RE:Mucius 20

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Scaevola, Q. cos. 174 v. Chr.
Band XVI,1 (1933) S. 430
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20) [...] Daß diese Consuln hier ausgefallen und durch die der aufeinander folgenden J. 578 = 176 (C. Laevinus cos. sufi.) und 579 = 175 (P. Scaevola Nr. 16) ersetzt worden seien (so CIL a O.), könnte man annehmen, wenn nicht M. Laevinus, der Kollege des M. in der Praetur (s. o.) und Consul von 544 = 210, auch bei Liv. XXIX 11, 3 und XXX 23, 5 mit der Bemerkung erwähnt würde: qui bis consul fuerat, also in gewissen Fasten 10 schon mit einem Consulat vor 536 = 218 verzeichnet war. Da regt sich doch sehr entschieden der Verdacht einer Fälschung; es mochte etwa heißen, daß Laevinus und Scaevola infolge fehlerhafter Wahl zurückgetreten waren und Veturius und Lutatius zu Nachfolgern erhalten hätten. Irgendwelche Leistungen hatten sie jedenfalls auch wirklich aufzuweisen, als ihnen im J. 538 = 216 - unseres Wissens zum ersten Male - das römische Volk sein Vertrauen schenkte.20) Q: Mucius Scaevola war der jüngere, nach

dem Vater benannte Sohn von Nr. 19 (Q. f. P. n. Fasti Cap.). Er wurde 575 = 179 Praetor mit seinem älteren Bruder P. Nr. 16 und erhielt Sicilien zur Provinz (Liv. XL 44, 2. 7) und wurde 580 = 174 als Nachfolger des Bruders Consul mit Sp. Postumius Albinus (Fasti Cap. Chronogr. Hydat. Chron. Pasch. Liv. XLIII 2, 9. Plin. n. h. 11 99, Cassiod.; s. auch Obseq. 10 bei Nr. 16). Da der Anfang des Jahresberichts bei Liviusfehlt, ist von der Tätigkeit der Consuln nur die Aushebung von Truppen bekannt (XLI 21, 4). Bei der EröSnung des Krieges gegen Perseus 583 = 171 wurden dem Consul P. Licinius Crassus, der fast ein Homo Novus war (o. Bd. XIII S. 286f.), zur Seite gestellt duo consulares tribuni militum, C, Claudius Q. Mucius, et tres inlustres iuvenes, P. Lentulus et duo Manlii Äcidini (Liv. XLII 49, 9). P. Lentulus war in Wirklichkeit schon in Griechenland (ebd, 47, 12. 56, 3) und wurde nurangewiesen, sich dem Consul zur Verfügung zu stellen (o. Bd. IV S. 1374), und von den zwei Manlii Äcidini ist der eine nicht zu ermitteln (o. Bd. XIV S. 1162f. Nr. 43); aber der andere, Sohn des Consuls von 575 = 179, der von Gfeburt ein Fulvius Flaccus war (ebd. S. 1164f. Nr. 47), und die beiden Consulare, C. Claudius Pulcher, Consul 577 = 177 (o. Bd. III S. 2855 Nr. 300) und M., waren entschiedene Anhänger der Fulvischen Partei und wurden daher dem Consul nicht bloß aus 50 militärischen, sondern auch aus parteipolitischen Gründen beigegeben. In dem Reitergefecht am Kallikinos in Thessalien, mit dem die Romer den Krieg nicht eben glücklich begannen, führte M. die ausgewählten Mannschaften im Zentrum (Liv. XLII 58, 13). Dann wurde er von dem Consul mit 2000 Mann zur Besetzung vom Ambrakia abgeschickt (ebd. 67, 9) und auf diese Weise vom Hauptkriegsschauplatz entfernt. Sein weiteres Leben ist unbekannt, kann sich aber noch ziem-lieh lange ausgedehnt haben. Sein Sohn ist Nr. 21.