RE:Pantomimus

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
Tanzkunstform; sowohl der Darsteller wie auch die Darstellung von Gefühlen, Charaktereigenschaften und Handlungen durch rhythmische Bewegungen des ganzen Körpers oder einzelner Körperteile
Band XVIII,3 (1949) S. 833869
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Pantomimus.

Übersicht: Begriffsbestimmung (1.).

Der griechische P. vor 22 v. Chr. (2.-10.); er entspringt dank der Volksanlage (3.) aus Kult- (4.) und Einzeltanz (5. 6.), z. B. der Pyrrhiche (7.); der Inhalt kommt aus der Tragödie (8.). Einzelnachrichten (9. 10.).

Der römische P. vor 22 v. Chr. (11.) und das ,Epochenjahr’ 22.

Der griechisch-römische P. von 22 v. Chr. an (13.–24.): Stoffe (13. 14.). Solistentum (15.). Teilnahme der Frauen (16.). Auftreten des P. (17.). Begleitung (18.). Eignung und Erziehung zum P. (19.). Publikum (20.). Verbreitung des Spiels (21.). Seine Bewertung (22.). Soziale und rechtliche Stellung der Künstler (23.). Äußere Geschichte. Personalien (24.).

1. P. hieß sowohl der Darsteller wie auch die Darstellung von Gefühlen (Stimmungen), Charaktereigenschaften und Handlungen durch rhythmische Bewegungen des ganzen Körpers oder einzelner Körperteile. Vom Mimus unterscheidet sich der P. schon dadurch scharf, daß hier der Darsteller selbst weder sprach noch musizierte. Andere, nicht minder deutliche Unterschiede werden sich in der Wahl des dargestellten Stoffes u. a. zeigen. So klar also die Grenze zwischen Mimus und P. zu erkennen ist, so unsicher ist die zwischen P. und Tanz überhaupt – wenn es [384] eine solche gibt und nicht vielmehr gilt, daß beim Griechen jeder Tanz ein Stück P. war. [...]

[Ernst Wüst. ]