RE:Marcius 61

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Figulus, C. cos. 162 cos. II 156 v. Chr.
Band XIV,2 (1930) S. 15571559
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61) C. Marcius Figulus war als C. f. Q. n. (Fasti Cap.) offenbar Enkel des Q. Marcius Philippus Nr. 78 und Vetter des gleichnamigen Nr. 79; während dessen Vater L. das großväterliche Kognomen behielt, hatte der sednige den Beinamen Figulus ,der Töpferi empfangen, der später auch bei den Nigidii erscheint und gleich- [1558] Marcins (Figulus) 1 ö 5 8

zeitig bei diesem M. und einem zweiten, der jedenfalls sein Bruder ist (Nr. 65). Für das J. 585 = 169 wurde Q. Marcius Philippus zum zweiten Male zum Consul gewählt und sein Vetter Figulus, der ebenfalls schon ein älterer Mann gewesen sein wird, zum Praetor (Liv. XLIII 11, 7), und es war gewiß nicht bloß der Zufall der Losung, der dem Consul den Oberbefehl gegen Perseus zu Lande und dem Praetor den zur See übertrug (ebd. 15, 1 vgl. auch Nr. 65; Rim. Adelsparteien 153), so daß sie ähnlich dastanden, wie die Brüder T, und L. Quinctius Flamininus in dem früheren makedonischen Kriege, was auch in der griechischen Welt rasch bekannt wurde (Polyb. XXVIII 16, 4). Beide trafen im Frühjahr 585 = 169 in Brundisium ein, gingen über Korkyra nach dem Ambrakischen Golf und von hier auf verschiedenen Wegen zu ihren Streitkräften; der Praetor fuhr über Leukas und durch den Golf von Korinth bis zu dem böotischen Hafen Kreusis und durchquerte dann zu Lande Boiotien, um die Flotte in Chalkis zu übernehmen (Liv. XLIV 1, 3f. 2, 1). In Thessalien traf er wieder den Consul und vereinbarte mit ihm einen kombinierten Angriff (ebd. 2, 2–1), sollte aber nicht allzu viel Erfolg haben. Die Flotte führte dem in Makedonien eingerückten Landheere Lebensmittel zu (ebd. 7, 10) und leistete ihm Beistand bei der Unternehmung gegen Herakleion (9, 2; s. o. Bd. VIII S. 500, 1ff.). In dieser Zeit traf eine rhodische Gesandtschaft erst bei dem Consul und dann bei dem Praetor ein und erfreute sich bei dem letzteren einer besonders freundlichen Aufnahme (Polyb. XXVIII 16, 3f. 6. 17, 1. 10f.). Nach der Einnahme von Herakleion wandte er sich erst gegen Thessaloniike, dann gegen Aineia und Antigonoia; er ließ Truppen landen und die Umgegend verwüsten, lieferte den Feinden Gefechte, richtete aber gegen die festen Plätze nichts 'aus (Liv. XLIV 10, 5–11). Nachdem König Eumenes (Bd. VI 8. 1100) mit 20 pergamenischen und fünf bithynischen Deckschiffen zu ihm gestoßen war, ging er an die Belagerung von Kassandreia, der Nachfolgerin Poteidaias auf dem Isthmos von Pallene; die Römer griffen von der einen, die Pergamener von der andern Seite an; die Belagerung zog sich längere Zeit hin, aber als die Römer einmal bereits durch eine Bresche eindringen wollten, brachte ihnen vielmehr ein Aus-) fall der Besatzung schwere Verluste bei, und dann glückte es zehn makedonischen Schiffen, den Belagerten Verstärkungen zuzuführen, so daß M. und Eumenes den Mut verloren (Liv. XLIV 10, 12–12, 7). Da auch eine geplante Übenumplung von Torone mißlang, fuhren sie nach dem Pa-gasäischen Meerbusen zurück, um Demetrias zu gewinnen und gingen bei Iolkas vor Anker (ebd. 12, 7f.). Der Consul Philippus schickte zu ihrer Unterstützung M. Popillius mit 5000 Maiin gegen) das nördlich von Demetrias auf der Halbinsel Magnesia gelegene Meliboia, aber Truppen des Perseus schlugen und vertrieben ihn und gelangten nach Demetrias hinein; daraufhin gaben M. und Eumenes den Plan zur Bezwingung dieser Festung als aussichtslos auf (ebd. 13, 1–9). Der König kehrte nach einem Besuch bei dem Consul Philippus in sein Reich zurück; M. ließ seine Schiffe vor dem Zugang zum Pagasäischen und [1559] 1559 Marcius (Figulus)

Malischen Golf teils bei Skiathos teils bei Oreos überwintern (ebd. 13, lOf.) und verlor hier ziemlich viele Mannschaften durch Krankheiten und Desertionen (ebd. 20, 6), bis er im Frühjahr 586 = 168 durch Cn. Octavius abgelöst wurde (ebd. 30, 1). Die Schuld an den Fehlschlägen des Seekriegs (vgl. noch Zonar. IX 22: Περσεύς ... καὶ τῷ ναυτικφ συχνὰ τοὺς '.Ρωμαίους ἐλῦπει) suchte M. und seine Partei auf Eumenes zu schieben (Liv. XLIV 20, 7), was die patriotische 1 Annalistik noch weiter aufbauschte (Val. Antias [frg. 52 Peter] ebd. 13, 12; vgl. Nissen Krit. Untersuch. 260f.). Bei den Comitien von 591 = 163, die der Consul Ti. Sempronius Gracchus leitete, wurde M. mit P. Cornelius Scipio Nasica Corculum für 592 = 162 zum Consul gewählt; er hatte bereits sein Amt angetreten und war in der ihm zugefallenen Provinz Gallien, als Gracchus nachträglich erkannte, daß er bei den Comitien gegen das Sakralrecht verstoßen habe, und die 2 Nichtigkeitserklärung der Wahl veranlaßte, so daß M. und sein Kollege als vilio faeti abdanken mußten (Fasti Cap. Fasti Antiates [‌ 1921, 128]. Chronogr. Hydat. Chron. Pasch. Cic. nat. deor. I 10f.; div. II 74. Val. Mar. I 1, 3. Obseq. 15. Cassiod. Plut. Marc. 5, 1–3; s. o. Bd. IV 8. 1498 u. Bd. IIA 8. 1408). Zum zweitenmal war er Consul mit L. Lentulus Lupus (Bd. IV 8. 1387) im J. 598 = 156 (Fasti Cap.

Fasti Antiates [Not. a. O.]. Chronogr. Hydat. 3t Chron. Pasch. Cic. Brut. 79. Obseq. 16. Cassiod. vgl. Val. Max. IX 3, 2). Er eröffnete den Krieg gegen die Dalmater, die ins römische Illyrien eingefallen waren; anfangs erlitt er eine Niederlage, und sein Versuch, Delminium zu nehmen, scheiterte; immerhin nahm er im Winter mehrere kleinere Ortschaften ein, begann die systematische Belagerung von Delminium und schoß die Stadt teilweise mit Brandpfeilen aus seinen Katapulten in Brand; die Einnahme blieb seinem 4( früheren Kollegen und nunmehrigen Nachfolger im Consulat und Kommando, P. Nasica, Vorbehalten (Liv. ep. XLVII. Flor. II 25, 11. Obseq. 16. Appian. Hlyr. 11. vgl. Polyb. XXXII 26, 2. Patsch o. Bd. IV 8. 248f. 2457, auch 1499). Sein Sohn ist Nr. 62.