RE:Lykurgos 3

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Herrscher zu Nemea
Band XIII,2 (1927) S. 24402442
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3) [...] [2441] [2442] 3) Herrscher zu Nemea (hier auch sein Grab, Paus. II 15, 3), Sohn des Pheres (Apollod. I 9, 14) oder des Pronax (Apollod. I 9, 13. Paus. III. 18, 7; über diesen Widerspruch, der genealogisch zu chronologischen Schwierigkeiten führt, s. u.), [2441] 2441 Lykurgos

Priester des Zeus von Nemea und Gemahl der Eurydike. Erspielt eine Rolle in der Sage vom Zuge der Sieben gegen Theben. Sein Sohn Ophel-tes wird von einer Schlange getötet, während dessen Wärterin Hypsipyle jenen im Lande erschienenen Helden eine Quelle zeigt. Da L. sich an jener rächen will, tritt Tydeus ihm entgegen, jedoch Amphiaraos und Adrastos verhindern einen Kampf (Stat. Theb. V 660ff.). Diese Szene glaubte O. Jahn auf mehreren Vasenbildern 1 dargestellt zu finden (Ber. d. sächs. Ges. d. Wissensch. 1853, 21–30 mit Taf, 3), die jedoch Robert Griech. Heldensage 936, 1 auf den Streit zwischen Aias und Odysseus um die Waffen des Achilleus bezieht (vgl. Robert Bild und Lied 213ff.). Mit demselben Vorgang pflegt man zumeist ein von Paus. III 18, 12 beschriebenes Bild am amykläischen Throne in Verbindung zu bringen, auf dem Ἄδραστος #ai Τνόευς Ἀμφιάραον καὶ Λυκούργον τὸν Πρώνακτος μάχης κατά-παύονοιν; während aber früher nach dem Vorgänge von Welcker Ep. Cykl. II 351 allgemein dem Pausanias mit Rücksicht auf die Darstellung des Statius eine Verwechslung des Tydeus und Amphiaraos zugeschrieben wurde, wies Bethe Thebanische Heldenlieder 49, 11 zur Entlastung des Pausanias auf den Familienzwist zwischen L. und Amphiaraos, der durch die Tötung des Pronax, des Vaters des L., durch Amphiaraos anläßlich der Argiver Thronstreitig- » keiten hervorgerufen wurde, hin und bezichtigte Statius des Irrtums (ebenso Stoll Myth. Lex. I 82; doch können auch zwei verschiedene Vorgänge gemeint sein, vgl. Robert Griech. Heldens. 938, 1 und Herm. XLIV 399). In einer weiter vorgeschrittenen Situation sehen wir nach Overbeck Bildw. d. theban. u. troi. Heldenkr. H9f. (ebenso Jahn a. a. 0 32) L. auf einer apulischen Amphora (abgeb. bei Overbeck Taf. IV 4), wie er als Priester gekleidet neben. der sich vor Eurydike verteidigenden Hypsipyle mit Adrastos redet; auch ein Relief von einer etruskischen Aschenkiste (Overbeck 121, abgeb. Taf. V 1) gehört, wenn die Deutung, L. über der knieenden Hypsipyle, richtig ist, hierher. Eine ähnliche Rolle teilt Robert Herm. XLIV 397 in dem Rekonstruktionsversuch der Euri-pideisohen Hypsipyle dem L. als auftretender Person in jener verlorenen Tragödie zu. Von Stesichoros in der Eriphyle (frg. 16 B.) wurden L. und Kapaneus als solche genannt, die von Asklepios vom Tode erweckt worden seien (Apol-lod. III 10, 1 u. a.); doch irrt Robert, wenn er hieraus schließt, Stesichoros habe den L. als Teilnehmer am Heereszuge gegen Theben bezeichnet (dies lag zwar mit Rücksicht auf die Verwandtschaft des L. mit seinem Oheim und Schwager Adrastos nahe, ist aber nirgends überliefert). Rapp Myth. Lex. II 2204 nimmt übrigens noch hier zwei verschiedene Personen mit Namen L, an, indem er recht willkürlich alles, was sich auf die Begegnung des L. mit den Theben angreifenden Helden bezieht, dem Sohne des Pheres und nur den Bericht über die Wiedererweckung vom Tode dem Sohne des Pro-nax zuteilt. Meines Erachtens ist eine solche Scheidung unnötig und führt zu chronologischen Unmöglichkeiten. Denn der Sohn des Pronax [2442] Lykurgos 2442

kann passend mit seinem Oheim Adrastog, dem jüngeren Bruder des Pronox, der außerdem durch seine Ehe mit Prônas' Tochter Amphithea (Apollod. I 9, 13) des L. Schwager ist, Zusammenkommen; als Sohn des Pheres wurde er jedoch gegenüber dem Adrastos einer um 2 Stufen älteren Generation angehören und der Vetter von dessen Großvater sein (vgl. die Genealogie Apollod. I 9, 11. 13); auch paßt er als Sohn des OArgivers Pronax weit besser nach Nemea denn als thessalischer Königssohn. Vielleicht hat Apollodor I 9, 14 den Pheres (der nur hier als Vater des L. genannt wird) derselben zu Verwechslungen neigenden Quelle entnommen wie unmittelbar darauf die Amphithea als des L. Gemahlin (vgl. Höfer Myth. Lex. ΪΠ 3118). Übrigens nennt Hyg. fab. 15, 74 und 273 den L. mit der Kurzform Lykos.