RE:Lykos 21
| Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft | |||
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| Sohn des Pandion | |||
| Band XIII,2 (1927) S. 2399–2401 | |||
| Bildergalerie | |||
| Register XIII,2 | Register lf | ||
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2i) Sohn des Pandion. Über die Möglichkeit der Identität mit Nr. 20 s. o. Usener (Rh. Mus. LIII 1898, 373; Göttern. 200ff.) und Gruppe (Griech. Myth. 586, 3) identifizieren ihn einer- [2400] Lykos 2400
seits mit Nr. 18 (den ja Euripides aus Boiotien nach Athen auswandern läßt, s. o.), andererseits als Vertreiber von Theseus (SchoL Arist. Pint. 627. SchoL Lykophr. 1326) mit dessen skyrischen Mörder Lykomedes. U s e a e r s Deutung dieser Sage (Verfolgung des Winters durch den Sommer; Usener will ja überall in L. die Lichtbedeatung finden) wird von Gruppe mit Recht abgelehnt. Daß L. nicht ursprünglich attischer Herkunft ist, 10 verrät das Bestreben der Atthidographen (Strab.
IX 1, 6 p. 392), ihn durch Einreihung in das Geschlecht des Pandion (nach Gruppe 596 eine Folge von Peisistratos* Sieg über Megara) zu legitimieren. L. wird vielfach als Stammheros oder sogar Ahnherr der Lykomiden betrachtet; unwahrscheinlich ist das nicht, aber es soll doch nicht vergessen werden, daß kein einziger Beweis vorliegt. Nur Paus. IV 1, 5ff. zeigt ihn in enger Verbindung mit jenem Geschlechte. Nach Apol-20 lod. III 205. 296 war L. einer der vier im Exil geborenen Söhne Pandions und der Megarerin Pylia. Nach der Rückkehr seines Geschlechts in Attika erhielt er die Herrschaft über die Diakria, Soph. frg. 872 = Strab. a. O. SchoL Arist. Ly-sistr. 58. SchoL Vesp. 1223. Pfister Reliquienkult I 25, 66. Von ihm soll das Lykeion seinen Namen haben (Paus. I 19, 3), vgl. Judeich To-pogr. v. Athen 366. Gruppe 35, 9. Abgebildet ist L. auf der Kodros-Schale (Braun Die Schale 30 des Kodros, Gotha 1843. Jahn Arch. Aufs. 181.
Myth.Lex.II 2187 Fig. 2) und auf einem streng-rf. Krater (Tsountas Ἐφημ. ἀρχ. 1885, 223 Taf. 12, 2). Eine der vom Streit mit Theseus entgegengesetzte Überlieferung läßt L. von seinem Bruder Aigeus vertrieben werden und nach Asien zu Sarpedon und dessen Termilen flüchten, die dann nach ihm ihren historischen Namen erhalten haben, Her. I 173. VII 92. Strab. XII 8, 5 p. 573. XIV 3, 10 p. 667. Paus. I 19, 3. Steph. Byz. s. 40 4vxfo. Pomp. Mela I 15, 1 (80); vgl. o. Nr, 17 und Creuzer Symbol. II 256. Gruppe, der den Vater Pandion zum lykischen Pandaros stellt, rechnet diese Ausgleichung des Atheners mit dem lykischen Landesheroen zu den Folgen der Schlacht am Eurymedon (S. 329. 332). Pollux IX 93 erwähnt L. unter den ersten Münzprägern.
L. gilt dann weiter als Erneuerer der Mysterien von Andania, welche Kaukon (s. o. Bd. XI S. 63, 58ff.), Sohn des Kelainos (vgl. die Mutter 50 von L. Nr. 15 und 16; dagegen To ep ff er Att.
Geneal. 217), gegründet hatte. Was Paus. IV 1, 5–9 darüber berichtet, geht aber, wie R. v. d. Loeff (Hand. v. h. 6e Ned. Philol. Congr., Leiden 1910, 175ff.) dargetan hat, auf eine von den Ly-komiden durch einen gewissen Methapos, dessen Existenz Toepffer 218 überhaupt in Zweifel zieht, betriebene Propaganda zurück. Nun tut die bekannte Mysterienverordnung vom J. 94 v. Chr. (IG IV 1, 1390 Syll. III 3 736 S. 401. 60 v. Prott-Ziehen Leg. Graec. sacrae II 58) weder des L. noch der Lykomiden einigerlei Erwähnung. Somit muß der Einfluß dieses Geschlechts in Andania erst nach diesem Zeitpunkt eingesetzt haben und die ganze dieselbe legitimierende Legende, die Paus. a. O. darlegt, verliert dadurch den Anspruch auf Altertümlichkeit, auf die sie eingerichtet ist. Über die Lykomiden s. d. Art.; über ihren Einfluß in Eleusis und ihre Stellung [2401] 2401 Lykos}}
ram Orphismus besonders auch Orph. frg. 304 K. = Paus. IX 30, 12, F 305 = Paus. IX 27, 2. Lenormant bei Daremberg-Saglio II 3. 550. Farnell Culte of Greek States III 163. 199. 209ff. Bossler De gent, att. sacerd. 36. 39.