RE:Mamilius 5

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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C. Mamilius Atellus, plebischer Ädil 208 v. Chr., Prätor 207 v. Chr.
Band XIV,1 (1928) S. 956957
Gaius Mamilius Vitulus in Wikidata
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5) [...] ) 5) C. Mamilius Atellus war vermutlich der

ältere Sohn des C. Mamilius Turrinus Nr. 11 und der Bruder des Q. Turrinus Nr. 13, der ihm als Aedil und Praetor unmittelbar nachfolgte, und führte vielleicht ebenfalls den erblichen Beinamen Turrinus, bis dieser durch den individuellen Atellus verdrängt wurde (vgl. Röm. Adelspart. 69). Das Kognomen Atellus wird ihm nur von Liv. XXVII 8, 1–3 und XLI 21, 8 beigelegt, wo von seinem geistlichen Amte die Rede ist; es kann) ein Diminutivum von ater sein (Thes. ling. lat.

II 1021, 83ff.), doch sei auch an das der sakralen Sphäre angehörige ad atattam esse der Säkularakten (Mommsen Epigr. Schr. I 574f. 599, danach o. Bd. II S. 1895, 9ff.) erinnert, womit freilich von einem Rätsel auf ein anderes verwiesen wird. M. wurde 545 = 209 trotz des Widerstandes der Patrizier als erster Picbeier zum Curio maximus gewählt (Liv. XXVII 8, 1–3), was jedenfalls einer gewissen politischen Bedeu-'tung nicht entbehrte. Als plebeischer Aedil im folgenden J. 546 = 208 befestigte er sich duich die verlängerte Feier der plebeischen Spiele in der Gunst des Volkes (ebd. 36, 9) und wurde daraufhin für 547 = 207 zum Praetor gewählt (ebd. 35, 1; vgl. Mommsen St.-R. I 532), während sein Bruder ihn in der Ädilität ablösen durfte. Er erhielt Sizilien zur Provinz mit zwei Legionen (ebd. 36, 11f. XXVIII 10, 13). Die Angabe einiger Quellen, daß er von dort zur Abwehr Hasdrubals 3000 Bogenschützen und Schleuderet nach Italien geschickt habe (ebd. XXVII 38, 12), verdient keinen Glauben. Die u. a. von Hülsen o. Bd. I S* 1191, 14 geteilte Ansicht, daß er der Praetor T. Manlius gewesen sei, der Agrigentum mit Kolonisten aus anderen sizilischen Städten neu besiedelte (Cic. Verr. II 123), fügt sich zwar der Geschichte dieser Stadt gut ein, setzt aber voraus, daß Pränomen und [957] Nomen entstellt sind; bei der Beziehung dieser Nachricht auf den Praetor L. Manlius Vulso von 557 = 197 wäre nur das Pränomen zu ändern. 551 = 203 ging M. mit dem Consular C. Teren-tius Varro und dem Aedilicier M. Aurelius Cotta als Gesandter zu König Philipp von Makedonien, um über seine Friedensverletzungen gegenüber griechischen Staaten Klage zu führen; jeder der drei Gesandten reiste auf einem besonderen Schiff (Liv. XXX 26, 4), und die beiden älteren kehr-1( ten allein zurück und ließen Cotta in Griechenland (ebd. 42, 2). M. starb bei der großen Epidemie von 580 = 174 (Liv. XLI 21, 8) und erhielt in seiner geistlichen Würde wieder einen Plebeier zum Nachfolger, den C. Scribonius, der davon geradezu Curio zubenannt wurde (Bd. ΠΑ S. 861 Nr. 8).