RE:Maenius 4

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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verschuldeter Angehöriger des Geschlechts, Witzbold (scurra)
Band XIV,1 (1928) S. 248
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4) Maenius war ein Nachkomme des berühmten C. Maenius Nr. 9 und ist durch die Satiren des Lucilins (1203 Marx mit dessen Anm.) allgemein bekannt geworden. Als nämlich Cato in seiner Zensur 570 = 184 durch Ankauf von Grundstücken am Forum den Platz für die Ba-silica Porcia gewann, überließ ihm M. sein Recht und Eigentum nur unter der Bedingung, daß ihm bei Gladiatorenspielen auf dem Forum ein 30 Zuschauerplatz an einer Säule des Gebäudes Vorbehalten blieb (Ps.-Ascon. Cic. div. in Caec. 120 Or. = 201 St. Porphyr. Hör. sat. I 3, 21). Es kann zweifelhaft erscheinen, ob ihm das von Cato zum Abbruch erworbene Atrium Maenium (Liv. XXXIX 44, 7) gehört hatte oder nur das Recht, von der Columna Maenia, dem Ehrendenkmal seines Ahnherrn (s. d.), aus öffentlichen Festlichkeiten beizuwohnen (vgl. dazu Cic. Phil. IX 16. Mommsen St.-R. III 1185); vielleicht schließt eines das andere nicht aus, so daß auch die Columna Maenia damals verschwunden wäre (also nicht darauf zu beziehen Plut. Cat. min. 5, 1). Die Veräußerung seines Erbes und der sonderbare Vorbehalt ergaben zusammen die Vorstellung eines leichtsinnigen aber auch witzigen Menschen. In diesem Sinne hat offenbar, ein halbes Jahrhundert später, vielleicht kurz nach dem Tode des M. und mit Verwertung anderer über ihn umlaufender Anekdoten (z. B. Porphyr. a. O.), Lucilius sein literarisches Porträt gezeichnet, und dieses bereite karikierte Bild hat dann wieder dem Horaz als Vorlage gedient (sat. I 3, 21ff.; ep. I 15, 26ff.).