RE:Magnes 3
| Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft | |||
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| Altatt. Komiker | |||
| Band XIV,1 (1928) S. 457–459 | |||
| Bildergalerie | |||
| Register XIV,1 | Register m | ||
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3) M. einer der ältesten attischen Komiker. Aristoteles (poet 3) stellt ihn mit Chionides zusammen Ἐπίχαρμος ὁ ποιητῆς πολλφ πρότερος ὧν ΧιωνΙδου καὶ Μάγνητος. Diomedes (p. 488, 23 K.) nennt ihn neben den legendarischen Su-sarion und Mullus unter den poetae primi co-miei. Der vortreffliche Anonymus περὶ κομφδίας (Kaibel CGF I 7) sagt von ihm: Μάγνης θὲ Ἀθηναῖος ἀγωνισάμενος Ἀθήνησι νικάς ἔσχεν ta. τῶν δὲ δραμάτων αὐτοῦ ὄνδεν σφζεταί, τὰ δὲ ἐπιφερομενὰ ἐστιν ἐννέα. Die Zahl seiner Siege wird bestätigt durch die Liste der Sieger an den städtischen Dionysien (Wilhelm Urk. dramat. Auff. 107), wo an sechster Stelle sein Name mit 11 Siegen sicher ergänzt wird; Suidas, der ihn aus Ikaria sein läßt, wie Thespie, gibt ihm fälschlich nur zwei Siege, aber wie der Anonymus neun Stücke. Die Lenäensiegerliste (Wilhelm 123) enthält seinen Namen nicht, zur Zeit ihres Beginns (445–440) war M. also entweder tot, oder nicht [458] Magnes 458
mehr beliebt. Seine Tätigkeit wird also bald nach 480 begonnen und das J. 450 nicht wesentlich überschritten haben. Von seinen Siegen ist einer durch die Fasten (Wilhelm 18) auf 472 sicher festgelegt, auch im folgenden Jahre wird man seinen Namen, der die Lücke genau füllt, ergänzen müssen (Körte Jahreiber. CLII 221, 3); dagegen irrt Geißler (Chronologie der alt-attischen Komödie, Berl. 1925, 2), wenn er auch 10 für das J. 470 die Ergänzung seines Namens als ,so gut wie sicher* ansieht, denn von der betreffenden Zeile ist kein Buchstabe erhalten.
Das wichtigste Zeugnis über M. gibt Aristo-phanes in der Parabase der Bitter 520ff.: τοῦτο μὲν εἰδώς θπαθὲ Μάγνης ἄμα ταῖς πολιαῖς κατιοὺ· σαις, I 8; πλδῖστα χορῶν τῶν ἀντιπάλων νίκης ἔστησε τρόπαια* 20 ἄλλα τελευτῶν ἐπὶ γήρως, ου γὰρ ψ’ ἤβης, Der Dichter, dessen Siegeszahl überhaupt von keinem der späteren Komiker erreicht wird (am nächsten kommt ihm Kratinos mit im ganzen 9), konnte sich also als alter Mann neben der jüngeren Generation, vor allen wohl Telekleides und Kratinos, nicht behaupten. Aus den Angaben des Aristophanes haben schon die alten Erklärer folgende Titel erschlossen: Βαρβιτισταί, Βάτραχοι 30 (dies ein falscher Schluß), Αὐδοί, Ὄρνιθες, Ψήνες; Fragmente werden von den genannten nur aus den AvM (CAF I 8 frg. 3 und 4 Kock) angeführt). Außerdem haben wir Fragmente aus Διόνυσος af (frg. 2) und Διόνυσος ß' (frg. 1), Ποάστριαι (frg. 5) und Πυτακίδης (wofür Bern* hardy Τιτακίδης vermutete (frg. 6). Die angeführten Titel ergeben gerade die von dem Anonymus und Suidas bezeugte Neunzahl, aber ich habe Bedenken, ob die Ποάστριαι (oder Ποιάστριαι) 40 ihm nicht durch einen bloßen Schreibfehler des Scholiasten zu Platons Theaetet 209 C (frg. 5 K.) zugewiesen worden sind: Ein Stück dieses Namens ist für Phrynichos mehrfach bezeugt (CAF I 380f. frg. 38–43 K.) und Geißler Chronol. der altatt. Komödie 18, 2) hat in einer Inschrift IG II 992 col. II 3 Κράτητ[ος. ..J | Ποιάστρια[ι (Überliefert Πυιάστρια) Überzeugend hergestellt; in der Lücke zwischen Κράτητος und Ποιάστριαι ergänzt v. Wilamowitz bei Geißler anspre-50chend ἡ Φρυνίχου, dann würde das Stück zwischen Krates und Phrynichos strittig gewesen sein. Jedenfalls ist es unwahrscheinlich, daß M., Krates und Phrynichos alle drei Stücke mit dem seltsamen Titel die ,Grasrupferinnen*, d. i. die Erntearbeiterinnen (s. Hesych. s. v.) gedichtet haben, und so liegt der Verdacht nabe, daß der Platonscholiast Μάγνης für Κράτης geschrieben hat, so wie umgekehrt Pollux VI 79 Κράτητος ἡ λεξις statt Μάγνητος (s. frg. 1 K.) gesetzt hat. 60 Nicht erhalten ist der Name des Stückes in einem bei Kock und auch bei Demiańczuk (Suppl. com.) noch fehlenden Fragment: Amherst Pap. II nr. 13 S. 5 ist einem Komikertext (Aristophanes?) ein Scholion beigesetzt, das Blaß Liter. Centralbl. 1901, 1769 folgendermaßen liest: παρά τὸ φορτικήν) ἐκ (oder ἴμ) πράσων (oder πράσοις) ἡ μὴ *μ πράοοι[ς b τοῖς ἀναφ]ερο(μάνοιςλ εἰς Μάγνητα... Ohne Titelangabe zitiert nur [459] 4δ9
Pollux frg. 7 K., und der Berliner Photios frg. 1 Demiańczuk. Mehrfach (frg. 1. 2, im Amherst-Papyrus) wird durch den Zusatz ἀναφερόμενα εἰς Μάγνητα angedeutet, daß die alten Grammatiker sich der Unechtheit aller unter M.s Namen laufenden Stücke bewußt waren, nur von den Lydern bemerkt Hesych (s. λυδίζων) ot σφζονταὶ μὲν, διεσκενασμένοι δὲ εἰσιν, ähnlich Phot. s. λυδι(ά)ζων * Λυδοὶ Μάγνητος τὸν κωμικὸν διεσκενάσκησαν. Es haben also manche Grammatiker geglaubt. in den unter M.s Namen erhaltenen Avδοί wenigstens einen echten alten Kern anerkennen zu müssen, ob mit Recht, entzieht sich meinem Urteil; im ganzen wird das Wort des Anonymus τῶν δὲ δραμάτων ὄνδεν σφζεταί seine Richtigkeit haben. – Meineke FCG I 29ff., Fragmente Meineke II 9ff. Kock CAF I 7ff. Demian'czuk Suppt Com. 54. [A. Körte.]