonders Preller Regionen der St. Rom 180. 188. Jordan Topogr. d. St. Rom II 499 und Mannhardt Mythol. Forsch. 72), dort etwa, wo jetzt die Kirche S. Anastasia steht. O. Gilbert 6( Gesch. u. Topogr. d. St Rom 1 55 und Anm. 1 tritt wie schon vorher Schwegler R. G. I 390f. mit Anm 3 ûr die Westseite, und zwar den Abhang des sog. Cennalus (vgl. Varro 1. 1. V 54) (doch spricht dieser wie auch Plut. Rom. 4 in Verbindung mit dem Cermalus nur von dem ru-minalischen Feigenbaum) ein, den er von dem im engeren Sinne als Palatin zu bezeichnenden Süd- [1816] hügel trennt, vor allem mit Rücksicht auf die Angabe des Dionys. I 79 τὸ ἄντρον... κατὰ τὴν ἐπὶ τὸν ἰππόδρομον φέρονσαν ὀδόν, da er an die heilige Prozessionsstraße durch den Tuscus viens denkt; von dem Nordwestfuß des Palatin spricht Wissowa Myth. Lex. I 14 57 und Bel. und Kult. d. Röm.² 209; nicht ganz bestimmt äußert sich Hülsen bei Preller a. a. O. I 3, 36. Die Annahme älterer Archäologen (besonders des Italieners Gori, vgl. Bull. d. Inst. 1867, 104ff), Reste des L. aufgefunden zu haben (vgl. auch Lanciani Röm. Mtt. 1894, 32), scheinen nach den Widerlegungen Cicconetis (Bull. d. Inst. 1867, 1, 57ff.) irrig gewesen zu sein (vgl. besonders Mannhardt a. a. O. und Jordan I 1, 451, 77. 455 sowie Hülsen ebd. I 3, 38, 20). Die Höhle lag in einem heiligen, dicht bewaldeten Hain und ließ eine Quelle entströmen; in Augustus’ Zeiten war die Gegend bebaut und befand sich in einem der lebhaftesten Stadtteile Roms. Ganz in der Nähe befand sich der ruminalische Feigenbaum; in dieser Gegend spielte sich nach der Sage die Kindheitsgeschichte der römischen Zwillinge ab, die hier in ihrer Mulde ans Trockene gespült und von der Wölfin genährt wurden, welche sich hierauf in der Höhle verbarg (Ovid. fast. II 411 ff. Dionys. I 79 nach Fabius Pictor. Serv. Aen. VIII 343, der jedoch hier wie VIII 90 fälschlich das L. als in circo liegend bezeichnet); von der Marshöhle spricht Vergil in der Schildbeschreibung Aen. VIII 630 [denn wie Fabius Pictor (Serv. z. d. St.) richtig erkannt hat, ist Mavortis in antro zusammenzunehmen, anders Preller-Jordan Röm. Myth. I 387, 3]. Am L, wurde später das eherne Standbild der Wölfin mit den säugenden Zwillingen aufgestellt (Liv. X 23. Dionys. I 79). Der Überlieferung nach habe sich hier ein Heiligtum des mit dem lykäischen Pan identifizierten Gottes Faunus be-। funden, das der älteste Ansiedler des Palatin, der arkadische König Euandros, zum Dank für die gastliche Aufnahme diesem gestiftet habe (Dionys. a. a. O. und 32. Serv. Georg. I 10, vgl. auch Verg. Aen. VIII 343. Ovid. fast. II 279f. Schwegler E. G. I 351ff,). An dieses Heiligtum, wo nach dem Bericht des Iustin XLIII 1, 7 ein Bild des Gottes gestanden haben soll (s. den Art. Luper-cus), knüpfte man das Fest der Lupercalien an; hier soll bei Beginn desselben dem Gotte das »feierliche Opfer dargebracht worden sein (Varro

1. 1. V 85 und Serv. Aen. VIII 343), hier begann der Umlauf der Luperci (Plut. Rom. 21), hierher scheinen sie nach vollzogenem Umlauf auch wieder zurückgekehrt zu sein, um das Festmahl einzunehmen (Gilbertl 148ff.). Von der Wiederherstellung des Heiligtums durch Augustus hören wir von diesem selbst Mon. Ancyr. IV 2. Cicconeti folgert übrigensa. a. O.159ff. aus den Worten ,Lupercal... feci) daß Augustus ein neues > Heiligtum, vielleicht einen Tempel in der Nähe der dten Grotte habe bauen lassen, auf dessen Lage dann tatsächlich die Worte des Servius Aen. VIII 343. ubi nunc est Lupereal in circo gepaßt hätten. Über die Bedeutung und Herleitung des Namens L. s. Lupercus.

Lupercalia. Das alljährliche, am 15. Februar begangene, in einem durch die Priester veranstalteten feierlichen Umlauf um die Altstadt