RE:Maenius 9

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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P. f. P. n., C. cos. 338 v. Chr.
Band XIV,1 (1928) S. 249251
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9) C. Maenius, P. f. P. n. (Fasti Cap. Acta triumph.) war Consul mit L. Furius Camillus (Bd. VII S. 323 Nr. 42) im J. 416 = 338 (Hydat. Chron. Pasch. Liv. VIII 13, 1. Cassiod. Plin. n. h. XXXIV 20. Diod. XVII 2, luBei Chronogr.: Camello et Nepote ist das ausgeschriebene P. nepos der Vorlage fälschlich zum Kognomen geworden) und vollendete mit ihm die Unterwerfung der Latiner ‘ unter Rom. Nach dem auffallend knappen Kriegsbericht bei Liv. VII 13, 1 – 7 wandte sich Camillus gegen das Binnenland und M. gegen das Küstengebiet und errang jener bei Pedum den Sieg über die Stadtbewohner und ihre Verbündeten aus Praeneste und Tibur, M, aber durch überraschenden Angriff beim Flusse Astura einen noch größeren Erfolg über die vereinigten Streitkräfte der latinischen Gemeinden Aricia, Lanuvium, Velitrae und des volskischen Antium. Beide Consuln erhielten für ihre Taten, die den Friedensvertrag und die dauernde Unterordnung Latiums unter Rom zur unmittelbaren Folge hatten (Liv. 14, 1–11; ß. Geizer o. Bd. XIIS. 963), den wohlverdienten Triumph, und zwar M. de Antiatibus Lanivineis (auf dem Stein vielmehr Lavïneis s. o. Bd. XII S. 1010, 20ff. Wissowa Herm. L 26, 2,) Veliterneis (Acta triumph. Liv. 13, 9. Eu-trop. II 7, 2), aber außerdem noch besondere Auszeichnungen. Am meisten Eindruck machte -die Bezwingung des seemächtigen Antium durch M.; die Schnäbel der von ihm ausgelieferten Kriegsschiffe wurden als eigenartiger Schmuck an der Rednerbühne des Forums angebracht, die Beitdem davon den Namen Rostra führte (Liv. 14, 8. 12. Flor. I 5, 10. Plin. n. h. XXXIV 20. s. Bd. I A S. 451f.); noch ein später Nachkomme des M. legte sich in Erinnerung an dessen Sieg den Beinamen Antias (oder Antiaticus) bei (Nr. 18). Die besondere Ehre für die beiden Consuln bestand nach Liv. 13, 9 in der Errichtung ihrer Reiterstatuen auf dem Forum; Eutrop. 3 zieht dies und die Ausschmückung der Rednerbühne zusammen:statuae.. . inros/ris.Plin n.h.XXXIV 20 berichtet von der nur dem M. zuteil gewordenen Ehre einer (Statue auf einer) Säule, der auch sonst erwähnten Columna Maenia. Die Nachrichten über diese sind mehrfach vermengt mit denen über die vorspringenden Galerien, die M. auf den Tabernen am Forum anlegte und die nach ihm Maeniana genannt wurden, was in der Folgezeit ein Gattungsname für überhängende Erker und obere Stockwerke wurde (s. u. und den Artikel Maenianu ml. Die alte Columna Maenia, das Ehrendenkmal des Consuls von 416 = 338, mußte nämlich bereits 570 = 184 beim Bau der Basilica Porcia weichen zusammen mit dem wohl danach benannten Atrium Maenium (Liv. XXXIX 44, 7) ; [250] Maenius

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aber an der Stelle, wo sie gestanden hatte, haftete ihr Name und das Recht der Nachkommen des Geehrten, von hier aus Festlichkeiten auf dem Forum mit anzusehen (Cic. div. in Caec. 50 [vgl. Ps.-Acon. z. d. St. 120 Or. = 201 Stangl]; Sest. 18 ergänzt durch Schol. Bob. z. d. St. 295 Or. = 198 Stangl. Plin. n. h. VII 212. Porphyr. Hör. sat. 1 3, 21. s. Nr. 4, auch Suppl. IV S. 489ff.). 434 = 320 war M. zum ersten Male Dictator mit 0 M- Foslius Flaccinator (Bd. VI S. 2828 Nr. 3) als

