RE:Maximus 44
| Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft | |||
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| Verfasser des astrologischen Lehrgedichtes Peri katarchon | |||
| Band XIV,2 (1930) S. 2573–2576 | |||
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| Register XIV,2 | Register m | ||
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44) [...] [2574] [2575] [2576] 2573
Maximus
144) Maximos, Verfasser des astrologischen Lehrgedientes Περὶ καταρχῶν.
I. Überlieferung. Das Gedicht ist nur in Cod» Laur. 28, 27 saec. XI überliefert, der auch Manethon enthält (s. o. S. 1102); der Anfang der Hs. und mit ihm 31/2 Kapitel sind verloren. Die drei Eingangsverse stehen in Laur. 28, 34; zwei Verse aus Kap. 1 sind hinter v. 605 geraten. Das Fehlende wird zum Teil ersetzt durch die prosaische Paraphrase, die in Cod. Laur. 28, 34 saec. XI f. 104 steht und daraus von Lud wich 79–96 abgedruckt ist. Sie ist auch in Cod. Vatic. 1056 f. 183 erhalten (Catal. cod. astrol. V 3, 51); der Text ist nach Heeg Die angeblichen orphigehen Erga (München 1907) 52 etwa derselbe, wie im Laur. Die Paraphrase bildete wohl ursprünglich einen Teil des von Boll (S.-Ber. Akad. Münch. 1899, 88) eo genannten Syntagma Laurentianum. Einzelne Kapitel finden sich mehrfach in Hss„ ohne daß M. aber zu den häufig auf tretenden Autoren gehörte; so περὶ δραπετῶν (Catal. I 31. II 21), περὶ τῶν ἐν δεομοῖς (Catal. II 20. VIII 4, 56), περὶ ἀποδημίας καὶ γάμον (Catal. II 44. VIII 1, 77), περὶ διδασκαλίας τεχνῶν (Catal. VIII 4, 57). Vgl. noch ebd. V 3, 45 (125, 22). VII 10. VIII 1, 94. – Cod. Laur, 28, 27 ist sorgfältig geschrieben und korrigiert; aus ihm edierte den M. zuerst Fabricius Bibl. Graeca VIII 415 (Hamburg 1717) = IX 324 ed. Harless; dann Ed. Gerhard, Leipzig 1820 (wertlos). Förderlich die Ausgabe von Köchly (in Poetae bucolici et di-dactici ed. Ameis, Lehrs usw., Paris 1851 im Schlußteil S. 103) mit wichtiger Praefatio (S. LXI), in der Dübner (S. LXXIII) auch die Paraphrase heranzog. Endlich ed. A. Lud wich (Lpz. 1877) mit der ersten sorgfältigen Vergleichung des Laur. und der Paraphrase, in der Textkritik verfehlt; vollständiger Wortindex 8. 55.
II. Inhalt. Das Gedicht enthielt 12 Kapitel; von ihnen sind die über die Geburt, die Erwerbung von Sklaven, Seefahrt und Handel ganz, das über Reisen zur Hälfte verloren; es folgen Abschnitte über die Ehe (5), Krankheiten (6), chirargische Eingriffe (7), entlaufene Sklaven (8), Unterricht der Kinder (9), Ackerbau (10), Gefangenschaft (11), Diebstahl (12). Es handelt sich um die Lehre von den καταρχαί, die Frage, ob man in einem bestimmten Augenblick irgend eine Handlung beginnen solle (Bouché-Leclercq L'astrologie grecque 463; s. o. Bd. X S. 2484). Die Methode ist verhältnismäßig einfach: es wird auf die Stellung des Mondes in den 12 Tierkreiszeichen geachtet, aber in jedem Falle am Schlüsse eingeschärft, daß man auch dio Stellung der Übrigen Planeten zu berücksichtigen habe; in einem Falle (v. 574), leider an einer verderbten oder unverständlichen Stelle, scheint auch dem 10. Grade des Stieres eine besondere Eigenschaft zugeschrieben zu werden, was wohl eher mit den ,partes damnandae⁴ (Bouc hé -Leclercq 236; vgl. Firmic. VIII 20, 30) als mit der Lehre von den Dekanen zusammenhängt. Bei der Bezeichnung von Fischen und Widder als schnell· (v. 442. 466) mag M. an die rasche ἀναφορά gedacht haben (Bouché-Leclercq 269), aber er gibt dieselbe Bezeichnung dem Schützen (v. 232. 551), wo sic nicht zutrifft: [2574] Maximus
