RE:Mentor 10

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Der bei d. Römern berühmte Toreut
Band XV,1 (1931) S. 965967
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10) [...] [966] [967] 965

Mentor

wird er nicht mehr genannt, ist offenbar bald darauf gestorben. Zu seiner Familie vgl. Arrian. anab. VII 4, 6. II 2, 2. 13, 2. Curt. Ruf. III 13, 14. [‌Kahrstedt]

7) Grieche unbekannter Abkunft unter Alexander, befand sich vor 325 in Eumenes' Gefolge und geriet gelegentlich wegen eines Quartiers mit Hephaistion in Streit (Plut. Eum. 2. Berve Alexanderreich II nr. 512).

8) M., Sohn des Damosthenes, aus Nau-10 paktos, von dem Amphiktyonen geehrt um das J. 269 v. Chr. SyU. 3 422. Vgl. Anm. 7.

9) Bithynier, Schüler des Karneades, von dem er später infolge eines peinlichen Vorkommnisses abfiel. Vgl. Diog. Laert. IV 63f. (hier auch über die possenhaften Begleitumstände seiner Verweisung aus der Schule durch Karneades, der dabei parodische Homer- und Sophoklesverse auf ihn anwendet, worauf M. mit einem anderen Homer- 20 vers erwidert). Aus anderer (skeptischer?) Quelle scheint der Bericht des Numenios bei Eusebios, Praep. ev. XIV 8, 13: Καρνεάδον θ γίνεται γνώριμος Μ. μ. πρώτον, ὅν μὴν διάδοχος, *Αλλ θὶ ζῶν Καρνεάδης ἐπὶ παλλακὴ μοιχὸν ἐδρῶν, ὄνχ ὑπὸ πιθανῆς φαντασίας οὐδ* ὡς μὴ κατειληφώς, ὡς δὲ μάλιστα πιστευων τῆ δψεὶ καὶ καταλαβῶν παρητήσατο τῆς διατριβῆς. Ü δὲ ἀποστάς ἀντεσοφίστευε καὶ ἀντίτεχνος θυ, ἐλέγχων αὐτὸν τὴν ἐν τοῖς λόγοις ἀκαταληψίαν. Nach dem letzten 30 Satz muß man annehinen, daß M. nach seinem Zerwürfnis mit Karneades gegen diesen und seinen Skeptizismus als Lehrer, vielleicht auch als Schriftsteller, auftrat. Wenn G o m p e r z Fest-schr. f. Benndorf (1898) 258, im Index Hercula-nensis col. XXIV 1 (S. 86 Mekl.) [Μέ]ντωρ richtig ergänzt hat (was nicht ganz sicher; vgl. Meklers adn.), war er aus Nikaia.

[W. CapeDe.]

10) Der – wenigstens bei den Römern –40 berühmteste Toreut des Altertums. Weder Vater noch Heimat werden genannt, auch die Zeit läßt sich nicht genauer ibestimmen als durch die Angabe, daß Gefäße von ihm beim Brand des ephe-sischen Tempels 356 v. Chr. zugrunde gegangen seien. Plin. n. h. XXXIII 154 sagt, er habe überhaupt nur vier Paare von Silbergefäßen gemacht und seit dem Brand des ephesischen und des capi-tolinischen Tempels existierten angeblich überhaupt keine mehr. An der früheren Stelle (VII 50 127) allerdings, auf die an der späteren verwiesen wird, drückt er sich so aus, als seien zu seiner Zeit diese Vasen noch vorhanden gewesen; wie dem Phidias der olympische Zeus, so bezeugen fort und fort (cotidie) dem Mentor der Capitoli-nus und die Diana von Ephesos seinen Ruhm. Wenigstens zur Zeit der Quelle dieser Notiz, die aber schon wegen der Verbindung mit dem capito-linischen Tempel unmöglich griechisch, vor 356 sein kann, müßten die Vasen in Ephesos zu sehen θθ gewesen sein, die Nachricht, daß sie verbrannt seien, müßte auf Irrtum beruhen, etwa von der Zerstörung der Gefäße auf dem Capitol übertragen sein. Dann fiele auch der Terminus 356 für M. weg: er kann älter sein, da vielè Kunstwerke des Artemistempels den Brand überdauert haben, ebensogut auch jünger. Der klassiechen Zeit wird er noch angehören wegen seines Ruhms [966] Mentor