Magister equitum. Die Dictatur ist verzeichnet in den Fasti Cap. (ergänzt durch das Fragment Not d. scav. 1904, 10) und wird vorausgesetzt bei Liv. IX 34, 14 in einer ins J. 444 = 310 verlegten Rede, während sie in seiner Erzählung übergangen ist; ihr Zweck soll die Leitung von Untersuchungen gewesen sein, deren strenge Handhabung aber den Dictator in Streit mit politischen Gegnern brachte und schließlich seine Abdankung 20 herbeiführte (Liv.). Der Bericht ist eine Vorwegnahme des von der zweiten Dictatur gegebenen und daher unglaubwürdig. 436 = 318 wurde M. Censor mit L. Papirius Crassus (Fasti Cap.) und erbaute damals die Galerien über den Tabernen, die seinen Namen verewigten (Fest. 134; ep. 135. Isid. orig. XV 3, 11). 440 = 314 wurde M. zum zweiten Male Dictator mit M. Foslius Flaccinator als Magister equitum (Fasti Cap. mit Iterationsziffer. Liv. IX 26, 7. Diod. XIX 76, 3), und zwar zur 10 Unterdrückung der Umtriebe, die während der

Fortdauer des Samniterkrieges aus Campanien gemeldet wurden. Fasti Cap. bezeichnen den Zweck: reï gerun(dae) caussa, Liv. IX 26, 6. 14 (vgl. 34, 14): quae-stionibus exercendis. Nach Diod. XIX 76, 4f. war der Verlauf der Ereignisse folgender: Der Dictator rückte mit Heeresmacht in die Nähe von Capua; die Campaner wollten anfangs kämpfen, erfuhren dann aber die Niederlage der Samniten durch die Consuln, fürchteten den Angriff der 10 vereinigten römischen Heere und unterwarfen sich.

Die Anstifter des Abfalls sollten ausgeliefert werden und kamen der Verurteilung durch Selbstmord zuvor; die campanischen Gemeinden erhielten Verzeihung und erneuerten die früheren Verträge. Bei Livius ist von diesem Berichte nur der Selbstmord der mit Namen genannten campanischen Führer übrig geblieben (IX 26, 7: sive is timor seu conscientia fuit... priusquam nominarentur apud dietatorem)) dafür hängt er eine ausführ-50 liehe Erzählung an, wie nun die Untersuchung staatsgefährlicher Umtriebe auch auf Rom ausgedehnt worden sei, sich auf immer weitere Kreise erstreckt habe und schließlich von Seiten der dadurch bedrohten Nobilität gegen den Dictator selbst gewendet worden sei, worauf er freiwillig sein Amt niedergelegt habe und aus dem vor den Consuln geführten Prozeß glänzend gerechtfertigt hervorgegangen sei (26, 8 – 20 vgl. 34, 14 mit der auf 434 = 320 zurückführenden Zeit-60 angabe). Die Neueren glauben diese Erzählung meistens einfach streichen zu müssen (z. B. nach Früheren Bandel Die röm. Dictaturen [Dies. Breslau 1910] l02f. Soltau Herm. XLIX 359, 2); mit Recht hält Beloch (Röm. Gesch. 479 vgl. 477) an ihrem Kerne fest. Denn die Stellung des M. war ohne Zweifel eine solche, daß er sie nur im Kampfe mit dem Patriziat und der ihm nahestehenden, in der Bildung begriffenen ple- [251] 251

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heischen Nobilitât behaupten konnte. Er hatte als Erster seines Namens das Consulat erlangt und sich darin hohen Ruhm erworben, wurde dann aber erst nach langen Jahren in schwerer Not des Staates wieder zu hohen Ämtern berufen und blieb der Einzige seines noch lange blühenden Geschlechtes, der in den Listen der Oberbeamten verzeichnet ist. Er ist also gewiß viel befehdet worden, und seiner Familie ist es nicht gelungen, sich auf der von ihm erreichten Höhe zu halten.