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das spricht für einen Nichtastrologen. Ebenso das Motiv des Aufsteigens von Fixsternen und Planeten aus dem Meere (v. 290. 316): das ist rein dichterisch, trifft aber astronomisch nicht zu. Jedenfalls ist die Methode des M. viel einfacher als die uns gewöhnlich begegnenden; vgl. für καταρχαί im allgemeinen Serapion Catal. I 99. Iulianos ebd. 13b (dort Z. 7 al μὲν γὸρ ἀρχαὶ παντὸς πράγματος ἀπὸ Σελήνης λαμβάνονταῖ)] 10 θερὶ δραπετῶν Demetrios Catal. I 104. Protagoras IV 150; περὶ κατακλίσεως Pancharios (ebd. I 118, wo auch die Stellung des Mondes in den 12 Zeichen zugrunde liegt, aber die Methode viel umständlicher ist). Ähnliche Methoden Valens V 3 (vgl. IX 5). Catal. VIII 1, 171. 201, 216. Es ist natürlich denkbar, daß M. auf einen ziemlich frühen Text mit noch wenig detaillierten Regeln zurückgeht; es ist aber auch denkbar, daß er alle Komplikationen ausschaltet, weil sie 20 metrischer Darstellung widerstrebten. Am nächsten kommt (auch im einzelnen), was Plin. n. h. XVIII 200 aus Attius in Praxidico anführt (Teuffel-Kroll § 134, 12. Heeg 52, 4); nicht unmöglich wäre es, daß Praxidikos die Vorlage des M. bildete.
III. Darstellung und Technik. M. paraphrasiert einen simplen prosaischen Text, der nicht anders ausgesehen zu haben braucht, als etwa die aus M. gemachte Paraphrase. Er 30 hat sich zu diesem Zweck tief in die dichte Masse der älteren epischen Sprache hineingekniet und sich mit Reminiszenzen vollgesogen; jedes persönliche und gesunde Sprachempfinden mußte dahinter zurücktreten. Dabei zeigt sich eine große Vorliebe für Glossen, die er schon aus Homer aufzugreifen liebt, für die er sich aber besonders an Alexandriner wie Apollonios. Arat. Lykophron und Nikander hält; auf die Berührungen mit dem letzteren hat schon Koechly 40 LXIIIff. aufmerksam gemacht. Er hat auch hingewiesen auf die reichliche Verwendung der als Flickworte dienenden Partikeln wie ἡ, τε, κεν, ἄν, δή (S. LXII). Koechly, der M. an Manethon mißt, findet bei ihm ,et elegantem quan-dam in eligendis vocabulis aequabilitatem et tu-tam in construendis membris volubilitatem et omnino poeticum quendam colorem et spiritum¹. Auch T. Mommsen (ßeitr. zur Lehre vonden griech. Präposit., Berlin 1895, 197) sagt: ,Der 50 Stil ist edel und frei, nicht ohne Schmuck und Erhabenheit, aber unbelästigt von dem Bombast der Ägypter*. In Wahrheit handelt es sich uni eine recht kümmerliche, oft ins Geschmacklose und Unverständliche fallende Versifikation, die auf einer angeeigneten Gelehrsamkeit wie auf Stelzen geht; oft weiß man nicht, ob man dem M. oder dem Schreiber der Hs. eine Sünde wider den Geist der Sprache zutrauen soll (z. B- ἤν mit dem Optât, v. 422); Lud wi ch hat sicher zu sehr 60 geglättet. Zahllos sind die Katachresen; für die prägnante Bedeutung der einzelnen Worte hat M., wie bei einer Reminiszenzensprache natürlich, gar kein Gefühl mehr; aber auch die Zueammen-stellungen sind auf Schritt und Tritt gequält und ohne jedes Gefühl für die Plastik der Sprache. Wie alle Verseschmiede arbeitet M. stark mit Epitheta und sieht sich nicht selten genötigt, zwei zu einem Substantivum zu setzen. Mit Neü· [2575] 2575