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und weil Lukian. Lexiphan. 7 unter seltenen Glossen der klassischen Sprache auch ein Gefäß mit Namen μεντορουγνῆς erwähnt. Der Name gehört zu den nach dem Verfertiger oder Erfinder gebildeten wie Lykiurges (s. o. Bd. XIII S. 2294 30fL), Kononeios (s. o. Bd. XI S. 1341), Theri-kteioe. Schwerlich aber wird man die ganze Beschreibung Lukians τρυήλης μεντορουργῆς εὐλαβὴ ἔχονσα τὴν κέρκον für das Aussehen eines solchen Gefäßes verwenden dürfen, da Lukian nur weitere Glossen anbringen will. Das Scholion vollends, wonach es sich um ein Glasgefäß handelt, ist ganz wertlos, aus dem Text zusammenphanta-siert Wie alte Arbeiten der klassischen Toreuten, waren auch die des AL zur römischen Zeit sehr gesucht, selten, und die vorhandenen in ihrem Echtheit bestritten. Plinius, der an der genannten Stelle den Standpunkt der strengsten Kritiker wiedergibt, berichtet n. h. ΧΣΧΗΙ 147 selbst nach anderer Quelle (Val. Antias? vgl. XXXIV 14), daß der Redner L. Cmssue (s. o. Bd. XIII 8.252 Nr. 55) zwei Skyphoi des M. besaß, für die er 100000 Sestertien (flj ö; die Handschriften 0, also nur 100) bezahlt hatte, die er aber aus Scheu, sie zu beschädigen, wie er selbst gestand, nie benutzte. Cicero erwähnt Becher des M. im Besitz des Diodoros von Melite in Liiybaion (s. o. Bd. V S. 660 Nr. 29), die ihm Verres wegnehmen wollte. Sie werden als Theri-kleia (s. d.) bezeichnet. Sonst aber zeigen die Erwähnungen des M. in der römischen Literatur – in der erhaltenen griechischen kommt er außer an der Stelle des Lukian nicht vor –, daß man wenig Anschauung von ihm hatte, seine Arbeiten sind Beispiele besonders wertvoller Kunstwerke: so wenn Properz (I 14, 1) den Reichen aus einem Becher des M. teebischen Wein trinken läßt, wenn Martial Becher von ihm (neben Statuen des Polyklet) in den Saepta zum Verkauf ausgestellt denkt (IX 59, 15) oder unter den Silberechätzen des Charinoe neben Arbeiten des Myron, Praxiteles, Skopas (î), Phidias auch solche des M. (die er allein besitzt) nennt (IV 39) oder unter den Apophoreta' (XIV 93) auch poeula archetypa des M., ,aus denen er selbst getrunken hat', anführt, oder wenn er bei einem Geschenk seines Gönners Instantius Rufus sich fragt, ob es von Mys, Myron, M. oder Polyklet ist (VIII, 51); Beispiel äußersten Luxus ist ihm der jSardanapallos*, der ein Gefäß des M. zerbricht, um einen Nachttopf für seine Geliebte daraus zu machen (XI 11). Varro hat im Agathon (bei Non. 99, 16), wenn er einem Zecher einen Skyphos des M. in die Rechte gibt, kaum gedacht, daß zur Zeit des Agathon solche im Gebrauch waren, da die Satire Zustände der Gegenwart schildert Wenn Iuvenal (VIII 104) bei Schilderung des Kunatraubs zur Zeit der Republik behauptet, daß damals rorae sine Mentore men-sae* gewesen seien, wird er auch dafür keine Urkunde gehabt haben. Nur einmal wird die Darstellung auf einer Phiale de» M., eine ,lebende* Eidechse, erwähnt (MartiaL III 41), wo man an Nachahmung eines griechischen Epigramms denken könnte; vielleicht ist da wirklich ein Gefäß des M. geschildert. Die einzige Angabe über die Kunstart des M. findet sich bei Propert. IV 9, 13: unter den Paaren von Künstlern entgegengesetz- [967] 967

RE:Mentores

Mentores

ton Charakters erscheinen M, und Mys (s. d.). Bei M. liegt die Stärke in den argumenta, in den Gegenständen, dem Erzählung, bei Mys im Ornament, an der feinen Ausführung. Hier haben wir anscheinend gute kunsthistorische Tradition. Brunn Gesch. d. griech. Künstler II 408. Overbeck Schriftquellen 2169–2181.