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bildungen (meist Komposita) ist er nicht sparsam und verrät sich auch dadurch als geschulten Grammatiker; die Anlehnung an alexandrinische Bildungen ist oft offenkundig; überhaupt setzt diese Richtung alexandrinische Tendenzen (s. o. Bd. Σ1Ι S. 1849) fort, und das hat zu der falschen Ansetzung des M. geführt (s. u. IV). Auf eine Belebung des Stoffes durch Exkurse, wie sie das Lehrgedicht liebt (s. o. Bd. XII 8.1842), hat er so gut wie ganz verzichtet und nur bis-1 weilen versucht, mythologische Gelehrsamkeit anzubringen; gesucht ist Arsippe v. 92 (Ant. Lib. 10), Epione v. 207, Euphemos v. 412, Iphiklos v. 422; die Bezeichnung Aktaioi v. 494 stammt wohl aus Lykophron. Die Metrik bietet, soweit ich urteilen kann, wenig Auffälliges, Spondiaci sind selten. Der Prozentsatz der Spondeen (27°/0) nähert sich mehr dem homerischen als dem niedrigeren alexandrinischen Durchschnitt (Lud-wich Aristarch II 304; vgl, 311. 329). Ober 2 die Caesuren s. T. Mommsen 818.
IV. Verfasser und Zeit. Das einzige Zeugnis bietet Suidas, der ihn Ἠπειρώτης ἡ Βυζάντιος nennt und mit dem Lehrer Iulians (Nr. 40) gleichsetzt. Darauf ist wenig zu geben, ebensowenig läßt sich aber die Unmöglichkeit dieser Identifikation strikt beweisen; dann wäre M. freilich Epheser, nicht Byzantiner. Denkbar wäre auch, daß ein (sonst unbekannter) Epeirote unser Gedicht hinterlassen hätte (doch s. Präch-3 t er 8. 2568, 41). Jedenfalls ist der Verfasser aber nach seiner intimen Kenntnis auch entlegener Epen ein Grammatiker, kein Philosoph, und das spricht gegen den Byzantier wie den Epheser. Von einer Entstehung in alexandrinischer Zeit, von der Köchly und Ludwich reden (s. auch o. Bd. II S. 1815), kann keine Rede«sein; auch T. Mommsen ist daran irre geworden und redet von früher Kaiserzeit (198); auch Bouché-Leclercq 464A. setzt ein Fragezeichen zu ,ale-4C xandrins’ (ähnlich Christ-Schmid II⁶ 331). Schon der römische Name hätte vor der Versetzung in die Alexandrinerzeit warnen sollen. Vor dem 2. Jhdt. n. Chr. scheint wir das Gedicht unmöglich; anderseits liegt es vor Nonnos. Vgl. Heeg 52. Kompliziert wird die Verfasserfrage dadurch, daß Tzetzes Teile des Gedichtes unter dem Namen Orpheus anführt. Er zitiert aus den *Εργὰ καὶ Ἤμεροι die Anfangsverse = M. 456–465 (mit geringfügigen Abweichungen) – 50 frg. 280 (Kern), ferner V 466 und 488–496 (frg. 281f.) und teilt mit, daß Orpheus in diesem Gedicht auch auf die Stellung der Planeten Rücksicht nehme, was zu M. im allgemeinen und zu dem Abschnitt über den Landbau im besonderen (V 530–543) stimmt (frg. 283). Auch die Verse 422–424 werden von Tzetzes als orphisch angeführt (Dg. 284 K.) wonach man ein orphisches Gedicht περ'ιύραπετων annimmt (Heeg 56. Kern 282). Die Frage ist von Heeg 51 umsichtig er-60 örtert; er löst sie im Sinne von Lobeck Aglao-phamus I 424, der ein orphisches Gedicht von M. benutzt sein ließ. Obwohl ähnliches in der astrologischen Literatur vorkommt, ist die Sache in unserem Falle ganz unwahrscheinlich, da die in Frage kommenden Verse durchaus den Charakter des M. tragen und z. B. die Nennung des Schnellläufers Iphiklos in v. 422 mit anderen Ausflügen [2576] Maxyes 2576
der M. in das mythologische Gebiet zusammengeht. Die Art des M. ist im ganzen Gedicht zu kenntlich, als daß wir Entlehnung ganzer Verse und Versreihen aus einem anderen Autor annehmen dürften. Es ist also entweder das Ganze oder einzelne Kapitel einmal auf den Namen Orpheus getauft worden, unter dem es ja andere astrologische Werke gab (Kern 267ff.).
RE:Maximus 45
45) Maximos, Confessor, Veranstalter einer Sen-0 tenzensammlung κεφάλαια ὑεολογικὰ ἤτοι ἐκλογαί (gedruckt bei Migne Bd. XCI 719–1018), lebte ums J. 645 n. Chr,, fällt außerhalb des Kähmens der R.E. Von ihm scheinen auch die Scholien zu Dionysius Areopageites herzurühren (o. Bd. V S. 9Ù6). Die ἐκλογὴ διαφόρων λέξεων οὐντθεῖοα κατὰ ὀτοιχεῖον παρὰ τοῦ ἄγιου Μαξίμου des Cod. Laur. IX 27 ist nach Bandinis (bisher nicht nachgeprüfter) Annahme identisch mit der von Tittmann im J. 1808 edierten οὐναγωγὴ λέξεων 0 οὐλλεγεῖοα ἐκ διαφόρων βιβλίων, die dieser mit Morelli (Bibi, manuscripta gr. et lat. [1802] 86) dem Ioannes Zonaras zugeschrieben hat (Mitteilung von C. Wendel). Vgl. Krumbachers 61. 600. [W. Kroll.]
RE:Maxitani
Maxitani, Volk in Afrika; ihr König Jarbas, Freier der Dido, Iustin. XVIII 6, 1; s. Mazices.
RE:Maxula
Maxula (Μαξονλά), in der Nähe von Karthago. Bei Ptolemaios werden zwei M. unterschieden: Μαξουλὰ κολωνία 35°; 32° 40' (IV 3, 1 p. 619 M.)) und Μαξουλὰ παλαιά 34° 10'; 32° 30' (IV 3, 9 p. 653). Das letztere wird also ins Binnenland gesetzt. Altmaxula ist gleich h. Rades (so bei Tissot II 111. 113 inschriftlich gesichert, Wilma nns zu CIL VIII p. 131f.).[1] Die Differenzen in den Entfernungsangaben von Karthago–Μ. im It. prov. 57. 58 erklären sich nach Müller dadurch, daß die kürzere den Wasserweg (durch eine Bai des lacus Tuneticus), die längere den Landweg über Tunes bedeute (so auch Tab. Peut.).) Auch die Bezeichnung Maxula Prates im It. prov. 57 führt Müller 620 auf das h. Rades zurück. – Das andere Maxula, das im Stadiasm. m. m. § 122 (GGM I p. 471) erwähnt wird, lag unmittelbar am Meere und ist das heutige Ham-mäm el Euf oder Hammam Lif. Geogr. Rav. p. 349. Funde bei Maxula-Radès bei Meltzer-Kahrstedt Gesch. der Karthager III p. 89. Ein Bischof von Maxula wird erwähnt in der Not. dign. occ. p. 616. Das litus Maxulitanum (wohl das heutige Goletta) bei Vict. Vit., hist. persec. Vandal. I 5, vgl. Müller zu Ptol. 620.
RE:Maxyes
Maxyes (Μάξυες, Μάζυες, Μαζικές, Maxaces), libyscher Volksstamm, zuerst erwähnt bei Hekat. Miles, frg. 304 (Steph. Byz.) als Μάζνες,. οἱ Λιβύην νομάδες, dann bei Herodot IV 191. 193 (Μάξυες) als Bewohner der Landstriche nordwestlich des Golfes von Gabes, landeinwärts der Kleinen Syrte nördlich des Tritonsees, im heutigen Tunis, also einer Gegend, mit der noch der Byzantiner Corippus die Stammsitze der M. verbindet: aeterno tempore Maxax Byxacii campos magna virtute tenebit (Johannis V 167). Der Name der M. ist bereits seit Brugsch mit dem aus ägyptischen Quellen des Neuen Reiches bekannten libyschen Stammesnamen Maschwesch (genaue Vokalisation unbekannt) zusammengebracht worden. Diese vielleicht zu der dunkel-