RE:Mentores

Mentores, ein der liburnischen Völkergruppe angehöriger Stamm im Nordosten der Adria.

Name: Meniores (so Plin. n. h. III 139. Μέντορες Hecat fragm. 62 bei Steph. Byz. 445 ed. Meineke, Ps.-Aristot. περὶ θαυμ. 104. Apoll. Rhod, IV 549. Skymn. 394). Der Name entweder griechisch (vgl. den Personennamen Mentor s. o.), immerhin auch dem Illyrischen das Grundelement men und die Ableitungssilbe tor wenigstens in Personennamen nicht unbekannt (Krahe Indo-germ. Bibl. III Abt. 7. Heft 4).

W o h n s i t ze. Über die Wohnsitze der M. machen die Schriftsteller verschiedene Angaben, die sich durch ethnische Umwälzungen in der Lika (Patsch Die Lika in röm. Zeit 25f. Kahrstedt Gött. Gel. Nacht. 1927, 8S.) erklären lassen. Hecat. frg. 62 führt die M. als Nachbarn der Liburner an (Μέντορες ἔθνος πρὸς τοῖς Λιβνρνοῖς). Die pseudoaristotelische Schrift περὶ θαυμ. 104 läßt die Μεντορική an Istrien grenzen (μεταξυ τῆς Μεντορικῆς καὶ τῆς ἴστριανης δρος τὶ εἶναι τὸ καθούμενον Δέλφιον). Nach Apoll. Rhod. IV 548f. wären ihre Wohnsitze zwischen Hyllern undLiburnern zu setzen (καὶ μιν [Ὕλ,λον] ἔπεφνον Μέντορες ἀγραύθοισιν ἀλεξόμενον περὶ βουσίν); obwohl die Hyller wenigstens in späterer Zeit südöstlich des Titus siedelten, wie auch aus Plin. n.h. III 141 hervorzugehen scheint, nicht bei Jader, wie es Z i p p e 1 D. röm. Herrschaft in Illyrien 9, wollte, so ist es immerhin denkbar, daß sie früher weiter nordwestlich ihre Wohnsitze gehabt haben, wie Plin. n. h. III 139 die Encheleer zu den li-burnischen Stämmen nördlich des Titus rechnet, wenn auch ihre Hauptmasse südwärts gegen den rhizonischen Meerbusen und gegen den See von Lychnidus vorgestoßen ist. Skymn. 394 setzt die Ismenoi und M. zwischen Istrer und Liburner (391ff. Ἐνετῶν ἔχονται ... ἰατροί ... ὑπὲρ δὲ τούτους Καμένοι καὶ Μέντορες ... ἡ πλησίον χώρα δὲ τούτων κείμενη ὑπὸ τῶν Πελαγόνων καὶ Λιβνρνων κατέχεται). Wenn die M. bei Plin. n. h. III 139 einen Teil der Liburner bilden (Ârsiae gens Liburnorum iungitur usque ad flumen Titum. Pars eius fuere Mentores, Himani, Encheleae, Bulini, Lopsi.,), erklärt sich das aus dem Vorstoß der Liburner nach Nordwesten (vgl. SuppL-Bd. V S. 589). Die Ansicht TomascheksD. vorslav. Topographie der Bosna 502, daß die älteren Schriftsteller mit dem Namen M. die späteren Ja-poden bezeichneten, ist meines Erachtens so zu verstehen, daß ihr Gebiet zum späteren Machtbereich der Japoden gehörte. Nach den M. führen auch die vor der Küste Liburniens gelegenen Μεντορίδες νήσοι (SkyL 21) den Namen (s. d.). Vgl. C o n s La prov. Rom. de Dalmatie 52. Smith Diet. of Greek and Roman geogr. II 329. Krahe 28. 72.

RE:Mentorides insulae

Mentorides insulae (Μεντορίδες νήσοι Skyl. 21), eine nur bei Ps.-Skyl. 21 genannte Inselgruppe im nördlichen Adriatischen Meere, die ihren Namen nach dem der liburnischen Völker-